Nach fünfhundert Jahren im Kälteschlaf erwacht Ragin in einer Welt, die sich zumindest teilweise von der großen Klimakatastrophe erholt hat. Als einer der wenigen anderen Überlebenden aus ihrer Zeit sie um Hilfe bittet, macht sie sich widerwillig auf den Weg. Immer mit dabei ist ihre treue Begleiterin, die Katze Alice. Doch nichts läuft nach Plan und so muss Ragin bald zu Fuß durch die veränderte Welt laufen anstatt per Lufttransport die andere Station zu erreichen. Dabei begegnet sie nicht nur anderen Reisenden sondern erhält auch Einblicke in verschiedene Gemeinden mit ihren individuellen Regeln und Lebensweisen. Doch sie hat nach wie vor ein Ziel vor Augen und kann daher nirgends lange verweilen.
Da mir der erste Teil bereits gut gefallen hat, war ich neugierig wie die Geschichte weitergehen würde. Nachdem ich mir gewünscht hatte mehr über die anderen Menschen und ihre Schicksale zu erfahren, habe ich mich gefreut einen Einblick in so verschiedene Siedlungen zu erhalten. Allerdings muss ich zugeben, dass die Beschreibungen zeitweise viel zu ausufernd für meinen Geschmack waren. Eigentlich soll Ragin zu einem anderen Überlebenden, der sie um Hilfe gerufen hat. Allerdings hat sie trotz des Hilferufs keinerlei Eile und trödelt lieber durch die Welt und lässt sich von so ziemlich allem und jedem ablenken. Ihre leicht egozentrische Haltung, die schon im ersten Band angedeutet wurde, tritt hier noch deutlicher zutage. Sie überschätzt sich immer wieder und muss dann feststellen, dass sie vieles doch nicht nach ihrem Kopf läuft und sie lieber auf die erfahreneren Bewohner hätte vertrauen sollen. Dadurch verliert sie leider einige Sympathiepunkte, die sie noch im ersten Teil sammeln konnte. Zum Glück taucht auch Alice wieder auf, denn die kleine Katze ist mir schon im ersten Teil ans Herz gewachsen und ich bin froh ihr wieder begegnet zu sein. Ansonsten hat mir in diesem Band leider die Spannung gefehlt. Die Welt wird sehr detailliert beschrieben, aber die Handlung tritt über weite Strecken auf der Stelle.Ich gehe davon aus, dass noch ein weiterer Teil geplant ist und hoffe, dass dort dann endlich die Handlung etwas mehr im Vordergrund steht.
Der zweite Teil bietet interessante Einblicke in eine postapokalyptische Welt, verliert sich aber zu oft in Details und lässt Spannung vermissen. Dazu konnte mich Ragin leider nicht wirklich von sich überzeugen, weswegen ich der Geschichte nicht mehr als 2,5 Sterne geben kann.
Ich habe kürzlich zu einem 2. Teil einer Trilogie geschrieben: “Mittelteile von Trilogien haben es immer etwas schwer: Sie hängen in der Luft, können nicht mit dem genialen neuen Weltenbau des ersten Teils punkten und auch nicht mit den total überraschenden Enthüllungen des dritten Teils. Stattdessen müssen sie die Figuren irgendwie von A nach B bringen und die Bühne für den Höhepunkt bereiten. “ Das stimmt hier ziemlich wörtlich, weil unsere Protagonistin in diesem Mittelteil der Trilogie genau das machen muss: von A nach B reisen.
Das Buch spielt etwa fünfhundert Jahre in der Zukunft in einer Zeit nach der Klimakatastrophe. Die Protagonistin Ragin erwacht aus dem Kälteschlaf und muss sich um eine Welt kümmern, die sie teilweise mitgeplant hat. Sie erhält einen Notruf und muss ihre Station verlassen, um einem anderen Überlebenden zu helfen. Sie nimmt also eine beschwerliche Reise auf sich von ihrer Station zu der anderen, von der der Notruf einging. Dabei kommt sie durch verschiedene kleine Siedlungen, in denen Menschen friedlich in Kommunen zusammenleben und allen Besitz teilen. Es gibt sogar eine Siedlung, in der Menschen mit Affen unterschiedlicher Art eine Gemeinschaft bilden. Die Schilderungen der dörflichen Gemeinschaften und der zugrunde liegenden Utopie fand ich interessant, insgesamt war die erste Hälfte des Buches aber auch etwas langweilig und vorhersehbar. Erst im letzten Drittel kommt mehr Spannung auf, wobei es gleichzeitig auch etwas theoretischer wird: Da die Protagonistin die Regeln der Kommune abschreiben muss, lernen wir diese Regeln auch kennen. So werden z.B. in Kapitel 10 die Regeln genauer erklärt, nach denen die Gemeinschaft funktioniert und in Kapitel 12 geht es um das Zusammenleben von Menschen und Affen. Als Ragin sich im letzten Teil durch die Ödnis kämpfen muss, gerät sie in Lebensgefahr und hier fand ich auch ihre Gedanken zum Tod interessant. Dann wird sie aber eigentlich zu schnell gerettet (und es war auch die ganze Zeit klar, wer sie rettet). Insgesamt habe ich vertiefte Gedanken und Reflektionen zum Weltenbau vermisst. Der Aufbau ist mir zu einfach, die Erzählung bleibt immer bei Ragin. Ich habe den ersten Teil (noch) nicht gelesen, konnte aber den zweiten gut verstehen. Aber natürlich empfiehlt es sich, zuerst den ersten Band zu lesen. Ich freue mich auf den Abschlussband der Trilogie.
Ragin ist nach fünfhundert Jahren Kälteschlaf erwacht und möchte vor allem in Ruhe eine Welt kennenzulernen, in der die Klimakatastrophe nur noch eine schwache Erinnerung ist. Da ruft sie ein anderer Überlebender aus ihrer Zeit um Hilfe. Widerwillig verlässt sie ihre sichere Station, um sein Problem zu lösen. Sie rechnet mit einem Ausflug von wenigen Tagen. Zum Glück hat sie die Katze Alice nicht zurückgelassen, denn es kommt natürlich anders. Statt die Wildnis zu überfliegen, tauchen die Gefährtinnen tief darin ein. Auf ihrem Weg lernt Ragin die Gemeinschaften der überlebenden Menschen kennen und entdeckt auch an sich selbst ganz neue Seiten. Doch kann sie nirgends bleiben, bis sie ihre Mission erfüllt hat. Auf ihrem Weg muss sie Gefahren trotzen, von denen die eigene Selbstüberschätzung nicht die geringste ist.
„In einem Land nach unserer Zeit - Teil 2: Die Reisende“ von Annette Schaumlöffel ist eine gelungene Fortsetzung der Trilogie. Wir begleiten Ragin weiter durch eine dystopische Welt, in der die Natur sich langsam erholt und einzelne Menschengruppen in Enklaven zusammenleben. Wir entdecken mit unserer Protagonistin zusammen, was sich entwickelt und geheilt hat, während sie sich auf den Weg zu einem der anderen Alten macht. Die Enklaven leben in unterschiedlichen Weisen und mit unterschiedlichen Regeln zusammen, befolgen aber doch auch die gleichen Werte. Dies mit ihr kennenzulernen, hat mich fasziniert und begeistert. Auch die Schwierigkeiten und Herausforderungen waren spannend und ich habe Ragins Weg gerne von Anfang bis Ende verfolgt. Gut gefällt mir, dass wir hier eine Dystopiereihe haben, in der wir nicht auf das nächste Zombie oder anderweitige Monster warten. Ich bin und bleibe begeistert und fiebere schon dem dritten Teil der Reihe entgegen.
"In einem Land nach unserer Zeit - Teil 2: Die Reisende" von Anette Schaumlöffel ist eine Geschichte über den Neuanfang der Welt. Die Protagonistin Raign ist nach 500 Jahren aus dem Kälteschlaf erwacht und auf dem Weg zu Roger,der ebenfalls 500 Jahre im Kälteschlaf verbracht hat. Roger benötigt ihre Hilfe.
Raign begegnet auf ihrer Reise zu Roger vielen Menschen und hat einen sehr langen Weg vor sich. Sie muss sich erst an die Gemeinschaft gewöhnen und ihre neuen Regeln lernen und umsetzen. Sie war lange Zeit allein und ist nun Teil der Gesellschaft.
Die Geschichte beschreibt sehr detailliert das Leben der Menschen. Dieses Leben existiert 500 Jahre nach der neuen Eiszeit, die in unserer Zeitrechnung bald erst eintrifft.
Es handelt sich um den zweiten Band, wobei ich den ersten noch nicht kenne. Die Geschichte ist aber auch ohne Vorkenntnisse sehr gut lesbar.
Der Schreibstil ist sehr flüssig und angenehm zu lesen. Die Beschreibungen der neuen Welt sind sehr authentisch und realistisch dargestellt. Man wird beim Lesen zum Nachdenken angeregt.
Die Menschen starteten bei Null und es muss alles neu erlernt bzw erstellt werden. Es wird das Gegenteil zu unserer Konsumgesellschaft beschrieben, bei der alles immer und direkt verfügbar ist.
Ich fand es sehr spannend, Ragin auf ihrer Reise zu begleiten. Ihre Erlebnisse waren spannend, haben Anstöße zum Nachdenken geboten und mich mitfiebern lassen. Mir hat es sehr viel Freude bereitet, Ragin zu begleiten und vor allem zu erleben, was sie in den Kommunen, von den Menschen, denen sie begegnet, und aus ihren eigenen Erfahrungen lernt. Außerdem mochte ich erneut, die gesellschaftskritischen Anteile und die Entwürfe von Möglichkeiten des Zusammenlebens. Das Kätzchen Alice ist eine nicht zu unterschätzende Begleiterin von Ragin und hat mich oft zum Schmunzeln gebracht. Die Geschichte ist insgesamt ruhig, jedoch empfand ich dies nie als langweilig. Wer rasante Abenteuer sucht, ist hier nicht richtig. Hier liegt die Kraft der Geschichte in der Ruhe und dem Nachdenken darüber, was man gerade gelesen hat. Ich kann das Buch, bzw. die Reihe sehr empfehlen und freue mich schon auf den dritten Band.