Ein Mord in der Wollstuuv erschüttert den Küstenort Norddeich – und der Strickzirkel ermittelt. Für Fans von Tatjana Kruse, Leonie Kramer und Richard Osman
»Sefa nahm das Taschentuch dankbar an und nickte. In Derks graublauen Augen las sie Mitgefühl, erkannte aber gleichzeitig den entschlossenen Zug um seinen Mund. Als ehemaliger Kriminalkommissar vergeudete er keine Energie mit Jammern und Wehklagen. Er befand sich im Ermittlermodus.«
In Norddeich ist die Welt noch in Ordnung – davon ist Sefa Pannkok überzeugt und genießt mit ihrem Kater den Ruhestand im ostfriesischen Küstendorf ihrer Kindheit. Doch mit den behaglichen Tagen zwischen Lesen und Stricken ist es jäh vorbei, als ihre Freundin Conni umgebracht wird. Die nette Inhaberin eines Woll-Lädchens war zusammen mit drei anderen Damen und dem pensionierten Kriminalkommissar Derk Mitglied in Sefas Strickzirkel. Ab sofort ruhen die Nadeln, denn Ermittlungen gehen vor!
Wir begleiten den Strickzirkel bestehend aus Josefa, Rita, Gunda, Edith und dem pensionierte Kriminalkommissar Derk bei der Suche nach dem Mörder ihrer Freundin Connie, die ebenfalls Mitglied im Strickzirkel war. Die Mitglieder des Strickzirkels sind schon ein Haufen für sich, die alle individuelle Charaktereigenschaften haben und ihre kleinen oder manchmal auch ganz schön großen Macken. Gerade die Frauen schrecken vor nichts zurück, wobei Josefa noch die humanste von ihnen ist. Derk tat mir teilweise schon etwas leid, weil er gegen die Frauen und ihr Engagement, den Mörder von Conni zu finden, kaum ankommt und dadurch den Ärger seiner Tochter auf sich zieht, die in dem Fall ermittelt. Dennoch oder gerade wegen des überschäumenden Engagements der Frauen kommt es zu vielen lustigen Gegebenheiten, wegen denen ich viele Male herzhaft gelacht habe. Zudem fand ich, hat die Autorin sie alle gut beschrieben, sodass ich sie direkt vor Augen hatte.
Die Ermittlungen fand ich durchweg spannend. Zumal man nicht nur mit den Mitgliedern des Strickzirkels, sondern auch mit Derks Tochter Pauline und ihrem Team auf die Spurensuche geht. Da das Opfer einige Geheimnisse zu haben scheint, die erst nach und nach ans Licht kommen und die Autorin es weiß, geschickt einige falsche Fährten zu legen, bekam ich erst mit der Zeit eine Ahnung, welches Motiv hinter der Tat stecken könnte. Ich war jedenfalls gern bei den Ermittlungen dabei und habe fleißig mit ihnen ermittelt, um dem Täter auf die Spur zu kommen. Lustig fand ich dabei, dass die Mitglieder des Strickzirkels den Profis immer eine Nasenlänge voraus waren.
Fazit: Ein spannender Krimi mit zwei Ermittlerteams, die unabhängig voneinander ermitteln. Ich habe sie alle gern bei ihren Ermittlungen begleitet, bei denen die Mitglieder des Strickzirkels den Profis immer eine Nasenlänge voraus waren, was ich sehr lustig fand. Da das Opfer einige Geheimnisse hatte, von denen man erst nach und nach erfährt und die Autorin uns auf einige falsche Fährten lockt, war die ganze Zeit für Spannung gesorgt. Amüsiert habe ich mich besonders über die Frauen des Strickzirkels, die ein übermäßiges Engagement bei der Suche nach dem Täter an den Tag legen, durch das sie in einige lustige Situationen geraten und Derk in arge Bedrängnis gegenüber seiner Tochter bringen.
Regelmäßig treffen sich vier Damen und Derk zum Stricken und Klönen. Doch dieses Mal kommt Connie, die Inhaberin des Wollladens, nicht. Als alle in Derks Oldtimer losfahren, um sie zu suchen, finden sie sie tot in ihrem Laden, ganz offensichtlich ermordet. Derk, als ehemaliger Kriminalkommissar, weiß, was zu tun ist und leitet alles in die Wege. Als Oberkommissarin trifft seine Tochter Pauline am Tatort ein. Für Derk ist es nicht einfach, ihn juckt es in den Fingern und er würde gerne ermitteln. Aber er ist im Ruhestand und will seiner Tochter nicht in die Quere kommen. Das lässt sich natürlich nicht vermeiden. Schon gar nicht, wenn man die vier Damen vom Strickclub um sich hat, die alle auf ihn einreden und auch selbst versuchen, etwas herauszufinden. Letztendlich sind sie dann doch eine große Hilfe bei der Lösung des Falls. Es ist ein schöner, humorvoller Krimi in einem bezaubernden Ambiente mit sehr verschiedenen, authentisch dargestellten Charakteren. Zusammen harmonieren sie wunderbar und Derk fühlt sich wie der Hahn im Korb. Seine Strickarbeiten sind zwar nicht vorzeigbar, aber er hat einen sehr persönlichen Grund, bei den Treffen dabei zu sein. Ihn mag ich sehr. Er ist sehr agil und betreibt einen kleinen Gnadenhof auf seinem Grundstück. Josefas Briefe an ihren toten Mann fand ich sehr emotional. Der Schreibstil ist locker und leicht, sodass man sich mitten in der Handlung mit ihrem norddeutschen Charme fühlt. Die bildhaften Beschreibungen der Umgebung lassen die Kälte und den Wind förmlich spüren, was das Leseerlebnis umso intensiver macht. Ich hoffe, der Strickclub kann noch lange in voller Besetzung ermitteln. Auch das Cover ist toll und passt zur Gegend, natürlich darf auch ein Schaf nicht fehlen.
Es handelt sich hier um den ersten Band aus der Feder von Manuela Sanne.
Durch den flüssigen und angenehmen Schreibstil der Autorin bin ich schnell in die Geschichte um Sefa und ihrem Strickzirkel hinein gekommen. Zur besseren Orientierung befindet sich vorne im Buch ein Personenregister, das finde ich persönlich sehr hilfreich.
Auch hier bringt Frau Sanne viel Lokalkolorit ein und durch das eingestreute Plattdeutsch wird es noch verstärkt. Aber keine Angst, im Anhang wird das Platt kallen gut erklärt.
Dreh-und Angelpunkt dieser Cosy-Crime Geschichte ist die fiktive Wollstuuv in Norden-Norddeich. Sefa, vor kurzem aus Hannover an ihrem Geburtsort zurückgekehrt, trifft sich oft mit anderen Gleichgesinnten zum gemeinsamen stricken in der Wollstuuv. Natürlich wird sich dort auch eifrig über das aktuelle Geschehen ausgetauscht. Doch als die Besitzerin des Wollladens in ihrem Laden heimtückisch ermordet wird, steht für den Strickzirkel fest, dass sie der hiesigen Polizei auf die Sprünge helfen müssen und beginnen gemeinsam auf eigene Faust zu ermitteln! Ich schließe mich diesem besonderen Strickteam an und versuche mit zu ermitteln, bin aber leider auf der falschen Spur. Die Spannung steigt bis zur schlüssigen Auflösung, ein Wohlfühl-Krimi ohne Blutvergießen.
Wer Cosy Crime mag, ist bei dieser Autorin gut aufgehoben.
Tatwaffe: Strickschal – Senioren-Strickzirkel ermittelt in Norddeich/Ostfriesland
**Inhaltsangabe Verlag: ** Ein Mord in der Wollstuuv erschüttert den Küstenort Norddeich – und der Strickzirkel ermittelt. Für Fans von Tatjana Kruse, Leonie Kramer und Richard Osman „Sefa nahm das Taschentuch dankbar an und nickte. In Derks graublauen Augen las sie Mitgefühl, erkannte aber gleichzeitig den entschlossenen Zug um seinen Mund. Als ehemaliger Kriminalkommissar vergeudete er keine Energie mit Jammern und Wehklagen. Er befand sich im Ermittlermodus.“ In Norddeich ist die Welt noch in Ordnung – davon ist Sefa Pannkok überzeugt und genießt mit ihrem Kater den Ruhestand im ostfriesischen Küstendorf ihrer Kindheit. Doch mit den behaglichen Tagen zwischen Lesen und Stricken ist es jäh vorbei, als ihre Freundin Conni umgebracht wird. Die nette Inhaberin eines Woll-Lädchens war zusammen mit drei anderen Damen und dem pensionierten Kriminalkommissar Derk Mitglied in Sefas Strickzirkel. Ab sofort ruhen die Nadeln, denn Ermittlungen gehen vor!
**Meine Inhaltsangabe: ** Witwe Sefa hat es zurück an ihren Heimatort nach Norddeich gezogen. Dort ist sie Mitglied in einem Strickzirkel, dem außer ihr noch fünf weitere Senioren angehören. Eine davon, nämlich Conni, Besitzerin des Woll-Lädchens Wollstuuv, wird in ihrem Laden tot aufgefunden, erdrosselt mit einem Wollschal. Sefa und ihr Strickzirkel wollen den Mörder finden und Conni Gerechtigkeit verschaffen. Gut, dass Strickzirkel-Mitglied Derk ein ehemaliger Kriminalkommissar ist. Die vier Seniorinnen legen sich also zusammen mit Derk ins Zeug und helfen so dabei, der Polizei, die auch ermittelt, den einen oder anderen hilfreichen Hinweis zu geben. Den einen oder anderen Verdächtigen gibt es, doch wer ist wirklich der Mörder und vor allem auch: warum? Bald finden sie eine heiße Spur und schmieden einen Plan, der gefährlich werden könnte.
Erster Satz: »Bislang läuft alles glatt.«
**Mein Eindruck: ** Das war eine spannende und unterhaltsame Lesereise nach Ostfriesland. Manuela Sanne schreibt so herrlich bildhaft und lebendig, dass ich die ganze Zeit feinstes Kopfkino hatte und mich ein bisschen wir im Urlaub fühlte. Ihre Charaktere, allen voran die 5 Senioren, wachsen einem sofort ans Herz. Vor allem die resolute Gunda, die ständig ist Platt verfällt (was am Ende des Buches übersetzt wird) ist irgendwie eine ganz besondere Marke. Es kommen Tiere vor (Katze, Schafe, Hühner), was mir sehr gut gefällt, ich liebe das einfach. Toll fand ich, dass gleich am Anfang eine Art Steckbrief der sechs Strickzirkel-Mitglieder die einzelnen Personen kurz näher beschreibt. So ist man gleich mittendrin und hat direkt ein Bild von allen vorm Auge. Der Fall selbst, die Ermittlungen daran haben Hand und Fuß und sind nicht überzogen oder weit hergeholt, sondern durchaus realistisch. Der Humor kommt auch nicht zu kurz und sorgt zwischendrin immer mal für ein bisschen Auflockerung. Ganz süß fand ich auch die kleine, sich anbahnende Romanze zwischen Sefa und Derk.
Fazit: ein Wohlfühl-Krimi mit Ostfriesland-Flair, Tee, Kuchen und (Süß-)Keksen, Figuren, die man einfach mögen muss und einem spannenden Kriminalfall. 5/5 Sterne. Ich wurde durchweg allerbestens unterhalten.