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Club der Dilettanten: Warum niemand Bücher wirklich versteht, aber trotzdem jeder beim Lesen lernt | Eine Einladung zur Ehrlichkeit
Wenn die PISA-Studie wieder einmal mit dem Ergebnis Schlagzeilen macht, dass Kinder immer weniger lesen können, ist das Geschrei groß. Man könnte beinahe vergessen, was die Gemüter heutzutage doch offenbar viel mehr Leser, die nicht das Richtige lesen oder doch an Bücher geraten, die sie falsch verstehen könnten.
In einer Zeit, in der Autoren unberechenbare Leser fast so sehr fürchten wie Redaktionen und Verlage jedes verfängliche Wort und sogar über Beipackzettel für Klassiker nachdenken, die man nicht einfach umschreiben kann, muss die ketzerische Frage gestellt Wie konnte man je darauf kommen, dass ausgerechnet Lesenkönnen zum Ideal des mündigen Bürgers gehört, wenn Bücher so gefährlich sind, dass sie sogar zum Risiko für die Demokratie werden können? Warum genau hat unsere Kultur so großen Wert darauf legt, dass Kinder überhaupt lesen lernen?
Genau das fragt die Philosophin Bettina Stangneth und gibt eine überraschende Antowort: Wir sind nicht ehrlich zueinander, wenn wir vom Lesen sprechen. Statt vor falschen Büchern zu warnen, sollten wir davon erzählen, was Lesen wirklich ist und wie man jedes Buch mit Gewinn lesen kann. Nämlich nicht eingeschüchtert. Sondern vor allem habgierig — wie die Philosophen.
In einer Zeit, in der Autoren unberechenbare Leser fast so sehr fürchten wie Redaktionen und Verlage jedes verfängliche Wort und sogar über Beipackzettel für Klassiker nachdenken, die man nicht einfach umschreiben kann, muss die ketzerische Frage gestellt Wie konnte man je darauf kommen, dass ausgerechnet Lesenkönnen zum Ideal des mündigen Bürgers gehört, wenn Bücher so gefährlich sind, dass sie sogar zum Risiko für die Demokratie werden können? Warum genau hat unsere Kultur so großen Wert darauf legt, dass Kinder überhaupt lesen lernen?
Genau das fragt die Philosophin Bettina Stangneth und gibt eine überraschende Antowort: Wir sind nicht ehrlich zueinander, wenn wir vom Lesen sprechen. Statt vor falschen Büchern zu warnen, sollten wir davon erzählen, was Lesen wirklich ist und wie man jedes Buch mit Gewinn lesen kann. Nämlich nicht eingeschüchtert. Sondern vor allem habgierig — wie die Philosophen.
256 pages, Hardcover
Published January 28, 2025
About the author
Bettina Stangneth
17 books14 followersBettina Stangneth is a German philosopher. Known for her work on antisemitism and National Socialism, she is the author of several books, including Eichmann Before Jerusalem (2014), which won an NDR Kultur Sachbuchpreis (non-fiction book award) in 2011 when it was first published in German.[
Stangneth was awarded her PhD by the University of Hamburg in 1997 for a thesis on Immanuel Kant.
Stangneth was awarded her PhD by the University of Hamburg in 1997 for a thesis on Immanuel Kant.
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Community Reviews
Displaying 1 - 3 of 3 reviews
February 9, 2025
Jedes Wort über dieses kluge, lesenswerte und elegant geschriebene Buch würde mich sofort als Dilettant entlarven. Daher nur soviel: Ein Besuchsprogramm, bei dem mehr Fragen als Antworten auftauchen. Und das ist auch gut so - ohne Fragen kein Denken. Machen Sie bitte Ihre eigenen Leseerfahrungen im Club der Dilettanten. Es lohnt sich.
Auf den letzten Seiten diese grandiose Aussage:
»Dass eine Minderheit der Gesellschaft (und eine noch kleinere der Welt) Vorteile davon hat, wenn Menschen mit niedrigem Bildungsniveau zu niedrigem Lohn beschäftigt werden können, ist nun einmal so. Man nennt das dann: Tatsache. Diesen Zustand nicht zu ändern, ist bestenfalls gedankenlos, auf jeden Fall sozial kalt. Unbildung aber nicht nur bewusst zu erhalten, weil sie für einige nützlich ist, sondern auch noch an der Entwicklung und dem Verkauf genau der Mittel zu verdienen, mit denen bereits Kinder von allem abgehalten werden, was sie unterstützen könnte, und stattdessen Zerstreuung zu kultivieren und die hungrigen kognitiven Kräfte an sinnlose Zeitverschwendung bis zur Abhängigkeit zu gewöhnen, ist ein Verbrechen. Gleichzeitig von Chancengleichheit zu reden, weil jeder ja die Geräte jederzeit ausschalten kann und sich einfach nur hinsetzen und diszipliniert lernen könnte, wenn er denn nur etwas werden wollte, das nennt man: moralische Verkommenheit.«
- Bettina Stangneth: Club der Dilettanten. Warum niemand Bücher wirklich versteht, aber trotzdem jeder beim Lesen lernt. - S. 243f
Auf den letzten Seiten diese grandiose Aussage:
»Dass eine Minderheit der Gesellschaft (und eine noch kleinere der Welt) Vorteile davon hat, wenn Menschen mit niedrigem Bildungsniveau zu niedrigem Lohn beschäftigt werden können, ist nun einmal so. Man nennt das dann: Tatsache. Diesen Zustand nicht zu ändern, ist bestenfalls gedankenlos, auf jeden Fall sozial kalt. Unbildung aber nicht nur bewusst zu erhalten, weil sie für einige nützlich ist, sondern auch noch an der Entwicklung und dem Verkauf genau der Mittel zu verdienen, mit denen bereits Kinder von allem abgehalten werden, was sie unterstützen könnte, und stattdessen Zerstreuung zu kultivieren und die hungrigen kognitiven Kräfte an sinnlose Zeitverschwendung bis zur Abhängigkeit zu gewöhnen, ist ein Verbrechen. Gleichzeitig von Chancengleichheit zu reden, weil jeder ja die Geräte jederzeit ausschalten kann und sich einfach nur hinsetzen und diszipliniert lernen könnte, wenn er denn nur etwas werden wollte, das nennt man: moralische Verkommenheit.«
- Bettina Stangneth: Club der Dilettanten. Warum niemand Bücher wirklich versteht, aber trotzdem jeder beim Lesen lernt. - S. 243f
August 10, 2025
Eigentlich keine neuen Erkenntnisse, die daraus gewonnen werden können.
Insgesamt gefällig geschrieben. 2,8 🌟🌟🌟.
Insgesamt gefällig geschrieben. 2,8 🌟🌟🌟.
March 16, 2025
Ein kluger, humorvoller Essay - er regt zum Schmunzeln an, zum Nachdenken und zum Weiterlesen. Und ein schöner Buchsatz. Kurz: ein Buch für Menschen, die gern Lesen und auch einmal darüber nachdenken möchten.
Displaying 1 - 3 of 3 reviews



