„Niemals zuvor haben die Medien unseres Landes einen Politiker so erbarmungslos verfolgt – die Demütigungen reichten noch über den Tag des Freispruchs hinaus. Christian Wulff schildert aus seiner Sicht, wie die Affäre inszeniert wurde, was sich hinter den Kulissen abspielte und wer aus welchen Motiven seinen Sturz betrieben hat. Die Fehler, die er selber zu verantworten hat, werden ebenso offen benannt. «Ganz oben Ganz unten» ist das Protokoll einer öffentlichen Vernichtung und ein nachdenklich machendes Stück deutscher Zeitgeschichte.“
Ich möchte gar nicht wirklich auf das inhaltliche des Buches eingehen, das steht mir nicht zu. Ich mochte den Schreibstil überhaupt nicht. Das Ausschweifen beim Erzählen hat mich jedes Mal vor dieselbe Frage gestellt: Was will er mir damit eigentlich sagen? Meistens konnte ich mir diese Frage nicht beantworten und saß ratlos vor dem Buch. Meiner Meinung nach war es zum Teil recht wirr und durcheinander erzählt, sodass man mich so gut durchblicken konnte. Die letzten 30 Seiten hingegen waren sehr interessant, auch wenn es für mich leider die einzige interessante Passage war.
An eye-opening book that reveals many downsides and problems of media, modern journalism and the lack of diligence, accountability and differentiation, especially in a climate of an alleged scandal and herd instinct. An interesting case if you are interested in European politics.
Als ich vor kurzem eine Doku über die Wulff-Affäre gesehen habe, kam mir die Idee dieses Buch zu lesen. Es ist wirklich so: Die Medien hatten seinerzeit eine beispiellose Hetzjagd gegen Wulff geführt. Jedoch hat Christian Wulff auch einige Fehler begangen: Ein katastrophales Krisenmanagement ist nur ein Beispiel. Ein anderes Beispiel: Christian Wulff sagt am Anfang des Buches offen, dass er ein klarer parteipolitischer Kandidat war. Überraschend ist, dass er nicht versteht, dass das auch in der Bevölkerung wahrgenommen wurde - und er alleine schon deshalb von Anfang an einen sehr schweren Stand hatte. Auch seine weiteren (parteipolitischen) Ausführungen klangen für mich wenig präsidial. Auch die Tatsache, dass er seinerzeit der schärfste und polemischste Kritiker des früheren Bundespräsidenten Rau bei der Flugmeilenaffäre war, wird nur kurz abgehandelt. Dennoch: Es war interessant, einmal die andere Seite zu hören und zu sehen, wie groß die Macht der Medien ist. Das ist das eigentlich Erschreckende.
Christian Wulff war einfach kein Mann mit dem Format eines Bundespräsidenten. Dennoch sehe ich die Vernichtung seiner Person in den Medien kritisch und war positiv von diesem Buch überrascht. Wer sich für die Person und die Affäre interessiert, ist mit diesem Buch sicher nicht schlecht beraten.