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Die Stadt der Anderen: Roman

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Glitzernde Pools, kunstvolle Skulpturen und imposante Sehnsüchtig blickt Chilves auf die luxuriösen Wohnanlagen von São Paulo. Sein eigenes Leben könnte nicht weiter davon entfernt Er findet Unterschlupf auf der Praça da Matriz, ein Ort, wo jene zusammenkommen, die keinen Ort mehr haben.

Da ist Jéssica, seine Jéssica, die große Pläne hegt für ihre gemeinsame Zukunft. Da ist der kleine Dido mit seinem Hundewelpen, der Schriftsteller Iraquitan, der sich an der Schönheit seltsamer Worte festhält, oder Farol Baixo, der Lügner. Zwischen behelfsmäßigen Verschlägen und Öltonnen, in einer Welt, in der sich jeder selbst der Nächste ist, entsteht eine unerwartete Gemeinschaft.

Patrícia Melo reißt uns mit in eine schmutzig schillernde Metropole und fragt, was uns als Mensch ausmacht.

421 pages, Kindle Edition

First published May 20, 2022

11 people are currently reading
171 people want to read

About the author

Patrícia Melo

32 books102 followers
Patrícia Melo (born 1962 in São Paulo) is a Brazilian author. She has written a number of successful novels, including The Killer and In Praise of Lies. Her works have often dealt with sex and violence in a heavily urbanized setting.

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Displaying 1 - 17 of 17 reviews
Profile Image for Marion.
170 reviews59 followers
November 4, 2025
3,5🌟
Anhand wechselnder Personen und Perspektiven wird hier das Panorama von Sao Paulo gezeichnet.
Elendsviertel, Straßengangs, Kriminalität und korrupte Behörden. Eine clevere Mischung aus Milieustudie und Sozialreportage mit überzeugend gezeichneten Figuren.

Detaillierte Rezension folgt!
Profile Image for Ulla Scharfenberg.
156 reviews242 followers
February 26, 2024
Brasilien in Zeiten von Bolsonaro und Covid-19. In der Megacity São Paulo ist die Armut allgegenwärtig. "Die Stadt der Anderen" erzählt kaleidoskopartig von unterschiedlichen Menschen, die auf oder um den zentralen Platz , der Praça de Matriz, leben.

Da ist zum Beispiel Dido, kaum jugendlich, der sein erbetteltes Essen mit einem Straßenhund teilt. Glenda, die trans Frau, die sich um die minderjährige, schwangere Jéssica kümmert. Iraquitan, der Schriftsteller, der vor laufenden Kameras für ein Reality-TV-Format gedemütigt wird. Zélia, die auf einem Friedhof schläft und um ihren von der Polizei ermordeten Sohn trauert. Chilves, der davon träumt eine verlassene Luxuswohnanlage zu besetzen. Seno, der Venezolaner, der seine Arbeit verliert und kein Geld hat, um seinen Leistenbruch zu operieren.

Patrícia Melo flicht ein Netz aus Geschichten dieser Menschen, die uns beim Lesen besser nicht zu sehr ans Herz wachsen sollten, es sei denn, wir sind bereit es uns brechen zu lassen. Die zentralen Themen des Romans - Armut, Wohnungspolitik, Rassismus und Polizeigewalt - treten drastisch hervor, ohne dass Melo sie aktiv benennen muss. Sie bilden den Rahmen, den Stoff, sind in jede Figur und jedes Schicksal eingewoben. Doch da ist auch Hoffnung, kleine Gesten der (Mit-)Menschlichkeit, die Patrícia Melo uns wie Strohhälme reicht, um beim Lesen nicht in Wut und Verzweiflung zu ertrinken. Tula, die aus einem besetzten Haus ein Zuhause macht und es gegen die Räumung durch die Militärpolizei zu verteidigen versucht, Rita, die Journalistin, die an der Seite der Armen gegen Korruption und Polizeigewalt kämpft, oder Douglas, der die "Religion der kleinen Güte" lebt.

"Ein brasilianisches Les Misérables" sagt der Literaturblog "Digestivo Cultural", und aus Berliner Perspektive auch ein bisschen Blick in die Zukunft einer Stadt, in der das Wohnen immer teurer, die Verdrängung immer offensiver und die soziale Kälte immer eisiger werden.
Profile Image for Clarissa.
724 reviews22 followers
May 4, 2025
Ein Buch, das einen zwingt, die Scheuklappen abzunehmen, die man im hektischen Alltag häufig gegenüber Wohnungslosigkeit, Armut und Entmenschlichung der Betroffenen seitens der Polizei usw trägt.
Hier ist Sao Paulo der Hauptcharakter, während der Pandemie und Bolsonaro und katastrophaler Armut, die sich ausbreitet, zusammen mit korrupter Polizei, aber in Abstufungen gibt es solche Probleme in vielen großen Städten.
Nur selten gibt es Lichtblicke bei dem Cast an Figuren, die wir begleiten, und häufig folgt auf jeden Fortschritt wieder ein größerer Rückschlag. Gerade die Behandlung von Seiten der Regierung und Polizei ließ mich öfter schreien wollen.
Es gibt auch Hoffnung, aber (vermutlich realistischerweise) wird es für die meisten kaum besser.

Ein unglaublich schweres aber wichtiges Buch.
Profile Image for Ileana (The Tiniest Book Club).
230 reviews39 followers
March 22, 2025
São Paulo, Brasilien: Seno Chacoy von der Stadtreinigung arbeitet trotz Leistenbruch, denn er hat Angst um seinen Job. Mit seinem Wasserschlauch spült er nicht nur Zigarettenstummel, Essensreste und Spritzen weg, manchmal muss er auch Menschen wegräumen, wie Müll.

Chilves, der Müllsammler, der sammelt, seit er fünf ist, würde Seno nicht ungern eine Kugel in den Kopf jagen. Er gehört zu denen, die unter dem Vordach der Bank übernachten, ständigen Übergriffen und Erniedrigungen ausgesetzt sind, während sich nicht unweit von der Praça da Matriz die schamlos Reichen in Wohnanlagen mit Swimmingpools und Hubschrauberlandeplätzen einmauern.

Douglas ist Totengräber und Friedhofsgärtner. Nach einer erschöpfungsbedingten Krankschreibung ist er erst einmal von der Aufgabe enthoben, auf dem riesigen neuen Areal des Friedhofs Massengräber für die Pandemietoten auszuheben. Er hasst es, Menschen, die auf dem Friedhof wohnen, verscheuchen zu müssen. So auch eine Mutter, die es sich auf dem Grab ihres Sohnes eingerichtet hat.

Da ist Iraquitan, der Schriftsteller. Und Glenda, die trans Frau. Der kleine Junge Dido mit seinem Hundewelpen Nike. All diese Leben vereint ihr Lebensmittelpunkt, die Praça da Matriz, ein Platz in São Paulo.

Die meisterhaft miteinander verknüpften Geschichten sind reich und mitreißend, so niederschmetternd wie lebendig. Dieser Roman schlägt direkt in die Magengrube. Patrícia Melo wendet niemals den Blick ab vom Leid, von der allgegenwärtigen Armut. „Die Stadt der anderen“ ist brandaktuell: Was wird aus Städten, deren Politik allein den Interessen der Investoren folgt? In denen die Vertriebenen mit Polizeigewalt in Schach gehalten werden?

Der Roman wagt den unverstellten Blick in eine sich in die Zukunft ausbreitende Gegenwart aus Unterdrückung und sozialer Kälte, die auch uns bevorsteht. Er ist eine Erinnerung daran, dass die meisten von uns nur einen Schritt entfernt sind von einem Leben in Armut, nur einen Schicksalsschlag, eine schwere Krankheit, eine Jobkündigung, eine Wohnungskündigung.

Die katastrophalen Folgen der Corona-Pandemie in Brasilien unter Jair Bolsonaros rechtsextremer und neoliberaler Regierung, die unfassbare Gewalt gegen trans Menschen: harte, wichtige Themen, denen wir durch Melos Roman sehr sehr nah kommen. Und da ist auch Hoffnung: die Hoffnung auf ein besseres Leben, Hoffnung in Form von selbstverwalteten, besetzten Häusern, die Hoffnung, die engagierte Einzelpersonen verbreiten. Das Gute, das Gutes hervorbringt.

Es ist nicht einfach, dieses Buch zu empfehlen, obwohl es mir sehr am und schwer auf dem Herzen liegt. Lest es.

CN: Gewalt gegen Tiere, Alkohol, Drogensucht, Krankheit, Folter, Gewalt gegen eine trans Frau, Vergewaltigung, sexueller Missbrauch von Kindern, Polizeigewalt, Femizid, Rassismus gegen Afrobrasilianer*innen, LGBTQIA+-Feindlichkeit
Profile Image for lucas.
83 reviews6 followers
July 15, 2023
“na rua, para saber quem é uma pessoa, você tem que juntar um monte de caquinhos”. e a patricia melo junta esses caquinhos TÃO bem que eu senti como se conhecesse cada um dos personagens. “de dia, enquanto preenchia fichas de emprego, trancava o luto numa gaveta. À noite, vestia-o para dormir”. de fato, o Brasil tem muitas formas de matar seus cidadãos. e ler é definitivamente mais fácil que viver.
52 reviews4 followers
June 1, 2025
Ein ganz toller, berührender Roman. In (für mich) angenehm kurzen Kapiteln erzählen verschiedene Protagonist:innen von ihrem Alltag an einem Ort voller sozialer Ungerechtigkeit. Sie alle leben in São Paolo rund um oder auf der Praça da Matriz. Es geht um Polizeiwillkür, Machtmissbrauch und Korruption. Um ein Land, was seine Menschen im Stich lässt, um Rassismus und Armut. Um Aufbegehren, Widerstand und Zusammenhalt. Und um Momente der Solidarität und Menschlichkeit.

Trotz aller Schwere liest sich das Buch sehr rasant und lässt einen nie völlig hoffnungslos zurück. Trotzdem bleibt es zu jeder Zeit schonungslos ehrlich. Obwohl ich sonst häufig Probleme habe, wenn zu viele Personen früh eingeführt werden, viel es mir hier sehr leicht die unterschiedlichen Personen zuzuordnen. Die Charaktere wachsen einem schnell ans Herz, die Geschichten treffen sich immer wieder und man möchte gar nicht aufhören zu lesen.

Für alles weitere verweise ich auf die Rezension von Ulla Scharfenberg (Insta: @der_hase_im_pfeffer), durch deren Empfehlung ich überhaupt erst auf Patrícia Melo aufmerksam wurde.
Profile Image for haney.
325 reviews2 followers
July 7, 2024
Menos Que Um é um livro difícil de se ler pelo seu alto teor de realidade. Dá pra sentir em todas as páginas que essa história demandou muita pesquisa, que cada palavra foi pensada cuidadosamente pela autora. Através de uma escrita magnífica, Patrícia Melo dá vida a diversos personagens com diferentes pontos de vista e vozes narrativas únicas, mas unidos pela cenário da pobreza, de uma forma ou outra. É uma bela leitura muito marcante que abre espaço para reflexões sobre situações reais brasileiras que necessitam de maior visibilidade.
Profile Image for Fabio Augusto.
173 reviews6 followers
December 28, 2023
Gosto muito da Patricia Melo e da premissa de olhar com lupa a vida de gente sofrida, periférica. A mistura aqui, contudo, não me pareceu dar muito certo. O enredo demora a engatar, a empatia com as personagens demora a vir, algumas entram e saem da história meio despercebidas. Do meio pro fim eu acabei me entretendo, mas em nenhum momento entrei de fato na história. Pra quem quer ler o primeiro livro da autora, que é muito boa, eu sugiro começar por Mulheres Empilhadas.
Profile Image for Anne Jéssica.
36 reviews
December 12, 2025
O livro tem uma narrativa fantástica. O jeito que a história é contada, os personagens e seus carismas te fazem ficar focada na leitura. Por vezes divertida, a leitura nunca chega a ser enfadonha.
A decepção é o final que é pouco elucidativo. Exigindo que o leitor imagine o que aconteceu após a narrativa.
Profile Image for Ein_lesewesen.
83 reviews7 followers
April 16, 2024
São Paulo, schillernde Millionenmetropole, Kultur- und Wirtschaftszentrum und beliebtes Reiseziel Brasiliens ist Melos Geburtsstadt. Doch sie zeigt uns die andere Seite, »die Stadt der Anderen«, die der Obdachlosen, Prostituierten, Gelegenheitsdiebe, Müllsammler, Straßenhändler, Bettler und Drogensüchtigen. Menschen, die oft von heute auf morgen ihren Job, ihre Wohnung verloren haben und nun auf der Praça da Matriz auf Pappen in Hauseingängen schlafen, auf Parkbänken oder unterbehelfsmäßigen Planen und ums tägliche Überleben kämpfen.

Chacoy, der auf der Suche nach einem besseren Leben aus Venezuela eingewandert ist, muss sie jeden Morgen mit dem Wasserschlauch vertreiben. Durch eine Unachtsamkeit verliert er seinen Job und wird Teil dieser bunten Gemeinschaft. Dido mit seinem Hundewelpen, der vor dem gewalttätigen Stiefvater geflohen ist, die schwangere 15-jährige Jèssica, die ihr Geld mit Putzen verdient, Chilves, der mit Müll Geld macht, im Gefängnis landet und bekehrt wird. Und da ist Douglas, der Totengräber, der während der Coronapandemie täglich mehr Gräber ausheben muss, und seinen Glauben an Gott verliert.
Es sind einige Figuren, die wir durch ihr tägliches Elend begleiten, die Melo mit der Zeit lose verknüpft. Es braucht eine Weile, bis man sich im Großstadtdschungel São Paulos zurechtfindet. Aber desto mehr man von den einzelnen Schicksalen erfährt, umso sogartiger entwickelt sich die kaleidoskopartige Geschichte. In wechselnden Perspektiven erleben wir, wie unterschiedlich die Schicksale der Gestrandeten sind, wie schnell man von heute auf morgen auf der Straße landen kann, seine Arbeit, sein Dach über dem Kopf, seinen ganzen Besitz verlieren kann. Sie alle sind einem korrupten Polizeiapparat ausgeliefert, der vor Selbstjustiz und Mord nicht zurückschreckt, sie verschwinden ohne Anklage in Gefängnissen oder in kirchlichen Einrichtungen, die mit zweifelhaften Methoden von Umerziehungs- oder Irrenanstalten arbeiten und dafür Geld von der Regierung erhalten.

Zwischen all der Aussichtslosigkeit blitzt immer wieder ein Funken Hoffnung, Menschlichkeit und gegenseitiger Hilfsbereitschaft durch. Auch wenn man ihnen alles genommen hat, sie träumen noch immer von einem besseren Leben. Und das ist auch die Stärke des Romans, denn Melos Figuren wachsen einem mit der Zeit sehr ans Herz. Man ist so mittendrin, dass man sich wünscht, ihr kleiner Traum vom Glück möge in Erfüllung gehen. Doch Melo zerstört auch diese Wünsche, das Sterben auf der Straße ist allgegenwärtig.

Melo benennt weder Details der Pandemie noch die fatale Politik des rechten Präsidenten Bolsonaros, dennoch wird schnell deutlich, welche Folgen dies für das Land hatte, die besonders für die Armen exorbitant waren. Wer in Brasilien keine Adresse hat, kann sich auch nicht für Sozialhilfe registrieren lassen. Einmal auf der Straße angekommen gibt es nahezu keinen Weg zurück.
Melo lässt es uns hautnah spüren, wie unerwünscht diese Menschen sind, die das Stadtbild verschandeln, den Einzelhändlern ein Dorn im Auge sind und wie perfide die erdachten Gegenmaßnahmen, um sie loszuwerden. Das ist stellenweise nur schwer zu ertragen, schmerzt fast körperlich, da es trotz aller Fiktion sehr realitätsnah wirkt. Und doch liest sich der Roman flüssig und schnell, die Kapitel aus den einzelnen Perspektiven sind kurz und die Zeitsprünge (oft über Monate hinweg) verdichten die Ereignisse. Besonders beeindruckt haben mich ihre stilistischen Kniffe, der immer wiederkehrenden Aufzählungen, die zeigen, dass sich hinter der oft von uns als graue Masse wahrgenommenen Obdachlosen eine Vielzahl von Schicksalen, von Sehnsüchten, von individuellen Geschichten verbirgt. Melo gibt diesen unerwünschten, ungesehenen, vergessenen Menschen in ihrer Heimat eine Stimme. Es ist ein Roman, den ich so schnell nicht vergessen werde, der mich zutiefst berührt hat und der eine unbedingte Leseempfehlung von mir bekommt.
84 reviews
January 28, 2023
Muitas histórias super duras, tão distantes daquilo que a gente enxerga, abre caminhos para muita reflexão
Profile Image for Bruna Eliseu.
29 reviews
February 1, 2025
o livro aborda a perda da liberdade imposta pela miséria, através da história de alguns personagens centrais. É um daqueles livros difíceis e necessários
Profile Image for Sara R.
4 reviews
January 14, 2026
Read this while travelling through Brasil. Wonderfully written and revealed some harsh truths about the other side of Brasil.
Profile Image for Renata Truzzi.
45 reviews
March 10, 2024
Mais um livro difícil de engolir pois é muito real. Sobre as batalhas diárias que a maioria dos brasileiros vivem e que a maioria dos privilegiados nem se dão conta.
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