Auf einem Steilhang des Monte Croce di Muggio hoch über dem Comer See wird ein Mann angetroffen, der offenbar mit den Vögeln redet. Kurz darauf stürzt dieser Hang in die Tiefe. In kurzem Abstand gibt es weitere Erdrutsche in den Alpen. Haben die Vögel vor diesen Naturkatastrophen gewarnt? Ab jetzt begleiten den »Vogelmann« eine renommierte Krähenforscherin und ein Bergsteiger, der sich um die Natur sorgt. Die Schweiz bittet um Amtshilfe, die katholische Kirche glaubt, in dem Mann einen neuen Franziskus zu erkennen. Für die Klimabewegung wird er ebenso eine Leitfigur wie für eine Unternehmensberaterin, die sich für ein nachhaltiges Geschäftsmodell in den Alpen einsetzt. Rund um den Comer See prallen die Akteure aufeinander. Dabei offenbart sich Scheinheiligkeit in Politik und Ökonomie ebenso wie Aktionismus und Wunschdenken der Umweltschützer angesichts der Klimakatastrophe. – Der furiose Auftakt einer neuen Buchreihe. Mit kritischer Fantasie entwerfen die Autoren mögliche Versionen der allernächsten Zukunft.
3.5 Insgesamt hat mich das Buch von der ganzen Art her an Der Schwarm erinnert, was mich sehr gefreut hat. Ich würde das Buch auf jeden Fall empfehlen. Das Thema war sehr interessant und erfrischend umgesetzt, der Schreibstil an sich sehr kurzweilig und die Charaktere alle irgendwie sympathisch.
Das Buch hatte sehr viele Charaktere, Handlungsstränge und Nebenschauplätze. Einerseits kreiert das einen komplexen und interessanten Plot, andererseits war es sehr schwer, allem zu folgen und teilweise hätten Sachen noch mehr auserzählt werden können. Diese Karte im Einband war auch irgendwie völlig useless, gefühlt ging es um 20 Orte, von denen maximal die Hälfte da drauf war.
Irgendwie hat mir auch zwischenzeitlich der Rote Faden sehr stark gefehlt. Der Klappentext hat suggeriert, dass es um den Vogelmann und Hangabgänge geht und wie man mit Hilfe der Vögel Hangabgänge verhindern kann. Die ersten vielleicht 100 Seiten haben das auch noch wiedergespiegelt, danach ging es auf einmal gefühlt um was ganz anderes. Ab da hatte ich eigentlich nicht mehr wirklich eine Ahnung, was das Ziel der Handlung sein wird, bis sich dann auf den letzten Metern herausgestellt hat, dass das Hotel verhindert werden soll. Hat sich alles phasenweise sehr chaotisch und offen angefühlt. Ein weniger irreführender Klappentext hätte sicherlich schon gut geholfen und wie gesagt an der ein oder anderen Stelle Sachen mehr auserzählen. In der Mitte gab es ein paar Längen und dadurch, dass ich schon wieder bei gefühlt der Hälfte der Charaktere vergessen hatte, wer sie sind, musste ich da echt bisschen durchpowern. Wurde dann aber auch wieder besser vom Spannungsbogen her.
Achso und eine Sache hat mich echt noch genervt, aber das ist eher meckern auf hohem Niveau: dauernd heißt es, dass diese oder jene Nachricht/Bilder "um die Welt gegangen" sind. Sorry aber wann wurde das letzte Mal über irgendwas aus den Alpen (oder irgendeinem anderen vom Klimawandel betroffenen Gebirge, das nicht der Mt. Everest ist) in der internationalen Öffentlichkeit diskutiert? Dass der Dalai Lama sich eingeschaltet hat, wurde noch halbwegs gut erklärt, aber so alles in allem? Das war eine Wichtigtuerei, die mich echt einfach fuchsig gemacht hat.
In der Nähe des Comer Sees auf dem Monte Croce di Muggio findet der Tibeter, Aurelio Campanna, einen Mann, der mit den Krähen spricht. Es stellt sich heraus, dass dieser Mann ein Veterinär Mediziner ist. Es ist Dottore Giorgio Colombo aus der Nähe. Seine Laute, die er von sich gibt, sind denen der Krähe sehr ähnlich. Nachdem er aus dem Krankenhaus entlassen wurde, hat man ihn in eine Unterkunft der confusi, die von einer Ordensschwester geleitet wird. Es ist sehr schwer ansprechbar und gibt nur Krähenlaut von sich. Er zeichnet eine Karte der Alpenregion und zeichnet dort in einer Art Vorhersage, künftige Erdrutsche und andere Unglücke ein, die er wohl von den Krähen gehört hat, wie er angibt. Die Frage, die sich nicht nur Wissenschaftler stellen ist, ob es möglich ist diese Vorhersagen zu verifizieren. Ein sehr interessanter Roman den Spinnen/Wolkenstein, mit dem Namen „Erdrutsch“ hier entwickelt haben. Schon das Cover zeigt ein stilisierte Krähe und die Region um den Comer See. Es hat etwas gedauert, bis ich mich in dem Roman wohlgefühlt habe, denn die Erzählung von Menschen und Krähen, die Unglücksprognose betreiben können, war mir erst sehr befremdlich. Doch die Autoren haben ganz geschickt ein sehr aktuelles Thema an diesen Mythen aufgebaut. Es geht um handfeste Probleme, die durch den Klimawandel und die ansteigende Anzahl von Touristen entstehen kann. Dies ist hier die Bedrohungskulisse und natürlich sind auch Umweltschützer, einer sogenannten Burnt Generation, beteiligt mit ihren sehr harten Aktionen gegen diese beiden bedrohenden Faktoren. Dieses wird sehr gut deutlich gemacht durch die Sprache, bei den drastischen Ereignissen. Doch der Roman bleibt nicht stehen in der Aufzählung der negativen Probleme der Region, sondern erzählt auch von Auswegen aus dem Dilemma. Sehr interessant sind die Darstellungen der Aktionen um die Raben, denen hier fast menschliches Verhalten nachgewiesen wird. Das sind alles zusammen ein paar interessante wirtschaftliche und wissenschaftliche Erkenntnisse, die mich doch sehr neugierig gemacht haben. Nach anfänglichen Fragezeichen, die in mir entstanden, fand ich den Roman wegen seiner Aktualität sehr interessant und lesenswert. Mit seiner Gesellschaftskritik, aber auch ein wenig überspitzten Handlungen, z. B. um das Verhalten der Krähen, hat er mich am Ende überzeugt und wer sagt denn, dass die Krähen menschliches Verhalten nicht spiegeln können? Die Umweltschäden in den Alpen wird man so leicht nicht von der Hand weisen können.
Diverse Erdrutsche erschüttern die italienischen, schweizer und deutschen Alpen. Gibt es Möglichkeiten diese zu stoppen? Bäume oder Vögel als Frühwarnsystem?
Meine Meinung
Dies ist ein sehr aktuelles Buch, wenn ich da an den Erdrutsch von Blatten denke. Und ich denke damit werden wir leben müssen, denn sie werden zunehmen.
Ich habe das Hörbuch gehört und fand die Sprecherin sehr gut. Sie hat eine angenehme und ausdrucksstarke Stimme.
Der Stil des Buches ist eher nüchtern und fast schon emotionslos gehalten. Die Personen und Handlungen werden sehr gut erklärt und verständlich beschrieben. Es kommt sehr wenig Spannung auf, da hätte man mehr daraus machen können. Das Thema Umweltschutz kommt sehr gut und verständlich rüber. Nicht zu extrem damit es nicht zu trocken wird.
Kurzmeinung / Hörerlebnis Vielen Dank an Netgalley und Aufbau Audio für das kostenlose Rezensionsexemplar. Ursprünglich angesprochen hat mich der Titel, weil ich kürzlich ein hochwertiges Ölgemälde geerbt habe, das den Comer See darstellt. Unabhängig vom Setting hat mir die Geschichte aber mit ihrem Thema, den Charakteren und der Message so gut gefallen, dass ich es als nächstes in meinem Zoom-Lesekreis vorschlagen werde. Den zweiten Teil werde ich sicher auch lesen.
Was wäre, wenn Tiere viel mehr mit uns kommunizieren als wir es bisher angenommen haben. Was wäre, wenn Raben uns vor Erdabgängen warnen könnten.
In ihrem Roman „Erdrutsch“ wird sehr spannend der Kampf Mensch gegen Natur in einen Plot gepackt und nimmt den Leserin /Hörerin mit in die Nähe des Comer Sees.
Als Hörbuch ist es zu empfehlen und auch die vielen verschiedenen Charaktere und Orte kann man gut einordnen.