Grundlage dieses Buches sind die Ergebnisse einer lange zuruck liegenden Konferenz uber den Fehlstart von Jugendlichen in den Beruf, deren Veroffentlichung sich aus verschiedenen Grunden im mer wieder verzogerte. Unter anderem nahmen wir - wie viele andere - an, dass der Aufschwung der Informations-und Kommu nikationstechnologie und insbesondere der Softwareindustrie zu einer erheblichen Entspannung des Arbeitsmarktes und zu einer Verbesserung der Ubergange Jugendlicher in Arbeit fuhren wurde. Gestutzt wurden diese Annahmen unter anderem von den - wie sich spater herausstellte - weit uberzogenen Prognosen uber den Aus bildungs-und Arbeitskraftebedarf, die immer wieder von den Ver banden der Medienwirtschaft, der Softwareindustrie und von der- und K-Branche insgesamt veroffentlicht wurden. Auch auf Seiten der Arbeitsmarktforschung wurde ein "Diskurswechsel von der Massenarbeitslosigkeit zum Fachkraftemangel" (Fuchs u. a. 2000) ausgemacht, es wurde vermutet, dass der Arbeitskraftemangel ein "Hemmnis fur Wachstum und Beschaftigungsentwicklung" (Mag vas/Spitznagel 2001) sei, eine Ansicht, die von den Verbanden der Informations-und Kommunikationsindustrie lange Zeit offensi- auch in der politischen Debatte - vertreten wurde und die letztlich auch ihren Ausdruck in der Greencardinitiative fand. Mittlerweile ist Ernuchterung eingekehrt. Der "IT-Hype" ist geplatzt, abzulesen am Zusammenbruch des Neuen Marktes, an unzahligen Insolvenzen im Softwarebereich, an der starken Schrumpfung der Belegschaften in den Informations-und Kommunikationsunternehmen. Die uber hohten - insbesondere auf den Arbeitsmarkt bezogenen - Wachs tumserwartungen sind unter Normalmass gefallen, was man sehr gut an den fast fehlenden Stellenanzeigen in den Software-und Com puterzeitschriften ablesen kann."