Wir leben in einer Zeit, in dem das Wissen nicht mehr zählt. Vince Ebert beschreibt, wie heute Politik und Ideologie über Wissen und Tatsachen gestellt werden. Der Zeitgeist nimmt Fakten nicht mehr wahr, diskreditiert die Experten und verabschiedert sich von der Wissensgesellschaft, in der Wahrheit und Debatte noch wichtig waren. Ebert nimmt diese Entwicklung aufs Korn, ordnet sie historisch ein und fordert eine Renaissance der Aufklä Digitales Detox, zurück zur Wissenschaft und raus aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit. Wir koppeln uns vom Wissen und von der Wissenschaft ab, wir verweigern uns damit der Realität. Um die Zukunft zu meistern, brauchen wir aber mehr Wissen, Vernunft und Naturwissenschaft, nicht weniger.
Dass ein alter weißer Mann sich über inklusion aufregt ist ja nichts neues- ein derartig beschissenes Buch zu schreiben leider auch nicht.
Ich war ehrlich gesagt überrascht von dem Inhalt des Buches und wusste garnicht was mich erwarten würde. Vorab: ob man den Inhalt mag oder nicht, der Schreibstil ist leider grottig.
Zu schreiben dass "nicht jedem dieses Buch gefallen wird" ist natürlich ein fantastischer Weg um sich Kritik zu entziehen- die anderen verstehen ja einfach nichts, Ebert hat aber natürlich komplett den durchblick und ist der mit der richtigen Ansicht.
Zum Inhalt: man kann sich anscheinend so "neutral" und "nur beobachtend" darstellen wie man will- die politische meinung wird hier aber doch deutlich und ist eben in keinem Fall neutral. Linkes wird als "wunschdenken" abgestempelt, rechtes als "reine tradion". Ein signifikanter Punkt wird hier gekonnt ignoriert: es ist eben NICHT alles im leben nur basierend auf neutralität und logik sondern eben auch auf Gefühlen und empathie für seine mitmenschen. Dass die ganzen rechten Ü35 leute darauf anspringen ergibt auch extrem Sinn.
Gesellschaftskritik ist heutzutage wichtig und nicht im geringsten verwerflich- sein Geschwafel über den Bundestag, Behörden und andere Regierungen als Fakten darzustellen IST verwerflich. Dann auch noch so zu tun als wär das hier "rein analytisch" ist purer Wahnsinn.
Eine rechtsextreme Partei, Trump und Putin in schutz zu nehmen macht dich nicht neutral- Herr Vince Ebert, ich hasse Sie.
Das wird nicht jedem Menschen gefallen - es betrifft sensible Themen von heute und rechnet wissenschaftlich (!) damit ab. Gefühle und Emotionen sind wichtig, jedoch werden Genetik, naturwissenschaftliche und wirtschaftliche Erkenntnisse zeitgemäß aufgezeigt - hoffentlich "rettet" dies Deutschland nochmals... Leider ernüchternd, jedoch gnadenlos ehrlich.
Mit Wot se fack, Deutschland? legt Vince Ebert ein ebenso unterhaltsames wie nachdenkliches Sachbuch vor. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass öffentliche Debatten zunehmend von Emotionen, moralischen Reflexen und Empörung geprägt sind – oft auf Kosten von Fakten, Wissenschaft und nüchterner Abwägung.
Ebert argumentiert pointiert, aber meist nachvollziehbar. Er verbindet gesellschaftliche und politische Beispiele mit einem klaren Bekenntnis zur Aufklärung und zu evidenzbasiertem Denken. Dabei hilft ihm sein humorvoller Stil: Die Zuspitzungen sind scharf, aber selten belehrend, und machen das Buch auch dort gut lesbar, wo es unbequem wird.
Nicht jede These wirkt bis ins Letzte ausbalanciert, manches ist bewusst zugespitzt. Gerade darin liegt aber auch die Stärke des Buches: Es will weniger abschließend erklären als zum Nachdenken und Widerspruch anregen.
Fazit: Wot se fack, Deutschland? ist ein kluges, kurzweiliges Plädoyer für mehr Rationalität in einer aufgeheizten Zeit. Kein Buch, das man in allem teilen muss – aber eines, das eine wichtige Debatte anstößt und dabei angenehm lesbar bleibt.