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Der Begleiter, eine Welt hinter dem Alltag

Ein Journalist kommt im Rahmen seiner Tätigkeit in eine Kleinstadt. Er findet heraus, dass es hier einen Hund geben soll, der niemandem gehört und der auch nur ab und zu in der Stadt auftaucht. Wenn er das tut, dann sucht er sich einen ganz bestimmten Menschen aus und wohnt eine Zeit lang bei ihm. In dieser Zeit verändert sich das Leben des Betreffenden auf stille, aber entscheidende Art und Weise. Der journalist bekommt eine Liste von all jenen Menschen, wo der Hund schon gewohnt hat und hört sich die Geschichten der Menschen an - und macht sich auch auf die Suche nach diesem mysteriösen vierbeinigen Begleiter ...Weitere Informationen zum www.der-begleiter.at

240 pages, Paperback

First published April 1, 2014

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Profile Image for Lykos Silvertongue.
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February 17, 2024
Ein Hund wie ein Silberstreifen am Horizont

Bloß ein Wort würde als Leseempfehlung reichen: Wunderschön! Das war mein erster Eindruck nach ein paar Seiten. Das blieb mein Fazit am Ende der Geschichte. Eine Geschichte, die ich als phantastisch realistisch beschreiben würde, wobei sie näher an der Realität als an der Phantastik liegt. Im Zentrum steht ein Hund…

Kein gewöhnlicher Hund, sondern ein ganz besonderer mittelgroßer, braunfelliger Kerl mit dunkler Schnauze. Er scheint in den Wäldern um die US-Kleinstadt Cranston (irgendwo im Nirgendwo von Maine) zu leben. Immer dann, wenn Menschen eine Lebenskrise durchlaufen, läuft er ihnen zu. Wie er das spürt und warum er das macht: großes Pfotengeheimnis! Allein durch seine Präsenz sorgt Lucky, Buddy, Mr. Biggles, Micmac (er hat einige Namen) für seelische Genesung, zeigt neue Wege auf. Ein Hund wie ein Silberstreifen am Horizont.

Der Hauptprotagonist und Journalist Finn Henderson macht sich auf 236 Seiten auf, um das faszinierende Geheimnis des Tieres zu lüften. Nach und nach besucht er all jene Kleinstädter*innen, die der Hund für kurze Zeit begleitet hatte, ehe er wieder verschwand oder eine andere Person erkor. Schlimme persönliche Schicksale tun sich auf.

Eine Stärke von Bernhard Hoffmanns Novelle besteht darin, dass die Geschichte trotz all ihrer tragischen Episoden die Basisnote „schön“ beibehält. Überall schwingt die Hoffnung stärker als die Verzweiflung. Und sein Finn ist ein sympathischer Pressemann, der sich mit hohem beruflichen Ethos, Empathie und Leichtigkeit an die Fährte des Hundes heftet.

„Der Begleiter“ ist von einer spirituellen Lebensweisheit durchzogen, ohne aber in esoterische Spekulationen abzudriften. Auch das eine Leistung.

Vielleicht gefällt mir das Buch deshalb so gut, weil ich Tiere – Hunde speziell – sehr gern habe. Eines weiß ich bestimmt: Die Geschichte sorgte für Resonanz in meinem Inneren, zog mich in ihren Bann. Fast entstand eine Bromance zu Micmac. Ich sah die Story als Film oder Kurzserie vor mir ablaufen. Am liebsten wäre ich selbst nach Cranston geflogen, um nach dem braunen Schlappohr zu suchen. Und würde es immer noch tun. Ein Fiepsen von Micmac wäre ausreichend…
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