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Den Himmel Oeffnen ...: Bild, Raum Und Klang in Der Mittelalterlichen Sakralkultur (Publikationen Der Schweizerischen Musikforschenden Gesellsch)

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In seiner ersten Ubersetzung der Artes-liberales -Enzyklopadie des Martianus Capella hat Notker der Deutsche aus dem Kloster St. Gallen um das Jahr 1000 festgehalten, dass die freien Kunste dem Menschen den Himmel offnen. Zu ihnen gehorte auch die Musik, die ihren letzten Sinn aus der Analogie zur vollkommenen Harmonie der zahlhaften Struktur des Kosmos bezog, dem konstitutiven Prinzip absoluter Schonheit und Ausgewogenheit. Im Akt des anagogischen Aufstiegs zur hochsten und innersten Wahrheit - ausgehend von der Wahrnehmung im Sinnesvermogen - pragte sich in der Meditation der gottlichen Geheimnisse im inneren Horen und Sehen ein Ethos aus, das als Seelenbildung den ganzen Menschen erfassen sollte. Die kunstlerischen Ausdrucksformen dienten dazu, unter Wahrung der Transzendenz dem Gottlichen eine mediale Prasenz im Diesseits zu verleihen, die sich in der Asthetik des Ritus wie der Architektur und Ausstattung der Kirche verdichtete. Dieser Bedeutungsraum der Andacht spiegelt das geistige Sinngebaude des Mittelalters, das sich vom Irdischen zum Himmlischen weitet und das Erschaffene auf das Ewige hin transparent macht.

163 pages, Unknown Binding

First published February 18, 2014

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Therese Bruggisser-Lanker

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