Nach dem Tod ihrer Eltern ist Krankenschwester Anne komplett aus der Bahn geworfen und kann ihrer Arbeit vorläufig nicht nachgehen. Als sie erfährt, dass ihr Vater ein Haus auf Amrum besitzt und ihr hinterlassen hat, fährt sie kurzerhand hin und trifft auf Frau Emma Onken, eine Frau, die Wohnrecht auf Lebenszeit hat. Anne versteht nicht, was ihre Eltern mit dieser Frau verbindet und Emma selbst hält sich bedeckt. Ben, Handwerker und Multitalent beeindruckt Anne, er zeigt ihr die Insel und sie fühlt sich wohl bei ihm. Als jedoch ihr Freund Jan nachreist, muss sie Entscheidungen treffen ...
In gut lesbarem Schreibstil ist der Roman in Ich-Form aus Annes Perspektive verfasst. So konnte ich mich gut in ihrer Gedanken und Gefühle einfühlen und habe mit ihr mitgelitten. Dass man den Tod der Eltern, die plötzlich aus dem Leben gerissen wurden, nur schwer verkraftet, konnte ich gut nachvollziehen. Die Figuren sind glaubhaft dargestellt und haben ihre Ecken und Kanten, teilweise liebenswert, teilweise schrullig und vor allem Jan konnte ich auch gut nachfühlen, der mit der Veränderung seiner Freundin nicht umgehen kann. Ben hingegen war für mich »zu gut, um wahr zu sein«, der hätte ruhig einen (kleinen) Fehler haben können. Wenig überraschend war für mich das »Geheimnis« rund um Frau Onken, da hätte ich mir noch ein Gespräch gewünscht – das vermutlich in Band 2 kommen wird. Die Liebesgeschichte ist gut aufgebaut und glaubhaft. Ein lesenswerter Auftakt einer Trilogie, die ich sehr gern weiterempfehle.