Die Fruhe Neuzeit war mit tiefgreifenden Umbruchen konfrontiert. Auf der Suche nach Orientierung, die einen Ausweg aus den Wirren der Gegenwart bringen sollte, interessierten sich Gelehrte, Dichter, Kunstler und Fursten immer wieder fur das antike Rom, das jedoch nur noch in Gestalt von Fragmenten und Ruinen vorhanden war. In antiquarischen Beschreibungen wurde die Stadt als ordnungsstiftendes Vorbildmodell rekonstruiert, als stabiles Raumgefuge, das, vermessen und zu Papier gebracht, in der Lage sein sollte, der Willkur der Zeit standzuhalten. Doch zusammen mit den Beschworungen intakter antiker Grosse entstanden auch Gegenbilder. Ihren Mittelpunkt bildete der Verdacht, dass Rom nicht wiederherzustellen sei, ja sogar die Ahnung, dass die Stadt nicht einmal als Vorbild tauge. Martin Disselkamp stellt in seiner Untersuchung sowohl die glanzvolle wie auch die ruinose Seite unter Einschluss mittelalterlicher Rom-Entwurfe in einer exemplarischen Reihe vor. Dabei wird deutlich, dass beide S