Vom schwarzen Schaf der Familie zum weltberühmten Schriftsteller - ein packender Roman über eine Leuchtturmbauer-Dynastie und die frühen Jahre Robert Louis Stevensons, Autor von DIE SCHATZINSEL und DR. JEKYLL UND MR. HYDE
Schottland, 1868. Der fast 18-jährige Robert Louis Stevenson träumt von einem Leben als Schriftsteller. Eine Zeitlang lässt sein Vater ihn gewähren, doch als Robert sein Studium vernachlässigt und sich unstandesgemäß verliebt, muss er Edinburgh verlassen. Wenig später nimmt sein Vater ihn mit auf eine Inspektionsreise zu den Leuchttürmen, für deren Konstruktion die Männer der Familie berühmt sind: wahnwitzigen Bauten inmitten der schottischen See. Zum ersten Mal sieht Robert auch den Dubh Artach, den sein Vater gerade auf einem Riff im Atlantik errichtet - und riskiert auf der kleinen, sturmumtosten Felseninsel sein Leben. Er weiß: Bricht er mit der Tradition, wird er seine Familie verlieren. Aber kann er so wirklich leben?
Ein beeindruckender Roman über eine heute wenig bekannte Lebensphase des weltberühmten Schriftstellers
Sabine Weiß wurde 1968 in Hamburg geboren und studierte Germanistik, Geschichte und Erziehungswissenschaften an der Universität Hamburg, bevor sie sich dem Journalismus und dem Schreiben von Romanen zuwandte.
Der junge Robert Louis Stevenson ist noch unsicher, wie sich sein Leben entwickeln wird. Er ist manchmal etwas kränklich. Sein Vater ist Ingenieur und er hat etliche Leuchttürme in Schottland konstruiert. Ihm ist klar, sein Sohn soll die Firma übernehmen. Deshalb soll sich Robert auch die Fähigkeiten aneignen, die er für den Ingenieurberuf braucht. Robert liest gerne, verschreibt auch gerne, Briefe oder Gedichte zum Beispiel. Er tauscht sich gerne über Literatur und Theater aus. Und doch hat er mit der Ausbildung begonnen, er will seine Eltern nicht enttäuschen. Und so fährt er mit seinem Vater durch Schottland, um die Leuchttürme zu inspizieren.
Wahrscheinlich kennt man ein paar Romane des Autors Robert Louis Stevenson. Ob man auch etwas über sein Leben weiß, könnte eventuell fraglich sein. Seine von Krankheiten geprägte Kindheit und Jugend sind nicht so bekannt, auch nicht, dass sein Vater ein erfolgreicher Konstrukteur von Leuchttürmen war. Wie viele Kinder es tun, so versuchte auch Stevenson, seinen Eltern zu gefallen und ihre Wünsche zu erfüllen. Doch es waren ihre Wünsche, sein Traum war es Schriftsteller zu werden. Werden seine Eltern irgendwann ein Einsehen haben? Zum Glück gibt es immerhin sein Werk.
Bei diesem Roman handelt es sich zwar um ein Werk der Fiktion, aber man merkt, dass die Autorin akribische und mit viele Liebe recherchiert hat.Sie zeichnet ein Bild von vielschichtigen Persönlichkeiten. Robert Louis Stevenson weiß zwar schon früh, wo es ihn hinzieht, aber er braucht eine ganze Weile, um dazu zu stehen. Hauptsächlich um seine Jugendjahre geht es hier, Jahr die sehr prägend waren. Manches gibt es auch aus seinen späteren Jahren zu erfahren. Erstaunlich was alles in Stevensons leider viel zu kurzes Leben hineingepasst hat. Man hätte ihm noch viele Jahre gegönnt. Und uns noch viele Roman oder andere Schriften. Lesenswert ist auch, dass es zwischen Eltern und Kindern doch wohl schon seit Jahrhunderten ähnlich zugeht. Einmal ein etwas anderer historischer Roman, den man gerne Liest.
Der Junge, der immer nur eines wollte – schreiben!
Worum geht’s?
In »Die Leuchttürme der Stevensons« von Sabine Weiss erfahren wir alles über eine wenig bekannte Zeit im Leben des bekannten Schriftstellers Robert Louis Stevenson – seine Kindheit und Jugend bis hin zum Abschluss seines Studiums.
Robert, der kränkliche kleine Junge mit der blühenden Fantasie aus Edinburgh, der immer nur eines wollte: Schreiben. Allerdings hat sein Vater Tom andere Pläne mit ihm. Robert soll der nächste in einer Dynastie der Leuchtturmbauer werden, der schon sein Großvater und auch sein Vater angehören. Doch das Ingenieurstudium ist für ihn stets nur Nebensache und er verfolgt es mit wenig Begeisterung, viel wichtiger ist ihm von Anfang an seine Schreiberei. Als er sich darüber hinaus noch in Jeannie verliebt, eine junge Frau, die sein Vater für unstandesgemäß hält, muss er die Stadt verlassen. Sein Vater will dem Sohn die Flausen austreiben, nimmt ihn mit auf seine Leuchtturm-Inspektionsreisen, wo er die praktische Seite kennenlernen soll. Immer enger wird das Korsett, in das sein ehrgeiziger Vater ihn pressen will. Immer wieder versucht Louis, auszubrechen und sich von den Zwängen zu befreien, was ihm einfach nicht gelingt. Kurse an der Uni werden geschwänzt, Rauschmittel konsumiert, bis er schließlich nach seinem Studienabschluss endlich den Mut findet, dem Vater zu sagen, dass er Schriftsteller sein will. Um des lieben Friedens willen schließt er nach dem Ingenieurs- noch ein Jurastudium an, doch auch diesen Beruf übt er nicht lange aus. Was später aus ihm wurde, ist weltbekannt.
Wie war’s?
Vorab muss ich sagen, dass historische Romane eigentlich gar nicht mein Beuteschema sind, allerdings habe ich hier mal eine Ausnahme gemacht und trotzdem zum Buch gegriffen, da mich das Leben des Schriftstellers sehr interessierte und ich auch schon einiges von ihm gelesen habe. Es ist auf jeden Fall spannend, zu sehen, woher er die Inspiration für seine wunderbaren Geschichten genommen hat.
Schon das Cover passt perfekt zum Buch und stimmt einen sehr schön auf den Inhalt und die raue See ein. Was mir gut gefiel, ist die Art, wie Sabine Weiss mit Sprache spielt, mit ihrem Sätzen Atmosphäre schafft. Es geht schon direkt im ersten Kapitel los: »Finsternis. Flappernde, klappernde Finsternis.« Sie versteht es, die damals oft bedrückende Atmosphäre, Armut, Krankheit und die schwierigen Bedingungen, unter denen sich die ärmere Bevölkerung durchs Leben schlagen musste, so zu schildern, dass man sich viel darunter vorstellen kann.
Mein persönlicher Kritikpunkt an diesem Buch ist die Tatsache, dass vieles einfach zu sehr ins Detail geht. Diese detaillierten Beschreibungen von Leuchttürmen, Wellenbrecherbau etc. waren mir einfach »too much information« und ich habe hier oft nur noch überflogen, um nicht völlig die Leselust zu verlieren.
Auch die dargestellten Personen (abgesehen von Robert Louis und seinen Eltern, die wirklich ausführlich skizziert werden) waren mir persönlich oft zu blass, vieles wurde nur angerissen und man konnte sich nicht wirklich mit ihnen identifizieren.
Fazit:
Für alle, die historische Romane lieben, mit Sicherheit eine Leseempfehlung. Auch Schottlandfands oder Menschen, die sich für technische Einzelheiten von Bauprojekten interessieren, dürften voll auf ihre Kosten kommen, Fans von Robert Louis Stevenson sowieso. Ich persönlich war eher froh, dass das Buch dann nach 462 Seiten „endlich“ vorbei war.
Boring, antipoetic descriptions of cities and coasts combined with one of the most passive main characters in the history of literature make this slog of a book impossible to get through. There is no story, really. The events just happen and have very little consequences outside of Louis’ parents being increasingly disappointed in him. It’s 460 pages of Louis being bored and stressed out about his duties as a member of a family company and the necessary education that comes with it. He wants to write. I get it. Don’t waste your time on it if you’re counting on any insight into Stevenson as a writer. The book fails as historical and as fiction. Just read his Wikipedia page.
In „Die Leuchttürme der Stevensons“ erzählt Sabine Weiß die Geschichte von Robert Louis Stevenson und seiner berühmten Familie, die im 18. und 19. Jahrhundert Leuchttürme baute. Erschienen ist der Roman bei Lübbe im August 2024.
Schottland, 1868: Geht es nach seiner Familie würde der fast 18-jährige Robert Louis Stevensons in die Fußstapfen seiner berühmten Vorfahren treten und Leuchttürme bauen, doch selber träumt er davon Schriftsteller zu werden. Das Studium fällt ihm schwer und er lässt sich nur allzugerne davon ablenken. Dies bleibt auch seinem Vater nicht verborgen und als sein Sohn sich dazu auch noch unstandesgemäß verliebt, schickt er ihn kurzerhand aus Edinburgh fort und nimmt ihn anschließend mit auf eine Inspektionsreise. Dort lernt der junge Stevenson die berühmtesten Leuchttürme seiner Familie kennen, wie den Bell Rock oder auch den Dubh Artach, an dem sein Vater gerade baut und auf dessen Riff Robert Louis Stevensons in Lebensgefahr gerät.
Romane von Sabine Weiß sind für mich zumindest im historischen Bereich gesetzt und da bin ich auch bereit Themen auszuprobieren, die mich auf den ersten Blick erstmal nicht so sehr interessieren. Es geht in diesem Roman ins 19. Jahrhundert und ein berühmter schottischer Schriftsteller ist die Hauptperson. Schon auf den ersten Seiten schafft es Sabine Weiß mich ins Buch zu ziehen. Orte zu beschreiben und Stimmungen zu erzeugen, gelingt der Autorin wahnsinnig gut. Ich bin mit dem jungen Louis in seinem Albtraum gefangen und erfahre schon im Prolog viele wichtige Informationen, bevor ich in den darauffolgenden Kapiteln dann Edinburgh und das Studentenleben kennenlerne. Für mich war es ein Buch mit einem gleichbleibenden Spannungsbogen. Es gibt durchaus die ein oder andere spannende Szene, aber an sich sind wir eben dabei, wie der junge Louis zu seiner Bestimmung dem Schreiben findet. Auch wenn der Leuchtturmbau selber nichts für ihn ist, so beflügeln die Geschichten seiner Vorfahren dennoch seine Fantasie. Leuchttürme haben eine Schutzfunktion und wurden teilweise an sehr unwirtlichen Orten errichtet und so haben sie sich beim Bau so manches Leuchtturmes in Lebensgefahr gebracht. Guter Stoff für spannende Geschichten. Robert Louis Stevensons ist der ganz klare Fokus in diesem Roman, dennoch bekommen wir in einigen Kapiteln auch eine Außenperspektive auf ihn. Dies verleiht dem Roman insgesamt mehr Tiefe. Ich fand es spannend an mir zu beobachten, wie sich mein Blick auf ihn immer mal wieder gewandelt hat und das Bild immer komplexer wurde. Ich habe mit ihm seine Selbstzweifel geteilt, aber mich auch gefreut, wenn ihm was gelingt und er in Situationen kommt, in denen er glänzen kann. Ich fand es toll, wenn er von außen Zuspruch bekommen hat und habe mit ihm gelitten, wenn er die hohen Anforderungen, gerade seines Vaters, wieder einmal nicht erfüllen konnte. Und obwohl dieser Roman so sehr auf eine Person fokussiert ist, hat Sabine Weiß es auch geschafft, die Zeit, in der der Autor lebte, einzufangen. Die Welt befindet sich im Wandel und es gibt viele technische Neuerungen. Es fühlt sich alles schon deutlich moderner an als in Mittelalterromanen und dennoch ist es auch total anders als unsere heutige Zeit. Ausgestattet ist das Buch mit einem umfangreichen Nachwort zum Leben Robert Louis Stevensons, weiterführenden Informationen zu den Leuchtturm-Stevensons und einem Glossar. Die gedruckte Ausgabe besitzt zusätzlich eine Karte auf der Innenseite des Umschlags. Die Leidenschaft für den Autor und sein Leben hat man auf jeder Seite gespürt, dennoch hat das Nachwort mir dies nochmal bewusster gemacht.
Fazit: Eine toller historischer Roman zum Leben Robert Louis Stevensons und eine Hommage an das Schreiben. Die typischen Stärken Sabine Weiß kommen zur Geltung und ich bin abgetaucht ins Schottland des 19. Jahrhunderts. Ich glaube Autor*innen könnten sich in diesem Roman teilweise wiederfinden, ansonsten ist dieser Roman aber auch für alle anderen Liebhaber historischer Romane eine Empfehlung.
Louis ist ein junger Mann aus gutem Hause, der nichts lieber tut als Gedichte und Geschichten zu schreiben und das am allerliebsten zu seinem Beruf machen würde. Doch sein gestrenger Vater hat andere Pläne mit seinem einzigen Sprössling, denn Louis heißt mit vollem Namen Robert Louis Stevenson und entstammt einer angesehenen Dynastie von Leuchtturmspezialisten. Zahlreiche Türme entlang der schottischen Küste, auf Inseln und Riffen haben sein Vater, sein Großvater und andere Verwandte bereits gebaut, um den Schiffen in den gefährlichen Gewässern Warnung und sicheres Geleit zu sein. Für Tom Stevenson kommt somit nichts anderes in Frage, als dass Louis in seine Fußstapfen tritt, ein Ingenieursstudium absolviert und in das Familienunternehmen einsteigt, das immer noch zahlreiche Bauprojekte am Laufen hat.
Louis ist mehr als unglücklich damit. Er hat kein Händchen für Zahlen und Berechnungen und ist von seinem Studium abwechselnd gelangweilt und überfordert. Die Schriftstellerei, in der er seine Erfüllung finden könnte, ist für seinen Vater nur alberne Spielerei, ungefähr auf gleicher Stufe mit studentischen Trinkgelagen und anderen Vergnügungen, denen Louis und seine Kumpels sich gerne mal widmen. Tom duldet keine Widerrede und Louis muss sich in sein Schicksal fügen. Selbst die vorlesungsfreie Zeit kann er nicht zum Schreiben und Ausspannen nutzen, wie er sich das eigentlich vorgestellt hatte - dann sind praktische Lektionen im Leuchtturmbau und -unterhalt angesagt, in Form von Reisen zu den abgelegensten Leuchttürmen und Baustellen.
Ein kleiner Lichtblick ist sein zumindest zwischenmenschlich gutes Verhältnis zu seinem Professor Fleeming Jenkin, der in seiner Freizeit gerne Theateraufführungen organisiert, und von den Leuchtturmwärtern und der immensen Leistung der Ingenieure und Arbeiter bei Planung und Bau ist er durchaus fasziniert, auch wenn die Überzeugung wächst, dass das nicht sein Lebensinhalt bleiben kann.
Einen sehr interessanten historischen Stoff hat sich Sabine Weiß, deren Buch über Madame Tussaud ich gerne mochte, sich hier ausgesucht. Die Stevensons waren im 18. Jahrhundert DIE Koryphäen in Sachen Leuchttürme, sowohl was den Bau selbst unter schwierigsten Umständen auf kleinen, nur bei Ebbe zugänglichen Felsen anging als auch in der verwendeten Lichttechnik. Ironie des Schicksals, dass der heute wohl der breiten Masse bekannteste Spross der Familie das damalige schwarze Schaf ist, Robert Louis Stevenson, der Autor so berühmter Werke wie der "Schatzinsel" oder "Dr. Jekyll und Mr. Hyde".
Louis, wie er im Buch genannt wird, war ein kränkliches Kind und auch als Erwachsener mit einer fragilen Gesundheit geschlagen und eher phantasievoller Schöngeist als pragmatischer Ingenieur. So oft er versucht, seinen eigenen Weg zu gehen, dräut wieder eine Auseinandersetzung mit dem Vater, bei der er meist den kürzeren zieht. Das ist die beherrschende Thematik des Buches, und lange Zeit wirkte die Figur des Louis auf diesen Aspekt reduziert, was ich ein bisschen schade fand. Erst spät konnte ich wirklich eine Beziehung zu ihm aufbauen, nämlich als er allmählich ernsthaft beginnt, sich freizuschwimmen und gleichzeitig sein Verständnis für die Welt des Leuchtturmbaus wächst.
Die restlichen Charaktere bleiben auch eher Typen, wobei dem informativen Nachwort der Autorin zufolge viele Begebenheiten an Tatsachen angelehnt sind und das Verhältnis zwischen Vater und Sohn wohl wirklich ein schwieriges war. Zu Beginn steppte überdies in den Dialogen arg der ungeliebte Erklärbär, aber das hat sich mit der Zeit zum Glück komplett gelegt und es gibt viele eindrucksvolle Szenen von den wellenumtosten, gefahrvollen Standorten der entlegensten Leuchttürme. Diese gefielen mir an dem Buch mit am besten, wobei auch die Handlung auf den letzten 100 Seiten mich noch mal deutlich stärker begeistern konnte. Das schön zurückhaltend gestaltete Cover hat schließlich noch eine Extra-Erwähnung verdient.
Dunkle Wogen, windgepeitscht, mein kleines Seelenschiffchen inmitten des schäumenden Kessels. So manches Wort hallt in meinem Herzen nach und ich betrachte nachdenklich das Buch – Die Leuchttürme der Stevensons, aus der Feder von Sabine Weiß, erschienen im Lübbe Verlag – das wunderschöne Cover, so schlicht gehalten wie ein altes Gemälde und auf seine ganz eigene Weise atmosphärisch. Wie gern hätte ich ihm gesagt was seine Geschichten für mich bedeuten. Die Schatzinsel, Der seltsame Fall des Dr. Jekill und Mr. Hyde, von denen viele schon mal gehört haben ohne so recht zu wissen wer sie eigentlich schrieb. Doch Sabine Weiß erschuf mit ihrem historischen Roman ein Werk, welches uns diesen besonderen Mann ein wenig näher bringt. Robert Louis Stevenson.
Ich hatte es nicht schwer in die Geschichte hinein zu finden. Welch ungewöhnlicher Schreibstil, ganz verträumt mit all seinen wunderbar seltsamen Worten, beschreibend, belebend, ein bisschen fremd hier und da, dennoch oder vielleicht gerade deswegen, spannend und fesselnd. Ich habe mich gleich wohl gefühlt und folgte gebannt dem Geschehen, welches schon zu Beginn ganz schön Wind in den Segeln trägt. Schon der Prolog führt uns in ein wahrlich düsteres Kapitel. Louis Stevenson, zarte 6 Jahre alt, ist ein kränkliches Kind und erleidet nicht nur leidvolle Hustenanfälle, sondern auch fiebrige Albträume, die seine arme, kleine Seele, aber auch seine Eltern und seine Amme in Angst und Schrecken versetzen. Ich konnte als geneigte Leserin so mitfühlen, dass ich ganz erleichtert war, als auf der nächsten Seite die geschwungene 1 auf das erste Kapitel hinwies. Doch während dieses Kapitel, ich kann es nicht anders sagen, denn ich liebe das Meer, so sanft und gemütlich beginnt, schlagen auch hier bald die Wellen hoch und bringen mein Seelenschiffchen ganz schön ins trudeln. Louis Albträume scheinen wirklich sehr real gewesen zu sein und er tut mir ehrlich leid. So etwas wieder und wieder zu erleben muss schrecklich gewesen sein.
Die Beschreibungen der Orte und Begebenheiten las ich gern – vielleicht weil ich derartige Bücher gewohnt bin und sie gern mag, sie wirkten auf mich sehr atmosphärisch und passend zu den Geschichten Stevensons selbst. Die Charaktere waren mir indes allesamt angenehm. Viele waren mir sympathisch und ich konnte ihr Handeln und Denken nachvollziehen. Louis als unser Hauptcharakter ließ mich besonders mitfühlen und mitfiebern. Seine kleinen Flegeleien und Albernheiten ließen ihn herrlich lebhaft wirken, er ließ sich durch seine Kränklichkeit und durch die Albträume nicht die Freude am Leben nehmen. Das finde ich sehr bewundernswert. Allein seine zögerliche Art ließen mich hier und da die Augen verdrehen. Er wirkte so... voller Tatendrang und doch tatenlos. Er schob vor sich her, schwänzte, scheute und sehnte sich doch nach so viel mehr.
So lege ich das Buch mit einem angenehm nachdenklichen Gefühl in mein Regal. Inmitten all der Zwänge, der Einschränkungen und (zu hohen) Erwartungen versuchte ein junger Louis Stevenson sich selbst und seinen Weg zu finden. Geplagt von Selbstzweifeln und tiefen Schuldgefühlen (insbesondere seinen Eltern und seiner ersten großen Liebe gegenüber) führte ihn diese Suche immer wieder in ziemlich extreme Situationen. Immer wieder, während ich von Louis Gedanken las und seine innere Zerrissenheit in meinem Herzen spürte, dachte ich, wie gern hätte ich ihm gesagt, was seine Geschichten – vor allem Die Schatzinsel – für mich bedeuten. Ich habe das Gefühl, dass hier sehr gut recherchiert und ausgearbeitet wurde und durch den wirklich wundervollen Schreibstil wurden Charaktere, Orte, Zeit und Lebensgeschichte so wunderbar beschrieben, dass ich wirklich viel daraus mitnehmen, daraus lernen konnte. Von mir eine klare Leseempfehlung.
Robert Louis Stevenson ist als Schriftsteller berühmt. Kaum jemand weiß jedoch, dass die Männer in seiner Familie einer Dynastie von Ingenieuren angehörten, die entlang der schottischen Küste eine Vielzahl bedeutender Bauwerke konstruiert haben: Leuchttürme.
Auch Louis soll der Tradition folgen, und so studiert er 1869 an der Universität in Edinburgh. Aber ohne Enthusiasmus, denn in seinen Augen fehlt ihm das Talent zum Ingenieur. Stattdessen möchte er seine Gedanken in Worte fassen, beflügelt von seiner Fantasie Geschichten schreiben, ein Dichter sein.
Zugleich will er indes auch die Erwartungen seines strengen Vaters nicht enttäuschen und bemüht sich, diesen gerecht zu werden. Zumal der Vater für die „Launen“ seines Sohnes wenig Interesse zeigt, ja sie sogar ablehnt.
Aus diesem Grund besteht er auch darauf, dass Louis ihn auf mehreren Inspektionsreisen begleitet oder sich allein an verschiedene Bauplätze begibt. Vor Ort soll er das Handwerk (er)lernen und das passende berufliche Rüstzeug erhalten.
Bei diesen Gelegenheiten erfährt der angehende Ingenieur von den Bedingungen und Widrigkeiten, die mit der Errichtung eines Leuchtturms einhergehen, riskiert sogar das eigene Leben. Das erhöht seinen Respekt vor den in diesem Zusammenhang zu bewältigenden Aufgaben und Gefahren, glücklich macht es ihn allerdings nicht ...
Sabine Weiß beeindruckt in ihrem neuen historischen Roman „Die Leuchttürme der Stevensons“ mit ihrer akribischen Recherchearbeit, so dass nicht nur ein authentisches Porträt des Schriftstellers Robert Louis Stevenson in seinen Jugendjahren entsteht, sondern gleichzeitig auch dem Wirken seiner Familie ein kleines Denkmal gesetzt wird.
Der Autorin gelingt es von Anfang an, einen Teil wichtiger Lebensthemen und -zeiten von Stevenson anzusprechen und mit visueller Kraft darzustellen. Sie formuliert ausführlich und leidenschaftlich, fängt den damals herrschenden Zeitgeist in Anbetracht der religiösen und gesellschaftlichen Vorstellungen der Menschen ein und charakterisiert vor allem ihre Hauptfigur mit augenfälliger Gründlichkeit.
Außerdem faszinieren ihre mit intensiver Ernsthaftigkeit ausgeführten Beschreibungen von Natur und Bauwerken, bei denen die epische Fabulierfreude der Autorin manchmal überschwänglich zum Ausdruck kommt. Wir lernen hautnah schottische Inseln, Wellenbrecher und Leuchttürme kennen und setzen uns mit der Gefährlichkeit der Errichtung solcher Projekte auseinander wie auch mit der Tatsache, was die Menschen dafür mit welchen Schwierigkeiten auf sich genommen haben. Dramatische Ereignisse werden mit wenigen Spannungsmomenten und in direkter Schlichtheit geschildert, hingegen wiederholen sich gelegentliche Überlegungen und Gedankenspiele jungen Mannes.
Davon einmal abgesehen, hat Sabine Weiß die Fähigkeit, Stimmungen auf bemerkenswerte Art auszudrücken. So vermittelt sie mit Können und Nachvollziehbarkeit nicht nur den Konflikt zwischen Vater und Sohn, in dem es um das Erfüllen von Erwartungen und Familientraditionen geht. Sie thematisiert auch den inneren Zwiespalt, den Drang und den Wunsch von Robert Louis Stevenson, seinen Geist mit Dichtkunst zu entfalten und zu schreiben, was letzten Endes – wie wir wissen – erfolgreich sein wird.
„Die Leuchttürme der Stevensons“ ist eine gut recherchierte Romanbiografie über den Schriftsteller Robert Louis Stevensons der Journalistin und Autorin Sabine Weiß.
Die Handlung beginnt 1857 in Edinburgh. Robert Louis Stevensons ist gerade einmal 7 Jahre alt, ein kränkliches Kind, das von seinem Kindermädchen gut umsorgt wird und dessen Eltern streng aber liebevoll sind. Sein Vater Thomas ist wie seine Brüder Alan und David Leuchtturmbauer, eine Familientradition von der er sich wünscht, dass Louis diese fortsetzt. Seinem Vater zuliebe beginnt Louis mit dem entsprechenden Studium, ist aber nie 100%ig bei der Sache, da er lieber Schreiben möchte.
Der Schreibstil von Sabine Weiss ist fesselnd, liest sich leicht und angenehm. Schon mit den ersten Seiten bin ich direkt nach Schottland und in das 19. Jahrhundert gereist. Ich konnte mir alles sehr gut vorstellen, sowohl das Leben der Familie Stevenson als auch die Umgebung, das raue Meer, die Felsküste, das Treiben in der Stadt und die Unterschiede zwischen den Gesellschaftsschichten. Die Autorin malt mit ihren Worten ein stimmiges Bild der damaligen Zeit.
Louis Vater hat hohe Erwartungen an seinen Sohn, was nachdem, was seine Familie schon alles bewerkstelligt hat auch durchaus verständlich ist. Louis bemüht sich, aber seine innere Zerrissenheit zwischen Pflichtbewusstsein und seinen Träumen wird überdeutlich spürbar. Das Studium ist nichts für ihn. Seine Entwicklung wird gelungen und nachvollziehbar dargestellt. Dabei wird auch deutlich woher seine Inspirationen für einige seiner bekanntesten Werke kam. Menschlich gefiel mir Louis unglaublich gut, da er mit seinen Gedanken immer wieder auch bei denen ist, die nicht so viel Glück im Leben hatten.
Ich habe in dieser Romanbiografie sehr viel über Robert Louis Stevenson, sein Leben, seine Familie, den Bau der Leuchttürme, den damit einhergehenden Schwierigkeiten und die damalige Zeit erfahren.
Mit ihrem Nachwort rundet Sabine Weiss ihr Werk gelungen ab und ich kann das Buch jedem, der historische Romane mag oder Interesse an Biografien hat, nur empfehlen.
"Unsere Aufgabe im Leben ist es nicht, Erfolg zu haben, sondern unsere Mißerfolge guten Mutes zu ertragen." (Robert Louis Stevenson) Schottland 1868: Eigentlich will der 18-jährige Robert Louis Stevenson nur eines, Schriftsteller werden. Eine gewisse Zeit erlaubt sein Vater ihm diese Begabung neben seinem Studium als Ingenieur. Allerdings, als er sich in die nicht unstandesgemäße Jeannie verliebt, muss nicht nur sie, sondern auch Robert Edinburgh verlassen. Gemeinsam mit seinem Vater fährt er wenig später auf Inspektionsreise zu den Leuchttürmen seiner Familie. Diese stehen in vielen abgelegenen Winkeln Schottlands und der englischen Inseln. Robert ist erstaunt, wie man einige davon überhaupt erbauen konnte. Einer davon wird gerade auf der Felseninsel Dubh Artach erbaut, die nur schlecht zu erreichen und deren Bau auch schwierig ist. Ebenso der Wellenbrecher in Wick, dessen Erbauung immer wieder durch schwere Stürme erschwert wird. Erneut merkt er auf dieser Reise, dass der Ingenieurberuf nichts für ihn ist. Er muss nur den richtigen Zeitpunkt finden, um dies seinem Vater zu sagen.
Meine Meinung: Das eher schlicht gehaltene Cover hat mich sofort in den Bann gezogen. Als ich dann las, dass es um den Autor Robert Louis Stevenson geht, wurde ich neugierig. Bisher habe ich mich mit diesem Autor nicht auseinandergesetzt und so wusste ich auch nichts über seine Vorfahren. Zu jener Zeit, als die Stevenson ihre Leuchttürme erbauten, waren diese enorm wichtig. Denn ohne Leuchttürme gab es viele Gefahren, in denen Schiffe und ihre Besatzungen ums Leben kamen. Davor musste man sich noch mit Strandfeuern und Fackeln behelfen, um die Gefahr der Felsen und Riffe anzuzeigen. Für den kränklichen Robert ist das Studium des Ingenieurs allerdings schon immer schwierig. In ihm stecken einfach nicht die Gene seiner Vorfahren, selbst wenn ihn der Bau der Leuchttürme beeindruckt. Oft ist es sogar seine Krankheit, die ihn immer wieder in seinem Studium zurückwirft und er deshalb größere Bildungslücken aufweist, die er nicht mehr aufholen kann. Die einzige Abwechslung findet er im Debattierclub "Spec", seinem Cousin Bob oder bei seinem Dozenten Fleeming Jenkins und dessen Familie. Trost sucht er oft im Alkohol oder bei Prostituierten. In den 3 Jahren, die dieses Buch näher beschreibt, erfahre ich viel über die Familie Stevenson. Roberts Vater ist kein einfacher Mensch. Er erwartet viel von seinem Sohn, ohne zu hinterfragen, ob er überhaupt seine Nachfolge antreten möchte. Was hauptsächlich an der damaligen Zeit und dem Stand der Familie Stevenson liegt. Damals trat man ohne Murren in die Fußstapfen des Vaters. Überrascht bin ich, wie kränklich Robert war. Er muss sogar später seine Heimat Schottland verlassen und lebt bis zu seinem Tod mit 44 Jahren auf Samoa. In diesem Buch durchforscht die Autorin eine wirklich schwere Zeit für den damals jungen Autor. Die Schriftstellerei war zu jener Zeit ein Beruf, mit dem kaum Geld zu verdienen war. Beeindruckt bin ich außerdem von den herrlichen Landschaftsbeschreibungen und den oft eigenwilligen Bewohnern Schottlands. Hier merkt man, wie intensiv die Autorin recherchiert hat. Trotz der starken Religiosität der Eltern habe ich eher den Eindruck, als sind die Gottesdienste für ihn eher eine Pflichtveranstaltung. Seine Liebe zum Schreiben begleitet ihn sein Leben lang, selbst wenn er für sich immer wieder Zweifel hat, ob er gut genug ist. Damit er seine Eltern nicht ganz konsterniert, beginnt er sogar ein Jurastudium, das er allerdings nur kurz ausübt. Dafür sind seine Romane "Die Schatzinsel" und "Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde" noch heute Bestseller. Ich kann diese Biografie nur jedem wärmstens empfehlen, der mehr über Robert Louis Stevenson erfahren will, und gebe 5 Sterne.
*4.5 Erstmal Danke an die Lesejury für die Zurverfügungstellung des Leseexemplars. Da ich 2023 "Dr. Jekyll and Mr. Hyde" gelesen habe und begeistert war, wollte ich dieses Werk, dass sich mit der Jugend des weltberühmte Autors Rober Louis Stevenson beschäftigt, unbedingt lesen.
Ich hatte keine Ahnung, dass die Familie des Autors zahlreiche Leuchttürme in Schottland gebaut hat, und die Ingenieurkunst damals sehr geprägt und vorangetrieben hat. Die sturmumtosten, einsamen Leuchttürme hat die Autorin unglaublich atmosphärisch beschrieben, und mich damit völlig gefangen genommen. Durch die detaillierten Erklärungen, was alles nötig war um an diesen Standorten Bauwerke entstehen zu lassen, begreift man erst so richtig was es damals bedeutet hat, für so eine Baustelle verantwortlich zu sein. Die Autorin hält sich in den meisten Aspekten sehr nah an der Realität, was mir sehr gut gefallen hat.
Und auch wenn es in diesem Buch keinen typischen Spannungsbogen gibt, habe ich jede Seite gerne gelesen. Zur selben Zeit (ein bisschen früher) wie Robert Louis Stevenson, haben auch Charles Darwin und Karl Marx gelebt, zu deren Geschichte ich gleichzeitig ein Buch gelesen hab. Das hat die Leseerfahrung nochmals bereichert, weil vor allem Darwins Lehren, zum Zeitpunkt des Buches gerade relativ frisch erschienen, eine Rolle spielen.
Eine klare Leseempfehlung für alle Fans des Autors, von der schottischen Natur und Leuchttürmen Begeisterten und vor allem auch für Abenteurer und Literarturliebhaber im Allgemeinen.
Das Buch hat mich etwas enttäuscht. Ich hab mich sehr darauf gefreut. Liebe ich doch die Bücher von Stevenson sehr. Die Geschichte einer Familie ist total interessant. Ich hätte gerne von seinem Großvater ist Urgroßvater gelesen. Oder von Stevensons interessanteren Jahren nach seinem Studium, während seiner Reisen. Stattdessen behandelt das Buch einfach ein paar Jahre während seines ersten Studiums und sonst nichts. Es war mir auch etwas zu blumig geschrieben, aber vielleicht ist das bei historischen Romanen dieser Art ja normal. Kenne ich mich nicht aus. Ich muss mich mal auf die Suche nach einer richtigen Biografie von ihm und von seinen Vorvätern machen
Plot Die Thematik der namensgebenden Leuchttürme in Die Leuchttürme der Stevensons hat mir gut gefallen, aber ich hatte das Gefühl, dass die Geschichte nach einem Viertel irgendwie schon auserzählt gewesen ist. Für mich hätte es gerne noch mehr um die Leuchttürme gehen können und auch gesellschaftliche Themen werden eher am Rande angesprochen. Manche Dinge kommen einmal vor und werden dann hunderte Seiten lang nicht wieder erwähnt, wie die Studentengesellschaft. Den Konflikt mit James und Jeanne fand ich sehr albern, genauso dass . Zugutehalten kann man dem Buch aber, dass Weiß laut Nachwort sehr viele Recherchen durchgeführt hat.
Schreibstil Vom Schreibstil war ich nicht sehr überzeugt. Die Dialoge fühlen sich recht konstruiert an und insgesamt gab es zu viel Telling. Auch waren die cliffhanger-artigen Enden von Kapiteln, die dann aber zu nichts geführt haben, etwas seltsam. Dafür sind die Beschreibungen aber sehr atmosphärisch
Figuren Louis ist nicht die sympathischste Figur; vor allem am Anfang wirkt er sehr eingebildet und irgendwie überheblich. Ich fand es auch schade, dass es eigentlich keine eigenständige weibliche Figur gibt.