Über die besondere Freundschaft zwischen einer hanseatischen Matriarchin und ihrer polnischen Pflegekraft. Ausgebrannt und doch voller Hoffnung sitzt Jola in einem Minibus, der aus Polen kommt und in Deutschland Pflegekräfte abliefert wie Pakete. Über Ursula »Uschi« von Klewen, Matriarchin einer Hamburger Arztfamilie, hat Jola von ihrer Vermittlungsagentur nur Gutes gehört. Die Erfahrung lehrt sie, sich anzupassen, um ihrer deutschen Chefin zu gefallen. Doch als die temperamentvolle Uschi ihr mit Respekt und Wertschätzung begegnet, kommt Jola langsam wieder zu Kräften. Die beiden Frauen erleben in ihrem Alltag einige Abenteuer miteinander. Und schließlich vertraut Jola Uschi sogar ihr größtes Geheimnis an.
Jolas Geschichte beginnt im Buch in einem Minibus, der sie von Polen nach Deutschland bringt. Es ist nicht ihre erste Reise dieser Art, seit vielen Jahren lässt sie sich von Agenturen als Pflegekraft in deutsche Familien vermitteln, um sich dort als Pflegekraft um vorwiegend ältere Menschen zu kümmern, meist unter schrecklichen Arbeitsbedingungen und einer Bezahlung weit unter dem Mindestlohn. Vor diesem Arbeitseinsatz brauchte sie eine Pause, zu traumatisierend war ihr Aufenthalt in der letzten Familie. Ihr Ziel ist dieses Mal Hamburg, sie soll Ursula »Uschi« von Klewen, Matriarchin einer Arztfamilie, pflegerisch betreuen. Trotz ihrer Angst hat sich Jola aus finanziellen Gründen auf die neue Pflegestelle eingelassen, doch ihre Ängste stellen sich bald als unbegründet heraus, als sie an ihrem Arbeitsplatz auf einen schönen Rückzugsort, geregelte Arbeitszeiten, einen annähernd gerechten Lohn und vor allem eine Pflegeperson trifft, die ihr mit Respekt und Wertschätzung begegnet.
"Unter Dojczen" ist der herzerwärmende und zugleich ungeschönt auf die Realität ausländischer Pflegekräfte und unser unzureichendes Pflegesystem in Deutschland blickende Debütroman von Mia Raben. Mit Jolanda schafft die Autorin eine sympathische und humorvolle Protagonistin, die mir im Laufe des Buches sehr ans Herz gewachsen ist. Auch die sich entwickelnde ungleiche Freundschaft zwischen Jola und Uschi hat mir gefallen, Mia Raben zeichnet Charaktere, die authentisch und vielschichtig wirken. Allein gegen Ende macht das Buch einige Abzweigungen, die für mich wenig glaubwürdig und zu konstruiert waren, das hat mein Lesevergnügen und die Relevanz, die ich diesem Perspektivwechsel beimesse, jedoch kaum geschmälert. Ich habe "Unter Dojczen" gerne gelesen und kann dieses Debüt empfehlen!
Zu Herzen gehende Geschichte der polnischen Pflegekraft Jola, die mit ihren regelmäßigen Jobs als Altenpflegerin versucht, sich und ihre Tochter über Wasser zu halten. Durch das Pendeln zwischen Polen und Deutschland entfremden sich Tochter und Mutter immer mehr. Eine Wendung ist erst in Sicht, als Jola einen halbwegs fairen Arbeitsplatz in Hamburg bekommt. Mia Raben gewährt eindrückliche Einblicke in die Arbeit von osteuropäischen Pflegekräften und anhand von Jola wird nachvollziehbar, weshalb sich Menschen einer solchen Ausbeutung aussetzen. Eine flüssig zu lesende Geschichte, die ab und zu hart an der Kitschgrenze entlang schrammt, insgesamt aber ein realistisches Bild ihrer Figuren zeichnet.
Eine gute Geschichte über eine polnische Frau, welche in Deutschland als Pflegekraft arbeitet. Aufschlußreich wird über die Zustände erzählt. Ich fand es schockierend! Dass es solche Ausbeutung hier in Deutschland gibt, oder eben, dass hier weggeschaut wird. Kapitalismus eben.
Unter Dojczen - ein Roman, der es verdient, gelesen zu werden. Beim Lesen begleiten wir Jolas Weg als Altenpflegerin aus Polen in Deutschland. Zu Beginn des Romans stellen wir uns die Frage: Warum musste sie Polen verlassen und, noch schlimmer, warum musste sie ihr Kind zurücklassen?
Obwohl die Handlung des Romans leicht nachvollziehbar ist, liegt der eigentliche Reiz für mich in den inneren Gedanken von Jola. Als Leser erhalten wir die Möglichkeit, unter die Oberfläche zu blicken und das tiefere „Warum?“ der Protagonistin zu ergründen. Auch die anderen Charaktere sind sympathisch dargestellt, und es war faszinierend, die Beziehung zwischen Jola und Uschi zu beobachten. Ich habe mich sehr für Jola gefreut, dass sie endlich bei einer Familie angekommen ist, die sie wertschätzt – besonders, da jeder, der das Buch gelesen hat, weiß, dass dies nicht immer der Fall war.
Meine größte Kritik am Buch betrifft die vielen polnischen Wörter und Begriffe, die häufig nicht übersetzt werden. Das mindert für mich persönlich das Lesevergnügen. Grundsätzlich finde ich die Verwendung einer zweiten Sprache in einem Buch gut, allerdings nur dann, wenn beispielsweise der gesagte Satz auf Polnisch in einer Fußnote übersetzt wird.
Ein weiterer Kritikpunkt ist die äußerst negative Darstellung Polens. Ich selbst bin kein Pole und war noch nie in Polen, doch beim Lesen des Buches entsteht ein sehr schlechtes Bild von Polen. Obwohl dies vielleicht für die Geschichte notwendig war, empfand ich es als übertrieben, Deutschland als die Lösung aller Probleme darzustellen und Polen zu verteufeln.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass mir das Buch trotz meiner Kritikpunkte sehr gut gefallen hat. Am Ende war ich sogar ein wenig traurig, Jola und ihre Geschichte hinter mir lassen zu müssen.
Danke an NetGalley und dem Kjona Verlag für die Bereitstellung dieses Leseexemplars.
Tough topic, several memorable lines yet somewhat boring/easy to read which really surprised me considering the depth of the topic. The last third feels jumpy. Several issues just "happen to be suddenly resolved". I missed the development there. It felt like a rushed job finishing the book.
Die Rekrutierung polnischer Altenpflegerinnen sind eine gute Möglichkeit, unsere lieben Eltern oder Großeltern pflegen zu lassen. Ausbeutung inklusive! Die Carearbeiterinnen aus dem Osten Europas bekommen meist nur einen Bruchteil dessen, was die Agenturen erhalten. Genauso geht es Jola, nicht Jooohla sondern Jolla ausgesprochen. Aber das können oder wollen sich die Deutschen nicht merken. Meist ignoriert Jola die falsche Aussprache ihres Namens, sie hat schon längst resigniert. Sie macht ihren Job aus der Not geboren, aber mit Überzeugung, und viel Liebe und lässt sich dafür teilweise erschreckend direkt ausnutzen, was sie bisweilen in den Burnout treibt.
In diesem Roman gerät sie an Uschi, die im Hamburger Nobelviertel mit der Familie ihres Sohnes an der Alster wohnt. Hier, findet Jola zum ersten Mal Verständnis und ein angenehmes Arbeitsumfeld. Als sie Uschi erzählt was ihr schon alles wiederfahren ist, kommt es zu einem Vertrauensbruch.
Mia Raben hat sich in diesem Roman den Personen hinter diesen, für uns oft unentbehrlichen Beruf, vorgenommen. Es wird sehr deutlich über die Nachteile gesprochen, doch brauchen die seniorki die Unterstützung dieser Frauen, ohne sie wäre ihr Dasein weniger lebenswert. Den Preis, den menschen, wie Jola dafür zahlen müssen, wollen wir häufig nicht sehen. Jola ist mir schon sehr ans Herz gewachsen. Besonders wie sie die alten Menschen sieht, die Beschreibungen, die die Schönheit des Alters und nicht die Schattenseiten betonen, haben mir gut gefallen. Raben hat eine Figur geschaffen, die vom Leben gebeutelt, doch stark und aufrecht ihren Job macht. Dabei weiß sie auch um ihre Unzulänglichkeiten und versucht alles, sie wieder gerade zu biegen. Hinter der Kulisse hat sie viel schlimmes erlebt, was nicht überzogen, sondern sehr real wirkt. Dass sie nun, wie im Märchen, in einer Familie angekommen ist die alles für Jola tut, mag vielleicht jenseits der Lebens Realität viele Ostarbeiter *innen sein, doch Rassismus und Klassismus holen uns dann wieder auf den Boden der Tatsachen zurück, auch dort in dieser kleinen feinen Familie passiert es, wenn auch aus Unwissen heraus, oder Unachtsamkeit. Man meint es ja nur gut und merkt nicht wie man andere verletzt und demütigt. Allerdings habe ich mich schon ab und an gefragt, wie man es denn am besten machen soll? Besonders dann, wenn man die Hintergründe nicht genau kennt. Wirklich schwierig, wenn hinter guten Taten ein Fettnäpfchen steht. Die Sorge, alles mal richtig zu sagen und zu machen kann natürlich auch dazu führen es zu unterlassen und damit noch mehr Kälte in unsere Gesellschaft zu bringen.
Dass die Geschichte mit Jolas Tochter Magda nicht auserzählt wird, finde ich nicht schlimm, aber die Episode in Spanien hätte es meinem Empfinden nach dann auch nicht gebraucht.
Ein kleiner, feiner Roman, der dazu einlädt, genauer hinzuschauen und Menschen Chancen zu verschaffen, die es wirklich verdient haben.
Przeczuwałam, że ta książka będzie mnie wkurzać, i tak się stało. Przypuszczam, że zamiarem autorki było przybliżenie niemieckim czytelnikom i czytelniczkom zjawiska pracy opiekuńczej wykonywanej przez kobiety z Europy Wschodniej, sprawienie, by te kobiety przestały być anonimową siłą roboczą, odsłonienie ich ludzkich twarzy. I w wymiarze ludzkim ten zamiar niewątpliwie osiągnął swój cel. Jednocześnie książka cementuje wiele ze stereotypów, które miała obalać. Jeśli ktoś jest z Polski, to albo jest uzależnionym od alkoholu robotnikiem, albo uzależnionym od alkoholu bezdomnym, albo kobietą opiekującą się starymi i schorowanymi Niemcami, nie uzależnioną od alkoholu, ale też nie mówiącą stanowczo "nie" alkoholowej libacji z przygodnym znajomym. Z wielu dialogów, a także z narracji głównej bohaterki przebija ta wkurzająca kolonialna poddańczość wobec chlebodawców. Wyjątkiem jest Magda, córka głównej bohaterki, przedstawicielka młodego pokolenia, pozbawiona kompleksu niższości, Europejka, która zupełnie inaczej radzi sobie z kulturowymi różnicami, jest otwarta na inność i świadoma własnej wartości. Tekst usiany jest wstawkami po polsku, co w sumie jest i logiczne, i fajne, ale kuleje ich poprawność. Niespójne są również kwestie wygłaszane przez Jolę - raz jest to niemczyzna z polskimi naleciałościami, raz zdania dość wyrafinowane i leksykalnie, i gramatycznie, których raczej nie wypowiedziałaby opiekunka bez lingwistycznego wykształcenia. Podobną tematykę poruszyła w swojej powieści "Do czysta" Alia Trabucco Zerán, jednak z dużo większym literackim wyrafinowaniem, bez łopatologicznego przesłania i łzawego zakończenia.
"Woher weiß der Wind, in welche Richtung er wehen will?" -- "Es liegt nicht nur an der Welt. Du kannst deine kleine Welt verändern. Hör auf zu trinken. Fahr nach Hause. Mach Therapie. Kümmere dich. Es ist deine Entscheidung" --
unbeschreiblich schön, tiefsinnig und einfach zu lesen mit so vielen Ebenen! Hinterlässt einen warmen Nachgeschmack und fragen darüber, wie man leben will und was lebendig eigentlich heißt. Erweitert mein Bild der Welt um mehrere wertvolle Perspektiven und Einblicke in Lebensrealitäten
hab's ultra schnell gelesen, weil schon sehr catchy! bisschen anxiety dass noch was ganz schlimmes passiert die ganze Zeit, aber Spoiler it doesn't Falls man mal ein bisschen positivitat auch braucht (in a non toxic way tho)