Pulp der Siebziger
Obwohl ich ein großer Fan der Pulp-Literatur der zwanziger und dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts bin, und Rohmer, Howard und Lamb richtig gut finde, kann ich diesem Werk nicht wirklich viel abgewinnen, das sich sehr stark an diesen Vorbildern orientiert. Zu sehr ist die Dramatik aufs Oberflächliche angelegt.
Es ist eine Art literarischer "Karate Kid", also eine Verflachung eines beliebten asiatischen Themas: Die Ausbildung eines Kung-Fu-Schülers. Nur stellenweise gelingt dem Autor dabei eine atmosphärische Beschreibung, wie z.B. direkt das erste Kapitel in der Wüste Gobi, oder die Erläuterungen des Meisters Lin Fong an seinen Schüler in Kapitel 6. Davon hätte ich gern mehr gesehen. Kapitel 2 mit der Beschreibung eines Luftangriffs dagegen wirkt wie ein Fremdkörper und ist sowohl sprachlich als auch inhaltlich äußerst schwach, da hätte ich fast zu lesen aufgehört. Die zweite Hälfte des Romans liest sich dann aber deutlich besser als die erste Hälfte.
Ich denke, dass dieser Stoff, nunmehr fast 40 Jahre alt, entstanden zur Zeit, als Bruce Lee die Leinwand stürmte, einfach sehr schlecht gealtert ist.
Fazit: Eine leichte und in Maßen unterhaltsame Lektüre, die ein einziges großes Klischee ist und nach dem Lesen schnell wieder vergessen werden wird. Kung-Fu-Fans können aber einen Blick riskieren.