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Tage mit Milena

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Annika führt ein ruhiges Leben und denkt schon lange nicht mehr an die traumatischen Ereignisse, die vor mehr als 30 Jahren ihre Welt aus den Angeln hoben. Bis die siebzehnjährige Klimaaktivistin Luzie ihren Alltag durcheinanderbringt und die Erinnerung an den Menschen wachrüttelt, dessen Namen sich Annika kaum auszusprechen Milena. In der Hamburger Hausbesetzerszene der Achtziger waren Annika, Milena und Matti unzertrennlich. Sie hielten sich für unbesiegbar, so wie Luzie es tut. Um diese vor einem folgenschweren Fehler zu bewahren, nimmt Annika wieder Kontakt zu Matti auf. Sie reist zu ihm nach Italien – und erfährt, dass alles, was sie über damals zu wissen glaubte, eine Lüge ist.

353 pages, Kindle Edition

Published September 25, 2024

22 people want to read

About the author

Katrin Burseg

21 books2 followers

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Community Reviews

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Displaying 1 - 25 of 25 reviews
Profile Image for LeserinLu.
335 reviews39 followers
September 15, 2024
„Tage mit Milena“ ist ein Roman, der eine Brücke zwischen der rebellischen Hausbesetzerszene der 1980er-Jahre und den heutigen Klimaaktivisten schlagen möchte. Im Mittelpunkt steht Annika, die ein ruhiges Leben in Lübeck führt, bis die Aktivistin Luzie plötzlich alte Wunden aufreißt und Annika mit ihrer Vergangenheit in der Hamburger Hafenstraße konfrontiert. Besonders gelungen finde ich den Versuch des Romans, den Aktivismus der Letzten Generation mit dem politischen Engagement der Achtzigerjahre in Verbindung zu setzen und so einen historischen Kontext für die aktuellen Protestbewegungen zu schaffen. Dieser Vergleich lädt die Leser*innen dazu ein, über die Entwicklung von politischem Widerstand und dessen verschiedene Formen nachzudenken.

Zu Beginn der Geschichte wirkten dabei auf mich leider einige Details etwas zu bemüht. Wenn Annika etwa ihren Mann als Teil der „slowflower Bewegung“ beschreibt und von ihren Einkäufen im Biosupermarkt spricht, wirken diese Anspielungen auf den modernen, ökologisch bewussten Lebensstil fast wie eine zu offensichtliche Konstruktion, um die Gegenwart zu beschreiben. Je tiefer die Geschichte jedoch in Annikas Vergangenheit und die Hausbesetzerzeit eintaucht, desto organischer und authentischer wirken die Charaktere. Die emotionale Tiefe der Figuren wird greifbar, besonders dann, wenn Annikas alte Freundschaften und ihre Beziehung zu Milena in den Fokus rücken.

Dennoch gibt es auch später im Roman Momente, in denen einige Handlungen der Charaktere zu sehr nach literarischem Kalkül anmuten. Manche Entscheidungen und Wendungen erscheinen etwas konstruiert. Dennoch ist „Tage mit Milena“ ein lesenswerter Roman, der nicht nur eine persönliche Geschichte über Freundschaft, Liebe und Verlust erzählt, sondern auch ein gelungenes Porträt zweier Generationen des Widerstands zeichnet. Insbesondere Hamburger:innen dürfte der Einblick in die Geschichte der Hafenstraße gefallen.
Profile Image for Sini [on hiatus].
71 reviews3 followers
September 15, 2024
Trauma und Schuldgefühle

In „Tage mit Milena“ von Katrin Burseg begleiten wir die Protagonistin Annika nicht nur auf eine Reise nach Venedig, sondern auch in die Vergangenheit.
Als die junge Luzie den Schreibwarenladen der Mittfünfzigerin betritt, legt sich in dieser ein Schalter um. Das Mädchen hat etwas an sich, was in Annika alte Erinnerungen weckt und verdrängte Emotionen aufkommen lässt.

Im Vordergrund der Erzählung stehen wichtige politische Themen, unter anderem der Klimawandel. Leider wirkt es stellenweise fast mehr wie ein Sachbuch, da die geschichtlichen Hintergründe nicht immer fließend in die Geschehnisse der Handlung integriert werden, sondern eher ein Ereignis nach dem anderen abgestottert wird.

Die Charaktere wirken zudem recht unausgereift. Insbesondere Annika trifft oft impulsive und nicht nachvollziehbare Entscheidungen.
Die Handlung wirkt dadurch und durch zu viele glückliche Zufälle unglaubwürdig und künstlich.
Die meisten Nebencharaktere fungieren eher als Mittel zum Zweck und auch die Beziehungen untereinander wirken eher flach und unauthentisch.

Ein Buch mit einer Menge Potential, was mich leider nicht ganz abholen konnte. Ich würde dennoch eine Empfehlung für diejenigen aussprechen, die kleinere Makel verzeihen und sich für die Geschichte rund um die Hamburger Hafenstraße interessieren.
Profile Image for Tinstamp.
1,107 reviews
November 27, 2024
Von Katrin Burseg habe ich bisher die beiden Romane "Unter dem Schnee" und "Adas Fest" gelesen. Beide Geschichten haben mir sehr gut gefallen, deshalb stand auch ihr neuer Roman auf meiner Wunschliste.
Beim Reinlesen in die ersten Kapitel über vorablesen war ich auch noch immer begeistert. Leider wurde diese Begeisterung mit der Zeit etwas weniger und auch der Klappentext nimmt vieles vorweg, was erst in der zweiten Hälfte des Buches passiert.

Annika, Mitte fünfzig, lebt mit ihrem Mann Hendrik in Lübeck und besitzt ein Schreibwarengeschäft, wo sie auch ihre selbst illustrierten Karten verkauft. Als eines Tages ein junges Mädchen bei ihr Sekundenkleber kauft und diese kurze Zeit später auf der Straße klebt und für eine Straßensperre sorgt, weckt diese Aktion tief vergrabene Erinnerungen in ihr. Als Luzie in Bedrängnis gerät, handelt Annika spontan und setzt sich zu ihr auf die Straße. Es ist lange her, dass sie selbst demonstriert und ein Haus besetzt hat. Diese Zeit endete tragisch und deshalb versucht sie Luzie davon abzubringen, noch dramatischere Aktionen zu starten und folgt ihr ins Klimacamp nach Hamburg. Doch Luzie gehört zur "Letzten Generation" und lässt sich nicht aufhalten. Annika möchte sie daran hindern, indem sie ihr von Milena erzählt....erfolglos. Doch dann kommen beide in eine Situation, in der Annika Luzie überreden kann, nicht nach Lüzerath zu fahren und schon sitzen beide im Zug nach Venedig....

Das Thema ist natürlich brandaktuell! Klimakrise und Klimaaktivsten sind nicht nur Schlagwörter bei den diversen Wahlkämpfen, sondern zeigen immer wieder durch Hurricans, Tornados, Überschwemmungen, die immer verheerender werden, dass es nicht mehr 5 vor 12 ist, sondern bereits später. Dazu schreibt die Autorin nicht wirklich wertend oder mit erhobenen Zeigefinger, sondern lässt uns etwas tiefer in die Vorgehensweise der Klimaaktivisten blicken. Zurück in die Achziger Jahre zeigt sie aber ebenfalls auf, dass die Themen, die die jungen Menschen auf die Straße treibt, sehr ähnlich sind - egal zu welcher Zeit.

Der Versuch die Handlungen von Luzie und Annika zu vereinen, empfand ich jedoch nicht ganz geglückt. Die Ereignisse in der Gegenwart und Erinnerungen aus Annikas Vergangenheit vermischen sich und hemmen leider den Lesefluss. Der Blick zurück in eine Zeit, die für Annika prägend war und die sie verdrängt hat, ist interessant, aber blieb mir zu sehr an der Oberfläche. Details über den Alltag in der Hamburger Hausbesetzerszene werden nur gestreift. Auch hätte ich gerne noch etwas mehr über die starke Bindung zwischen Annika, Matti und Milena erfahren, die zwar erklärt wird und auch einige Beispiele enthält, mir aber zu wenig Tiefe hatte. So richtig nahe kam ich den Figuren nicht...


Viele Handlungen der beiden Protagonistinnen konnte ich nicht nachvollziehen. Annika und Luzie sind beide impulsive Menschen, die oftmals sehr spontan und impulsiv handeln und ihre Vorgehensweise nicht überdenken. Bei Luzie fand ich dies ihrer Jugend geschuldet und auch ihrer Motivation, doch für Annika trifft dies nicht zu. Ihr unüberlegtes Handeln konnte ich sehr oft überhaupt nicht nachvollziehen. Die Geduld ihres Ehemannes konnte ich ebenfalls nur schwer nachenpfinden. Einige Handlungen wirkten auf mich viel zu konstruiert. Man hat das Gefühl, dass oftmals versucht wird, einfach die Handlung am Laufen zu halten.

Einige Vorkommnisse waren ebenfalls leicht vorhersehbar. Die Nebencharaktere blieben mir ebenfalls zu blass. Hingegen hat mich der Schreibstil von Katrin Burseg wieder genauso überzeugen können, wie in ihren beiden Vorgängerromanen. Er ist sehr bildhaft und atmosphärisch. Ganz besonders mochte ich den Beginn im Schreibwarenladen und die vielschichtigen Beschreibungen des Papiers und des Geruchs des alten Ladens.....zauberhaft!

Fazit:
Der neue Roman von Katrin Burseg konnte mich leider nicht richtig überzeugen. Hauptprotagonistin Annika blieb mir fremd und einige Handlungen empfand ich als zu konstruiert. Der gewohnt bildhafte und eindringliche Schreibstil ist jedoch wieder zu betonen, genauso wie die aktuelle und informative Thematik des Romans.
Profile Image for Alica.
2 reviews
September 15, 2024
„Tage mit Milena“ verknüpft geschickt aktuelle und vergangene politische Themen. Im Mittelpunkt stehen dabei der Klimawandel und die damit verbundenen Proteste, sowie die Hausbesetzerszene in Hamburg der 1980er Jahre. Diese Verbindung wird durch die beiden Protagonistinnen gut herausgearbeitet. Der Schreibstil und Wechsel der Perspektiven sorgt für zusätzliche Spannung, sodass man förmlich durch die Seiten fliegt.

Trotz des relevanten Themas und des flüssigen Stils konnte mich das Buch jedoch nur teilweise überzeugen. Die Nebenfiguren wirken leider sehr eindimensional und dienen hauptsächlich der Handlung. Zudem lesen sich einige Passagen eher wie ein Sachbuch. Die politischen Hintergründe hätten stärker in die Handlung integriert werden können. Besonders gestört hat mich jedoch Annika als Protagonistin. Mit dem Auftauchen von Luzie scheint Annika sich zu verändern und trifft Entscheidungen, die für mich als erwachsene Frau kaum nachvollziehbar sind. Dadurch wurde sie mir zunehmend unsympathisch.

Dennoch finde ich es lobenswert, dass die Autorin wichtige gesellschaftliche Themen anspricht. Das Buch war interessant und ich bereue nicht, es gelesen zu haben.
136 reviews5 followers
October 13, 2024
Hervorragende Protestanalyse trifft unglaubwürdige Figurenkonstruktion

„Tage mit Milena“, der neue Roman von Katrin Burseg, erschienen 2024 bei Heyne, hat mich leider sehr zwiespältig zurückgelassen.

Thematisch dreht sich der Roman um wichtige Themen: Den Klimawandel und die Klimaproteste respektive deren Radikalisierung sowie in einer Vergangenheitsschau der Geschichte der Proteste um die Hamburger Hafenstraßenbesetzung – und somit der Frage nach Radikalisierung und deren Folgen generell. Erzählt wird das anhand der sich entwickelnden Beziehung zwischen Annika, einer inzwischen bürgerlich-links in Lübeck lebenden Frau mittleren Alters, die durch die Bekanntschaft mit Luzie, einer gerade noch 17jährigen Klimaprotestlerin, an ihre Vergangenheit in der Hafenstraße und die Ereignisse der damaligen Zeit, die sie bis heute prägen, erinnert wird.

Das klingt auf der Oberfläche gut und spannend – und was den thematischen Teil angeht, ist das auch so. Die vielen geballten Informationen über Klimawandel und -proteste waren mir persönlich etwas zu üppig und referatsartig hineingestopft, das mag aber daran liegen, dass ich intensives Vorwissen habe. Der Teil, der die Hafenstraßenzeit aufgreift, ist sehr gelungen, ich glaube, vielen Menschen fehlt das tiefe Wissen darüber und Bruseg zeigt gekonnt die Parallelen in Protest und Radikalisierung auf, das habe ich so auch noch nirgends gelesen. Auch hier war mir persönlich die Ballung innerhalb des Handlungsstranges zu viel, da hätte etwas Luft gutgetan, aber die grundsätzliche Idee, wie Bruseg diese Inhalte formal in das Geschehen einbettet, ist sehr geschickt.

Womit ich aber leider durch das ganze Buch hindurch nicht warm geworden bin, sind die Charaktere, ihre nicht plausiblen Handlungen und übertriebene Zeichnung und die vielen Leerstellen für ihr Handeln, die sich für mich einfach nicht erklären. Was dazu geführt hat, dass die Hauptperson Annika mich geradezu aggressiv gemacht hat mit ihrem kindischen Verhalten, das sich durchweg nur um sich selbst dreht. Ich habe lange keine so durchweg übergriffige und ehrlich gesagt schon psychopathische Figur gelesen – und aus meiner eigenen Beziehung zu Teenagern kann ich nur sagen: Da würde jede:r Teenie ganz schnell das Weite suchen. Im Roman geschieht aber das Gegenteil, klar, sonst gäbe es keine Geschichte, aber ich konnte daran leider zu keinem Zeitpunkt glauben.

Das Buch ist durchweg gut geschrieben, da gibt es gar nichts zu meckern, der Inhalt ist super, da wo es um das Schreiben von Historie und Chronik geht, auch sehr ausführlich und genau recherchiert. Alles, was die Figuren betrifft, ist für mich leider klischiert und nicht glaubwürdig / wenn es glaubwürdig sein soll, dann fehlt mir hier der Mut zur Konsequenz. Das Leben sieht da meistens schon genauer hin und hat weniger Wattebäusche bereitgestellt. In der Leserunde, in der ich dieses Buch gelesen habe, gab es aber auch viele begeisterte Stimmen. Also selbst herausfinden – auch wenn ich mich aufgrund des Zwiespalts nur bei 3 Sternen einreihen kann!

Ein großes Dankeschön an lovelybooks.de und den Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar!
92 reviews
September 29, 2024
Die Revolte der Jugend in den 80er Jahren und heutige Klimaaktivisten - gar nicht so unterschiedlich
Klimaaktivisten? Klimakleber? Waren für mich leicht anders tickende Menschen, die irgendwo weit weg ihre Späße trieben. Bis ich ihre Folgen hautnah spürte, als sie im Dresdner Zwinger sich an einen Originalrahmen eines Cranach Gemäldes klebten. Wir haben den Zwinger erst 2 Tage später besucht und merkten erst an der Nervosität der Museumsangestellten, dass etwas nicht stimmt. Als wir erfuhren, was passiert war, haben wir uns bemüht, keine abrupten Bewegungen zu machen, die geforderte Distanz zu allen Exponaten zu wahren.
Wir wohnen in einer kleinen fränkischen Stadt. Bei uns gibt es keine Straßenkleber. Die gibt es nur in Berlin, dachte ich. Katrin Burseg zeigt, Klimaaktivisten und -kleber kann es überall geben, auch im beschaulich-touristischen Lübeck hoch im Norden. Lübeck? Marzipan, Thomas Mann, Treppengiebel, Holstentor, Hansestadt.Und eben Straßenkleber. Es beginnt alles so harmlos. Ruhig schildert die Autorin den normalen Montagmorgen einer Papierhändlerin. Als ein junges Mädchen den Laden betritt, ändert sich alles schlagartig. Die Klimaaktivistin bringt Leben und Aufregung in den Alltag der Frau und in Lübeck den ganzen Verkehr zum Erliegen. Dass sich die Händlerin mit Luzie solidarisiert und sich auch auf die Straße setzt, um sie vor einem zudringlichen Autofahrer zu schützen, konnte ich noch verstehen. Aber dass Anika Luzie nach Hamburg folgt, sie dort nicht aus den Augen lässt, sie auf Schritt und Tritt bewacht, bei der großen Demo komplett ausrastet und die Kontrolle verliert und verhaftet wird, da dachte ich mir, das geht über das Gebaren einer braven Hausfrau und Händlerin hinaus. Da muss etwas dahinter stecken. Anikas Kette von Kurzschlussreaktionen sind zuerst unverständlich. Erst als Anika peu à peu ihre Vorgeschichte enthüllt, beginnen sich die Puzzleteile zusammenzufügen und die Romanhandlung zieht uns in ihren Bann. Die junge Luzie und die mitten im Leben stehende Anika ergänzen sich, die eine sorgt für die andere, hilft ihr, wenn sie nicht mehr weiter kann. Für Anika ist Luzie einerseits die Tochter, die sie nie haben konnte, und gleichzeitig Milena, Anikas Freundin aus der Jugendzeit. Mit dem Unterschied, dass Luzie ihr nicht die Liebe ihres Lebens ausspannen will.
Katrin Burseg beschreibt meisterhaft, wie Anika die Aufarbeitung der dramatischen Ereignisse aus ihrer Jugend vollbringt. Sie hat das dreißig Jahre lang verdrängt und nun lässt sie Stück für Stück alles hervordringen, bringt die quälenden Gedanken zur Ruhe und dem Leser eine Erklärung für Anikas Handeln einst und jetzt.
Hausbesetzer von damals und Klimaaktivisten von heute: beide Gruppen kämpften gegen das System.
1,056 reviews9 followers
September 15, 2024
Annika führt ein ruhiges Leben als Buchhändlerin, die Vergangenheit liegt weit hinter ihr. Fast vergessen, die Gegenwart mit ihrem Mann macht sie glücklich. Dann taucht Luzie auf eine junge Klimaaktivistin, sie ist entschlossen, gehört zur letzten Generation und klebt sich vor Annikas Laden auf die Straße.
Auf einmal werden alte Erinnerungen in Annika wach. In jungen Jahren gehörte sie zur Hausbesetzerszene in Hamburg. Zusammen mit zwei Freunden lieferte sie sich Auseinandersetzungen mit der Polizei.
Doch sie möchte das Luzie nicht die gleichen Fehler macht wie sie damals.
Die beiden Frauen sind trotz des großen Altersunterschieds sich sehr ähnlich.
Ihre Überzeugungen sind felsenfest. Es muss sich etwas ändern, wenn nötig mit Gewalt. Mit dem Alter hat sich für Annika diese Einstellung geändert, Die Erfahrungen damals waren dazu nötig.
Die Klimakrise ist ein großes Thema, wichtig in diesen Tagen aber genau so wie das zweite Thema in diesem Buch, die Migration.
Die Autorin lässt die Klimaaktivisten ihre Argumente in einem ruhigen, überzeugenden Ton vorbringen, die Taten stehen mehr im Hintergrund weil wir die Personen kennenlernen. Ihre Lebensumstände, die Gründe für ihr Verhalten, alles das und noch mehr als nur die Straßenblockaden.
Auch wenn ich den Taten sehr skeptisch gegenüber stehe, gebe ich den Aktivisten recht, es muss sich etwas ändern. Genau so akzeptiere ich das Argument das aus diesen Taten eine unumkehrbare Radikalisierung erfolgen kann, mit Folgen für den Einzelnen und der ganzen Gesellschaft.
Die Autorin ist eine Mittlerin zwischen den beiden Seiten, sie ist nicht ganz objektiv, denn ihre Sorge gilt den jungen Menschen die vielleicht über das Ziel hinaus schießen und dabei ihre Zukunft aus den Augen verlieren.
Es ist wieder ein hochaktuelles Buch, denn das Thema Klimawandel spielt in den letzten Büchern eine Rolle und immer wieder lassen sich die Menschen auf Ideen ein, die eine langsame Verbesserung der Verhältnisse versprechen. Eingebettet in eine überzeugende spannende Familiengeschichte.

214 reviews
October 19, 2024
Vergangenehitsbewältigung
n ihrem neuen Buch „Tage mit Milena“ befasst sich Kathrin Burseg mit verschiedenen Protestbewegungen und kombiniert sie mit dem Thema „Vergangenheitsbewältigung“.

Annika lebt in Lübeck und betreibt dort einen kleinen Schreibwarenladen. Als eines Tages eine junge Frau in den Laden kommt und nach Sekundenkleber fragt, händigt Annika ihr diesen aus und realisiert erst, nachdem Luzie, die junge Frau den Laden verlassen hat, was diese damit vorhat.sie macht sich auf die Suche nach Luzie und platzt in eine Klimakleberaktion.

Seltsamerweise fühlt Annika sich für Luzie verantwortlich, erinnert diese junge Frau sie doch an ihre Freundin Milena, mit der sie damals in der Hausbesetzerszene Hamburgs beteiligt war .Milena starb damals auf tragische Art und Weise und Annika fühlt sich noch bis heute schuldig an ihrem Tod.

Ich lese die Bücher von Kathrin Burseg sehr gerne, greift sie doch auch immer wieder aktuelle Themen in ihren Büchern auf und verarbeitet sie dann häufig mit der Vergangenheit , auch gerne mit politischen Themen. Dies hat mir auch bei diesem Buch wieder gut gefallen.
Sie versucht um Verständnis für junge Menschen zu werben, die sich um die Zukunft unseres Planeten sorgen, sicherlich auch zu Recht. Ob allerdings die Aktionen der Klimakleber für mehr Akzeptanz in der Bevölkerung führen, wage ich zu bezweifeln.
In ihrem Rückblick in die achtziger Jahre und die Hausbesetzerszene in Hamburg wird aber auch deutlich, dass nach Ablehnung die Akzeptanz folgte und dadurch die Häuser in der Hafenstraße blieben.
Ich selbst kann mich gut an diese Zeit erinnern, da sie in den Medien lange Zeit präsent war. Ich fand den Rückblick in diese Zeit sehr gut und gelungen.

Was ich allerdings nicht ganz so gelungen fand war die Verbindung , die sie damit zu Milena hergestellt hat. Diese fand ich teilweise nicht ganz nachvollziehbar und ein bisschen konstruiert.
Trotzdem habe ich dieses Buch sehr gern gelesen und werde auch sicherlich das nächste Mal zu einer Neuerscheinung der Autorin greifen.
95 reviews
September 25, 2024
Katrin Burseg`s Roman „Tage mit Milena“ erzählt quasi die Lebensgeschichte der 50+jährigen Annika und verbindet sowie vergleicht dadurch gleichzeitig die seinerzeitigen Hausbesetzungen der 80er Jahre mit der gegenwärtigen Klimabewegung. Zuvor wusste ich offen gestanden über das Vergangene nicht allzu viel, das hat sich mit diesem Buch jedoch geändert. Ich halte es heutzutage mehr denn je für ein extrem wichtiges Thema, auch deshalb haben mich der Klappentext und die Leseprobe angesprochen.
Die Umsetzung jedoch, gepaart mit der Geschichte der handelnden Protagonisten, welche für mich quasi den zweiten Erzählstrang bildet; deren Aufarbeitungsversuche des längst Vergangenen sowie mit dem Zurechtkommen in der Gegenwart ist für mich allerdings leider nicht so ganz gelungen. Oftmals für mich nicht nachvollziehbare, übermotivierte Handlungen und Reaktionen bilden einen Grund dafür, sowie, dass auch teilweise Protagonisten ( zB Annika`s Mann Hendrik) etwas mehr Platz in der Geschichte hätten erhalten können. Auch ist für mich nicht ganz nachvollziehbar, wie eine doch gut 30/40 Jahre zurückliegende Thematik ein doch sehr schönes, beschauliches Leben dermaßen abrupt auf den Kopf stellen und zu solch weitreichenden spontanen, oft überstürzten Entscheidungen führen können.
Obwohl der Erzähl- und Schreibstil leicht, flüssig und ansprechend ist, musste ich mich doch durch den laufenden Wechsel der Handlungsstränge, sowie der Erzählform von Gegenwart und Rückblenden sehr konzentrieren, etwas mehr Ruhe in der Struktur hätte mir beim Lesen gut getan.
Das Buch ist eine gute Mischung aus persönlicher Vergangenheit und den daraus resultierenden Emotionen und Themen, gepaart mit einem wieder sehr aktuellen, umweltpolitisch relevanten Thema, es hat auch ein schönes Cover; leider hat es mich jedoch nicht vollumfänglich abgeholt.
Profile Image for Lisa_V.
747 reviews3 followers
September 27, 2024
Dramatisch, intensiv und aufwühlend

„Tage mit Milena“ von Katrin Burseg ist ein durchaus besonderes Leseerlebnis. Vom malerischen Cover darf man sich hier auf keinen Fall täuschen lassen, denn um einen Wohlfühlroman handelt es sich keinesfalls. Es geht vielmehr um Aktivismus wobei sich die Autorin dabei dem Thema auf zwei Zeitebenen nähert. Zunächst einmal trifft Protagonistin Annika in der Gegenwart auf Klimaaktivistin Luzie und folgt dieser zu einem Protest. Nach und nach erfahren wir dann aber auch mehr über Annikas Vergangenheit, in welcher sie selbst in der Hamburger Hausbesetzerszene in den Achtziger Jahren aktiv war. Mit persönlich lag der aktueller Erzählstrang etwas mehr, hier konnte ich thematisch einfach stärker mitfühlen. Aber auch die früheren Ereignisse werden interessant geschildert und man merkt der Geschichte insgesamt die ausführliche Recherchearbeit der Autorin an. Der Schreibstil liest sich packend, auch deshalb weil alle Settings unglaublich lebendig erscheinen und auch die Atmosphäre ist durchgehend greifbar und sehr authentisch. Auch wenn ich nicht alle Figuren sonderlich sympathisch fand, gerade Annika machte es mir durch ihr Verhalten nicht leicht, so wurde ich doch in den Bann der Geschichte gezogen, was sehr für die Erzählkunst der Autorin spricht. Lediglich das Ende erschien mir nicht ganz rund. Zum einen ist es doch etwas zu offen für meinen Geschmack, zum anderen endet alles ziemlich abrupt, was nicht so recht zur vorherigen so detaillierten Erzählweise passen wollte. Alles in allem war „Tage mit Milena“ für mich aber dennoch eine mitreißende und letztlich nachdenklich machende Lektüre. Alle die gehaltvolle Geschichten mit historischem Bezug mögen, sollten unbedingt zugreifen!
103 reviews2 followers
September 29, 2024
In „Tage mit Milena“ prallen zwei Generationen zivilen Ungehorsams aufeinander. Die eine ist Annika, eine Frau in ihren 50ern, die sich zusammen mit ihrem Mann Hendrik in einem beschaulichen Leben in Lübeck eingerichtet hat. Sie führt einen Schreibwarenladen, ihr Mann baut pestizidfreie Schnittblumen an. Ihre Vergangenheit in der Hausbesetzerszene der Hamburger Hafenstraße in den 1980er Jahren hat sie so ziemlich ausgeblendet. Die andere ist Luzie, eine 17-jährige Klimaaktivistin der letzten Generation. Luzie kauft bei Annika Sekundenkleber, um sich kurz darauf auf einer Lübecker Straßenkreuzung festzukleben. In dieser brenzligen Situation steht Annika ihr bei und versucht sie zu schützen. Durch diese Situation bricht in Annika die lang verdrängte Vergangenheit wieder auf, sie fühlt sich schuldig am Tod ihrer Freundin Milena, die seinerzeit bei den Demonstrationen in der Hafenstraße ums Leben kam. Der Versuch, Luzie davor zu bewahren, sich durch unüberlegte Aktionen in Gefahr zu bringen bzw. einen nicht wiedergutzumachenden Fehler wie Annika in ihrer Jugend zu begehen, wird auch zu einer Reise in die eigene Vergangenheit. Im Verlauf der Geschichte erkennt sie, dass die Ereignisse in der Hafenstraße wohl doch ganz anders abgelaufen sind als in ihrer Erinnerung.
In dieser von der ersten bis zur letzten Seite rasant geschriebenen, fesselnden Geschichte geht es vor allem um verdrängte Traumata, Aufarbeitung der Vergangenheit, Liebe, Schuldgefühle, Irrtum und Gerechtigkeit.
Gleichzeitig erhält man interessante Einblicke in die Hamburger Hausbesetzerszene der 80er Jahre sowie die aktuelle Klimaschutzbewegung.
Aktuelle, gesellschaftsrelevante Themen eingebunden in eine packende Geschichte machen die „Tage mit Milena“ zu einem absolut lesenswerten Buch.
93 reviews
September 16, 2024
Tage mit Milena, von Katrin Burseg

Cover:
Die kräftigen Farben gefallen mir.

Inhalt und meine Meinung:
Im Buch geht es um drei Frauen. Annika, Luzie und Milena.
Annika (gute 50) führt ein ruhiges Leben und verdrängt ihre Vergangenheit. Als die 17 jährige Luzie (die sich als Protest auf die Straße fest klebt) in ihr Leben tritt, wird diese Vergangenheit wieder präsent. Anika wird durch Luzie wieder an ihre Freundin Milena erinnert mit der sie vor 30 Jahren in der Hamburger Hausbesetzerszene aktiv war, eine Zeit die sie am liebsten aus ihrem Gedächtnis ausradieren wollte so groß sind ihre Schuldgefühle.

Ein Buch das uns langsam an die Geschichte von damals heranführt.
Wir erleben mit was Annika und Milena erlebt haben.
Annika öffnet das Tor ihrer Erinnerungen und traut sich oft selber nicht mehr.

Die Autorin versteht es sehr gut dieses langsame Erinnern zu transportieren. Dabei geht es nicht nur um die Vergangenheit, auch die Gegenwart um Luzie (und ihr Geheimnis) und auch die drängenden Probleme des Klimawandels sind gut eingebaut.

Autorin:
Katrin Bursegs Faible für Geschichte und Geschichten ließ sie Kunstgeschichte, Literatur und Romanistik studieren. In Norddeutschland aufgewachsen und in Hamburg zu Hause, hat sie sich schon früh für die Ozeane und den Klimawandel interessiert. Auch die Idee zu »Tage mit Milena« rührt von diesem Thema her.

Mein Fazit:
Ein sehr aktueller Roman, mit sehr viel Emotionen, eingebettet in eine facettenreiche Rahmengeschichte.
Von mir 4 Sterne.
Profile Image for Melanie.
468 reviews5 followers
September 24, 2024
Tage mit Milena ist ein sehr gut geschriebener Roman. Die Handlung spielt im Herbst 2022 und hat eine zweite Ebene, die in den 1980er Jahren in Hamburg in der Hausbesetzerszene spielt.

Annika, eine Frau in ihren 50ern, die in Lübeck wohnt und ein sehr bürgerliches Leben führt, trifft auf Luzie, eine junge Klimakleberin. Diese berührt sie sehr und durch den Kontakt zu Luzie startet bei Annika ein Porzess, der nicht mehr aufzuhalten ist. Die beiden erleben einen Roadtrip, in dessen Verlauf sich Annika ihrer Vergangenheit stellen wird.



Ich selbst bin in Bezug auf die Klimakleber und ihre Proteste klar, ich lehne das Verhalten auf jeden Fall ab. Daher war ich etwas skeptisch in Bezug auf die Geschichte.

Aber – ich würde absolut positiv überrascht! Die Sprache der Autorin ist wundervoll zu lesen – ein Beispiel, sie nutzt (erfindet?) das Wort „Treppengiebelheimeligkeit“ – wunderschön! Zudem beschreibt sie so toll die Städte und Orte, an denen die Handlung sich abspielt und ihre Metaphern haben mich tief berührt.

Obwohl mir einige der Protagonisten fremd blieben und ich ihre Handlungen nicht nachvollziehen konnte, hat das dem Lesegenuss keinen Abbruch getan, das ist wirklich ein Kunststück! Ich bin nur so durch den Roman durchgerutscht, die Geschichte hat einen starken Sog entwickelt und ich musste immer wieder stoppen, da ich in einer Leserunde dazu war.

Also – klare Leseempfehlung für einen besonderen Roman einer sehr sympathischen Autorin, die die Leserunde begleitet hat und die ich jetzt für mich neu entdeckt habe und von der ich mit Sicherheit noch mehr lesen werde!
16 reviews
October 6, 2024
Es beginnt damit, dass Annika Luzie trifft und ihre Leben grundlegen verändert wird. Annika führt mit ihrem Mann Hendrik eigentlich ein ruhiges Leben in ihrem kleinen Schreibwarenladen im Norden von Deutschland. Nach der Begegnung mit Luzie wird sie wachgerüttelt, denn die Vergangenheit holt sie ein. Früher verlief ihr Leben nicht so geordnet und ruhig sondern chaotisch, teilweise sogar gefährlich.

In ihrem Buch beschreibt Katrin Burseg politische Verbrechen um 1980 und wie sie damals erlebt wurden. Dabei wechselt sie immer wieder zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit, was manchmal kurz zur Verwirrung führt. Gerade mit den Abschnitten der Vergangeheit wird das Buch interessant und die Charaktere werden immer greifbarer, denn am Anfang hat man wenig Verständnis für Annikas Verhalten. Es dauert zu lange, bis Milena richtig vorgestellt wird, dafür steigert sich die Spannung zum Ende hin und man möchte das Buch nicht zur Seite legen.

Der Erzählstil ist flüssig und die Hauptfiguren Annika und Luzie werden detailliert beschrieben, während Hendrik zu kurz kam. Milena wird viel Zeit gewidmet und man bekommt einen guten Eindruck von ihr, wobei man sich gewünscht hätte mehr über ihre Gründe zu erfahren.

Ein Buch das zum Nachdenken anregt, aber aufgewühlt zurücklässt. Ich kann mich jedenfalls noch nicht entscheiden, wie ich zu den einzelnen Charakteren und ihren Handlungen stehe.


Insgesamt eine gute, spannende Geschichte mit viel Bezug zur Realität, damals wie heute.
119 reviews4 followers
October 29, 2024
In Katrin Bursegs neuem Roman "Tage mit Milena" treffen zwei beeindruckende Frauen aufeinander und verändern unerwartet das Leben der anderen.

Da ist Annika, die gerade in die Wechseljahre kommt und ein gutbürgerliches Leben mit ihrem Mann in Lübeck führt. Sie hat eine Vergangenheit in der Hamburger Hausbesetzerszene in den 1980er Jahren, die sie scheinbar hinter sich gelassen hat. In der Altstadt betreibt sie das Schreibwarengeschäft ihres verstorbenen Schwiegervaters. Dort taucht zu Beginn des Romans die 17-jährige Luzie auf und kauft Sekundenkleber, mit dem sie sich später zum Klimaprotest auf die Straße vor dem Geschäft klebt. Als Mitglied der Letzten Generation setzt sie sich aus Überzeugung für eine klimagerechte Zukunft ein.

Aus dieser Zufallsbegegnung entsteht eine Bekanntschaft, die die beiden Frauen erst nach Hamburg und dann nach Venedig bringt. Diese Reise, die v.a. bei Annika auch innerlich stattfindet, bewegt viel. Die Autorin hat einen sehr bildlichen Schreibstil, der mitreißt und sich angenehm und leicht lesen lässt, sodass man richtig in die Geschichte hineingezogen wird. Außerdem hat mir gut gefallen, dass sie sich intensiv mit Klimaprotesten beschäftigt und so einen sehr aktuellen Bezug reinbringt.

Einige der Handlungswendepunkte wirkten auf mich leider etwas erzwungen. Sie kamen nicht richtig aus der Motivation der Charaktere heraus, sondern etwas zu impulsiv. Abgesehen davon ist der Roman gut strukturiert und zeichnet sich durch spannende Themen und interessante Charaktere aus.
Profile Image for Elke Sonne.
532 reviews
September 24, 2024
Wenn die Vergangenheit zurückkehrt

„Tage mit Milena“ ist ein intensiver Roman der Autorin Katrin Burseg.
Annika Oelkers lebt mit ihrem Mann Hendrik in Lübeck. In den 1980er Jahren war Annika in der Hausbesetzerszene in Hamburg sehr aktiv, ist dadurch auf Abwege geraten aus denen Hendrik sie herausgeholt hat. Die damaligen Ereignisse hat sie verdrängt bis zu dem Tag als sie auf Luzie trifft. Luzie ist Klimaaktivistin. Ihre Begegnung löst in Annika das Bedürfnis aus, das Mädchen zu beschützen. Durch ihre Sorge um Luzie werden in ihr längst vergessene Erinnerungen der Vergangenheit mit einer unaufhaltsamen Wucht wieder wach.
Der Schreibstil von Katrin Burseg liest sich sehr angenehm. Ihre Charaktere wirken authentisch und die Ereignisse beschreibt sie lebendig und glaubwürdig.
Dabei geht es einmal um die Zeit in der Gegenwart mit Luzie und den Zielen der Klimaaktivisten und einmal um die Vergangenheit, in der Annika mit ihren damaligen Freunden und der Hausbesetzerszene im Mittelpunkt stehen.
Es geht um Aktivismus, Klimawandel, Freundschaft, Erinnerungen, traumatische Ereignisse, Schuldgefühle, Liebe, Mut und vieles mehr. All diese Themen hat die Autorin geschickt miteinander verwoben und mich damit gefesselt.

Der Roman hat bei mir intensive Gefühle hervorgerufen. Hier werden Gegenwart und Vergangenheit gekonnt miteinander verwoben. Mich hat das Buch zum Nachdenken angeregt, so dass es mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird.
Profile Image for mein.buecherregal.
173 reviews2 followers
December 29, 2024
Tage mit Milena von Katrin Burseg aus dem #heyneverlag
🚧
Lübeck-Hamburg-Venedig sind die drei Orte in dieser Geschichte. Hier beim Lesen kann man etwas mehr erfahren und die Städte vielleicht etwas besser kennenlernen. Straßen nachlaufen, Ecken entdecken.
.
Da ich Hamburg im Herzen habe, hat mich dieses Buch interessiert. Ich es durfte bei mir einziehen.
.
Die Geschichte ist interessant. Man kann sich beim Lesen aber auch getrost Zeit lassen, denn es ist -für mich- keine nägelkauend spannende Lektüre.
.
Ich mochte es sehr, mehr über die Besetzung der Hafenstraße zu erfahren. Einen kleinen Einblick zu erhalten. Was war dort damals los.
.
Sehr interessant fand ich auch, dass die Autorin „Klimakleber“ und „Hafenstraßenprotest“ zusammen verknüpft hat. Für beides habe ich einen bestimmten Blickwinkel einnehmen können.
.
Aber die Zusammenführung von diesen zwei Ereignissen, fand ich manchmal etwas ungelenk. Etwas gewollt. Die Leichtigkeit von einem anderen Buch der Autorin (Adas Fest) war für mich hier nicht so offensichtlich.
.
Es passierte viel zufällig. Unwahrscheinliche Treffen. Sehr spontane Entscheidungen. Krankheiten. Viele Erlebnisse, die hier stattfinden. Zu viel? Darf gerne jeder selber entscheiden. Für mich hätten zwei drei Dinge gestrichen werden können. Mir war es dann ein Tick zu viel.
.
Interessant ja. Ein starker Handlungsstrang wäre für mich völlig ausreichend gewesen. 3 von 5 Sternen.
Profile Image for Anne Dietrich.
195 reviews
September 10, 2024
Parallelen zwischen Vergangenheit und Gegenwart

Annika lebt mit ihrem Mann Hendrik in Lübeck. Sie arbeitet in einem Schreibwarengeschäft, das sie von ihrem Schwiegervater übernommen hat. Ihr Leben ist ruhig und überschaubar, nichts deutet auf die Schatten in ihrer Vergangenheit hin. Aber als die siebzehnjährige Luzie in ihren Laden kommt und sich wenig später als radikale Klimaaktivistin entpuppt, kommen ihre Erinnerungen wieder hoch. Erinnerungen an eine Zeit, in der sie vor über 30 Jahren zusammen mit Milena und Matti sehr engagiert in der Hausbesetzerszene in St. Pauli war. Annika wurde damals verhaftet, kam ins Gefängnis, Milena starb und Matti verschwand.
Nun ist es Luzie, die für ihre Ideale einstehen will und überzeugt von ihrem Handeln sich total verrennt.
Ich fand es interessant wie es der Autorin gelungen ist zwischen der Hausbesetzerszene der 1980er Jahre und den heutigen Klimaaktivisten Parallelen herzustellen.
Durch Luzie wird bei Annika etwas aufgerüttelt, sie kann ihre Vergangenheit nicht weiter verdrängen und muss sich dieser stellen.
Die Handlung informiert ganz nebenbei sowohl über die Ziele der Klimaaktivisten als auch über die der Hausbesetzer in der Hafenstraße in Hamburg. Die persönlichen Schicksale werden authentisch erzählt und haben mich berührt.
Ich kann diesen spannenden und informativen Roman empfehlen.
151 reviews
December 25, 2024
In Lübeck betreibt Annika eine kleine Papeterie, in der die siebzehnjährige Luzie Sekundenkleber kauft. Kurz darauf klebt sie sich ein paar Straßen weiter auf dem Asphalt fest und erzürnt durch diese Aktion einen Autofahrer. Luzie weckt in Annika alte Erinnerungen an ihre Zeit in der Hamburger Hausbesetzungsszene in den 80ern. Kurzerhand ist sie Luzie gefolgt, setzt sich neben sie auf die Straße und landet mit ihr gemeinsam in Polizeigewahrsam.
Die Gedanken an die damalige Zeit weckt auch die Erinnerungen an ihren damaligen Freund Matti und ihre Freundin Milena, die verstarb. Annika beschließt, sich ihrer Vergangenheit stellen zu müssen und gemeinsam mit Luzie nach Venedig zu reisen, wo Matti mittlerweile lebt.

Der Gedanke, zwei in unterschiedlichen Zeiten aktivistisch handelnde Figuren aufeinander treffen zu lassen, die sich mit Identitäts- und Schuldfragen auseinandersetzen, hat mir gefallen. Katrin Burseg schreibt flüssig, sodass sich das Buch gut lesen lässt.
Gerade die Informationen und Hintergründe zur Hausbesetzung in der Hafenstraße fand ich sehr interessant. Allerdings konnte ich die Handlungen oft nicht nachvollziehen, vor allem Annikas Entscheidungen fand ich nicht immer glaubwürdig.
Ein Roman, der sich gut lesen ließ und Einblicke in die Aktionen der Letzten Generation und der Hausbesetzung bietet, mir jedoch nicht langfristig in Erinnerung bleiben wird.
Profile Image for Christina.
59 reviews1 follower
October 4, 2024
Der Besuch einer jungen Klimaaktivistin in ihrem Traditionsgeschäft mitten in der Lübecker Altstadt, reißt bei Annika alte Wunden aus ihrer Jugend auf. Zu sehr erinnert sie die toughe Luzie an ihre alte Freundin Milena, an die sie tragische Erinnerungen an Zeiten in der Hamburger Hausbesetzerszene noch in ihre heutigen Träume verfolgen. Sie folgt Luzie zu ihren Einsätzen als mutige und kompromislose Klimaaktivistin, um ihr Milenas Schicksal zu sparen, und für sich selbst alten Fragen auf die Spur zu kommen.

Der Roman ist gut und klar erzählt und es ist spannend, welche Parallelen sich zwischen zwei jungen Frauen ziehen lassen, die für sich größere Zusammenhänge engagieren und völlig angstfrei dafür eintreten. Mir ist die Perspektive allerdings zu "eng". So gerne hätte ich auch erfahren, was der Kampf dieser Mädchen auch auf gesellschaftlicher Ebene lostritt, und hätte gerne über die zwei (gesundheitlichen und emotionalen) Einzelschicksale hinaus geblickt. An einigen Stellen würde ich mir zudem wünschen, dass die Autorin mir als Leserin zutraut, meine eigenen Schlüsse über das Gesagte ziehen zu können. Vieles ist so plakativ formuliert, wie man es fast nur in Kinder- und Jugendbüchern kennt. Dennoch ein schönes, unterhaltsames Buch über ein Thema unserer Zeit!
This entire review has been hidden because of spoilers.
2,299 reviews13 followers
December 23, 2024
Zum Inhalt:
Eigentlich führt Annika ein ruhiges Leben, die Erlebnisse aus der Haubesetzerzeit längst vergessen. Doch die Begegnung mit der jungen Klimaaktivistin Luzie bringt in Annika Erinnerungen von damals hoch und führt dazu, dass sie die traumatischen Erlebnisse von damals wieder klar vor Augen hat. Zudem will sie Luzie davor beschützen ebensolche Fehler zu machen.
Meine Meinung:
Ich bin bei dem Buch hin- und hergerissen. Einerseits fand ich es sehr interessant zu lesen, gerade die Ereignisse zur Hausbesetzerzeit, andererseits konnte ich so gar nicht nachvollziehen, wie Annika alles bisherige so aufs Spiel setzt und nur noch um Luzie kreist. Lange Zeit fragt man sich dann auch, wer eigentlich die die genannte Milena ist, denn die kommt zunächst überhaupt nicht vor. Dann die Begegnung mit Matti, die mehr als zufällig erfolgt, hatte für mich ein zu großes Zufallspotential. Insgesamt fand ich das Buch interessant und recht gut geschrieben, aber nachhaltig im Kopf wird es mir nicht bleiben.
Fazit:
Ganz okay
186 reviews
September 26, 2024
hoffnungsvoll und aktuell

Annika eine Frau in ihren 50ern, lebt mit ihrem Mann in Lübeck. Sie ist die Protagonistin in diesem Buch. Sie hat einen kleinen Schreibwaren Laden.
Annika trifft auf Luzie, und das ändert ihr ruhiges Leben etwas - Luzie ist eine kleine Rebellin. Annika ist eine sogenannte "Klimakleberin" und klebt sich auf die Straßen. Annika selber hat auch eine sehr bewegende Vergangenheit.

Die Art und Weise wie Luzie und Annika skizziert wurden, hat mir nicht so zugesagt. Ich bin den beiden nicht wirklich "nah" gekommen / warm geworden mit ihnen.

Das Buch liest sich sehr flüssig, und es gibt auch immer wieder sehr berührende Stellen. Interessant ist es insbesondere auch dadurch, da es ein absolut aktuelles Thema ist. Die Blicke in die Vergangenheit waren absolut gelungen und haben den Spannungsbogen erhöht.

Von mir gibt es eine Empfehlung für das Buch.

Profile Image for Gitti.
1,176 reviews
April 6, 2025
Annika führt ein ruhiges Leben mit ihrem Mann. Als eine Tages Luzie bei ihr in den Laden kommt und sich kurz danach auf der Straße vor ihrem Laden festklebt, rührt diese bei ihr etwas an, was sie an ihre Tage als Hausbesetzerin in der Hamburger Hafenstrasse erinnert. Sie macht Luzie ausfindig und versuch diese von ihrem radikalen Kurs abzubringen. Dabei kommen die Erinnerungen an ihre Freundschaft mit Milena und Matti wieder hoch und an die tragischen Ereignisse, die sie damals auseinander gerissen haben.

Ich muss sagen, ich hatte ein wenig Probleme mit Annika, die mir recht oft zu unreflektiert handelte. So wirft sie alles hin, was ihr Leben ausmacht, einschließlich der Ehe mit ihrem Mann um eine ihr eigentlich fremde Person davon abzuhalten, was sie für einen schlimmen Fehler hält. In diesem Moment verschwimmen für sie Milena und Luzie so komplett, dass sie am Ende genau das tut, vor dem sie Luzie bewahren will. Sie wirft ihr Leben weg, um jemanden zu retten. Ich war dabei froh, dass ihr Umfeld dabei doch gut damit umgeht und ihr viel Verständnis entgegengebracht wird.

So begleiten wir Annika und Luzie dann auf den Weg nach Italien, wo Annika endlich herausfindet, was wirklich in ihrer Vergangenheit passiert ist. Es stellt sich heraus, dass hier alle ganz viel angenommen haben und sich aber nicht die Mühe gemacht haben, herauszufinden was wirklich passiert ist.

Alles in allem habe ich das Buch gerne gelesen, ich habe Luzies Motivation gut verstehen können, warum sie sich der letzten Generation angeschlossen hat. Gerade die Motivation dieser Gruppe wird gut dargestellt und auch, dass es sich hier nicht um eine homogene Gruppe handelt .
Profile Image for Kathrin Olzog.
231 reviews17 followers
November 5, 2024
Locker-leicht zu lesen, aber zu viel reingepackt. Deswegen nur eine 3-
Displaying 1 - 25 of 25 reviews

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