Die Festgabe fur Hubert Treiber "Grenzuberschreitende Diskurse" enthalt 27 Beitrage von 30 namhaften Autoren unterschiedlicher Disziplinen und Nationalitat. Ein besonderer Schwerpunkt der Beitrage liegt auf der Bedeutung Max Webers fur verschiedene Wissenschaftsdisziplinen. So finden sich Texte zur Weber-Forschung in engerem Sinne (P. Antes, S. Breuer, H. Dreier, W. u. P. Feuerhahn, G. Roth, H. Steinert u. H. Tyrell), aber auch Beitrage, die in Orientierung an Weber spezifische Probleme der Theoriebildung diskutieren (N. Aslanbeigui/G. Oakes; L. Scaff) und sich damit in der Nahe von Uberlegungen zur Wissenschaftstheorie (G. Grasshoff, F. Steinle) ansiedeln. Reizvoll sind die Gedanken von Nietzsche-Kennern zu Weber (U. A. Sommer) und von Weber- Experten zu Nietzsche (R. Marra), mit welchem sich auch H. u. H. Cancik beschaftigen. Dem Thema "Recht und sozialer Kontext" wird in detaillierten Beitragen von den Rechtssoziologen K. v. Benda-Beckmann (am Beispiel transnationalen Rechts) und E. Blankenburg (am Beispiel des Adat-Rechts in Indonesien) nachgegangen. Im rechtswissenschaftlichen Kontext setzt sich P. Cancik mit Steuerungsproblemen im Mikro-Bereich (Eroffnungskontrolle) auseinander, im Makro-Bereich des Gewahrleistungsstaates und des Seerechts hingegen arbeiten G. Schmid und R. Wolf. T. Gross und K. Waechter beschaftigen sich mit Begriff und Institution des Amtes im von Weber beeinflussten juristischen Sinn. W. Linder demonstriert auf empirischen Grundlagen die Vorzuge der direkten Demokratie, F. Sack fragt nach dem Woher und Wohin des punitive turns und schliesslich unterstreicht K.-C. Kohnke an einem scheinbar abgelegenen Gegenstand die Einsicht M. Montinaris, dass "Wissenschaftlichkeit ? kein Fetisch (ist), sondern einfach der Wunsch, ein guter 'Arbeiter' zu sein."