Die ehemalige Pariser Concierge Ninon Moineau hat ihre bescheidene Rente gegen Kost und Logis auf einem Containerschiff eingetauscht. Als sie nach einigen Jahren auf den Weltmeeren versucht, an Land zurückzukehren, findet sie heraus, dass sie mit dem Unterzeichnen ihres Vertrags einem Finanzspekulanten zum Opfer gefallen ist. Es entspinnt sich eine ebenso spannende wie kuriose Verfolgungsjagd, in der skrupellose Finanzhaie, der Alltag auf einem Frachter und berührende Momentaufnahmen aus Paris aufeinandertreffen. Magali Desclozeaux entlarvt in ihrer realistischen Fabel viel über eine Gegenwart, in der alles zur Ware wird und es gar nicht so abwegig scheint, den eigenen Lebensabend in einem Container zu verbringen.
Als sie mit Erreichen des Rentenalters aus ihrer Dienstwohnung ausziehen muss, macht ihr LeRoy ein verrücktes Angebot: Gegen ihre bescheidene Rente, die in sein üppiges Finanzportfolio fließt, bekommt die Cocierge des sanierungsbedürftigen Mietshauses lebnslang Kost und Logis. Auf einem Containerschiff. In diesem Briefroman entblättert sich die ungeheuerliche Geschichte einer Transaktion. Schreiben für Schreiben wird eine ungeheuerliche, schräge, berührende Gemengelage offenbar. Und welche Rolle eine Erbschaft und die winzige PEnsion dabei spielen, ist stauneswert. Eine Satire auf Globalisierung, aber nicht nur. Selbst wenn Menschlich anrührendes nur angedeutet wird, trifft Magali Desclozeux' kleines Buch ins Herz. Kitschfrei. Die Kunst der Auslassung halt.