Der Regisseur Herbert Selpin wurde im Frühjahr 1942 während der Dreharbeiten zu Titanic von seinem Freund und engsten Mitarbeiter, dem Drehbuchautor Walter Zerlett-Olfenius, wegen »wehrkraftzersetzender« Äußerungen denunziert. Während die Produktion weiterlief, musste er wochenlange Ermittlungen über sich ergehen lassen, wurde Ende Juli verhaftet und am 1. August 1942 erhängt in seiner Zelle aufgefunden. Fast siebzig Jahre nach den Ereignissen schildert Friedemann Beyer den Fall Selpin in einer dramatischen Chronik, gestützt auch auf bisher unbekannte Quellen. Er zeigt, dass der Fall Selpin sehr viel komplexer ist als bisher angenommen und alle Zutaten einer menschlichen Tragödie enthält - ein privates Zerwürfnis, das sich unter Diktatur und Kriegsrecht zu einer tödlichen politischen Affäre auswächst.
Friedemann Beyer schildert die cliquenhaft enge Verbindung von Politik und Filmbranche im NS-Staat und schließt mit seinem neuen Buch ein trauriges Kapitel deutscher Film- und Zeitgeschichte.