Sicherlich waren meine Leseziele im Bezug auf dieses Buch etwas hoch. Ich erhoffte lautere „Meinung“, stärker vernetzte Argumentation im Bezug auf den Kapitalismus.
Das Buch ist, was es ist: Ein Überblick über den Klimawandel aus der Wissenschaft, das vor allem auch um Objektivität bemüht ist. Sehr oft wiederholt sich der Autor dabei und nach den ersten 80 Seiten musste ich tatsächlich schmunzeln, dass er 80 Seiten mit sich ähnelndem oder wiederholenden Inhalten füllte. Nach den hard facts, die vor allem das Anthropogene der Erderwärmung stützen sollen, wird es dann allerdings interessanter.
Nicht zuletzt schafft es Herr Latif durch sein objektives Darlegen die emotionale Ebene zu treffen. Wahrscheinlich liegt das daran, dass die Zusammenhänge auf politischer, wirtschaftlicher und auch individueller Ebene so einfach sind, dass man sich beim erneuten Lesen und Nachdenken wieder an den Kopf fassen muss. Das beste Beispiel ist die 28. Klimakonferenz.
5000 Lobbyisten aus dem fossilen Energiesektor, den Vorsitz gibt der Geschäftsführer eines riesigen Ölkonzerns und Veranstaltungsort ist Dubai - na dann gute Nacht.
Was mich tatsächlich etwas „stört“, ist, dass von den 22€ für 220 Seiten Taschenbuch (!) keine 3€ in Klimafonds fließen, Organisationen gefördert werden o.Ä.
Vielleicht ist das aber auch eher mein eigenes Problem…Leisten könnte es sich Herr Latif sicherlich und würde zur Objektivität der Fakten eine Priese mehr Eigeninitiative artikulieren.
Dennoch lesenswert, um einen Einblick in die Klima-Kapitalismus-Vernetzung zu bekommen und um erneut sensibilisiert zu werden und das eigene Handeln zu reflektieren.