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Es treten auf: Paola oder Die Liebe. Die Liebe geht verschlungene Pfade. In der stürmischen Anfangsphase kann ein mit Paola verlebter und verregneter Toskanaurlaub dazu führen, dass man fortan bei Regen "immer an Sex denken muss". Wenig später nur gibt die Parkplatzsuche Anlass zu Grundsatzdiskussionen über "Opti- und Pessimisten", lassen wöchentliche Debatten über die optimale Stellung der Wohnzimmermöbel den sehnlichen Wunsch aufkommen, nur "einfach mal wohnen zu wollen". Die Absicht schließlich, Paolas Zuneigung durch ein entsprechendes Geschenk neu zu entfachen, muss, "wenn es weihnachtet", zu Verzweiflungskäufen und dem alljährlich neu gefassten Vorsatz führen, im kommenden Jahr bereits im Januar mit den Weihnachtseinkäufen zu beginnen.
Sodann spielt mit: Luis oder Das Göttliche. Wann immer es in Erscheinung tritt, lässt das Göttliche den Menschen überwältigt, macht- und ratlos zurück. Der viereinhalbjährige Luis führt nicht nur ein nächtlich-geheimes Doppelleben, dessen Inhalt sein Vater trotz oder dank des "Babyfons" nicht einmal erahnen kann. Unerklärlich ist auch die mysteriöse Wirkung, die Pulp Fiction, Sexbomb und Der Kommissar auf Luis ausüben.
Schließlich: Bosch oder Die Freundschaft, die -- wie zwischen Männern üblich -- immer dann lichte Höhen bzw. abgründige Tiefen erreicht, wenn die Biere gezischt werden, die der Kühlschrank-Freund zuvor auf Trinktemperatur gebracht hat.
So ist es also, das Leben: banal, voller Wiederholungen, und vor allem sehr abenteuerlich. Alles, was man zu dieser Erkenntnis braucht, ist dieses Buch. Über Paola, Luis und Bosch. --Anneke Hudalla
154 pages, Hardcover
First published September 1, 2000