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Ich sag's euch jetzt zum letzten Mal

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Paola. Luis. Bosch. Wem das nichts sagt, der hat was verpasst. Der weiß nichts von Einwohnermeldeämtern, nichts vom "Strudel der Lust", kurz: der kennt das Leben nicht. Paola, Luis, Bosch -- das sind die Fixsterne eines Universums, in das Axel Hacke die Leser der Süddeutschen Zeitung seit einigen Jahren allfreitäglich entführt. Sehr klein kommt einem dieses Universum vor -- und doch enthält es die ganze Welt. Daher stellt Ich sag's Euch jetzt zum letzten Mal nichts Geringeres dar als eine moderne Fassung des "teatrum mundi".

Es treten auf: Paola oder Die Liebe. Die Liebe geht verschlungene Pfade. In der stürmischen Anfangsphase kann ein mit Paola verlebter und verregneter Toskanaurlaub dazu führen, dass man fortan bei Regen "immer an Sex denken muss". Wenig später nur gibt die Parkplatzsuche Anlass zu Grundsatzdiskussionen über "Opti- und Pessimisten", lassen wöchentliche Debatten über die optimale Stellung der Wohnzimmermöbel den sehnlichen Wunsch aufkommen, nur "einfach mal wohnen zu wollen". Die Absicht schließlich, Paolas Zuneigung durch ein entsprechendes Geschenk neu zu entfachen, muss, "wenn es weihnachtet", zu Verzweiflungskäufen und dem alljährlich neu gefassten Vorsatz führen, im kommenden Jahr bereits im Januar mit den Weihnachtseinkäufen zu beginnen.

Sodann spielt mit: Luis oder Das Göttliche. Wann immer es in Erscheinung tritt, lässt das Göttliche den Menschen überwältigt, macht- und ratlos zurück. Der viereinhalbjährige Luis führt nicht nur ein nächtlich-geheimes Doppelleben, dessen Inhalt sein Vater trotz oder dank des "Babyfons" nicht einmal erahnen kann. Unerklärlich ist auch die mysteriöse Wirkung, die Pulp Fiction, Sexbomb und Der Kommissar auf Luis ausüben.

Schließlich: Bosch oder Die Freundschaft, die -- wie zwischen Männern üblich -- immer dann lichte Höhen bzw. abgründige Tiefen erreicht, wenn die Biere gezischt werden, die der Kühlschrank-Freund zuvor auf Trinktemperatur gebracht hat.

So ist es also, das Leben: banal, voller Wiederholungen, und vor allem sehr abenteuerlich. Alles, was man zu dieser Erkenntnis braucht, ist dieses Buch. Über Paola, Luis und Bosch. --Anneke Hudalla

154 pages, Hardcover

First published September 1, 2000

4 people want to read

About the author

Axel Hacke

61 books59 followers
Axel Hacke lebt als Schriftsteller und Kolumnist des Süddeutsche Zeitung Magazins in München. Berühmt ist seine Kolumne „Das Beste aus aller Welt", die er seit Jahrzehnten jede Woche darin veröffentlicht. Er gehört zu den bekanntesten Autoren Deutschlands, seine Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Seine Arbeit wurde unter anderem mit dem Joseph-Roth-Preis, zwei Egon-Erwin-Kisch-Preisen, dem Theodor-Wolff-Preis und zuletzt dem Ben Witter-Preis 2019 ausgezeichnet.

Foto von Thomas Dashuber

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Profile Image for Breña.
557 reviews9 followers
November 2, 2019
1. Überraschung: Man ist das BUNT! Die 2.: Man ist das DÜNN! Und zuletzt: Man ist das GUT! Besonders gefallen haben mir die nicht ganz so alltäglichen, etwas surrealen Geschichten. Und nach den Nächten mit Bosch werde ich mal verstärkt Ausschau halten.
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