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Blick in den Abgrund. Ein israelisches Tagebuch

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Israel steht am Abgrund. Das Israel, das wir kannten. Saul Friedländer, der große Historiker des Holocaust, hat ein Tagebuch geschrieben, in dem er die aktuellen Ereignisse schildert und kommentiert, in Rückblenden aus der Geschichte des Landes, das er mit aufgebaut hat, erzählt, Konflikte analysiert und über Lösungen nachdenkt. Sein Tagebuch geht unter die Haut und jeden etwas an, dem an Israel was liegt.

237 pages, Hardcover

Published October 17, 2023

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Saul Friedländer

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Saul Friedländer (Hebrew: שאול פרידלנדר) is an Israeli/French historian and a professor emeritus of history at UCLA.

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June 9, 2024
Mich hat die Klarsichtigkeit des Autors beeindruckt und meine Sicht auf die heutigen Probleme in Israel und Palästina verändert. Die Sicht des Autors auf die Probleme der israelischen Politik im Jahr 2023 ist spannend und schlüssig dargestellt, und seine Schlussfolgerungen für die zukünftige Politik/die Zukunft des Landes, der Region sind schrecklicherweise eingetroffen. Ich mochte seine ruhige Art, die Fakten aufzuzählen und fand die Argumentationsweise sehr wenig polemisch, in einem von Polemik geprägten Feld.
Profile Image for Basti Moods.
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April 30, 2025
Friedländer schreibt in diesem Tagebuch über die Entwicklungen Tag für Tag zwischen Januar und Juli 2023 in Israel. Diese Monate sind geprägt durch die Debatten über die Justizreform, Demonstrationen dafür und dagegen, Verweigerung von Teilen der israelischen Armee am Dienst, Terroranschlägen. Vor allem mit dem Blick auf den 07. Oktober war Friedländer hellsichtig, da er einen Krieg voraussah und die Schwäche Israels durch die innerstaatlichen Konflikte als Chance für islamistische Banden sah: "Israels Feinde wissen um die innere Spaltung und sind bereit, sie auszunutzen" (122), schreibt er Ende März 2023.

Dennoch scheint mir das Buch an vielen Stellen naiv. Friedländer macht die Besatzung des Westjordanlands an vielen Stellen für den Hauptgrund des israelisch-arabischen Konfliktes aus und lässt andeuten, dass auch durch den Rückzug der israelischen Siedler das Problem gelöst wäre. An anderer Stelle schreibt er aber, dass die Hamas und der islamische Djihad an der Vernichtung Israels interessiert sind und nicht an irgendwelchen kleinen Territorialfragen.

Auch scheint mir das Antisemitismusverständnis von Friedländer oft ungenau und falsch zu sein: "Israel ist keine Antwort auf den Antisemitismus; in einigen Fällen verstärkt es den Antisemitismus sogar noch." (35) Oder: "Dieser wachsende Antisemitismus war schon viele Jahre vor der jetzigen Regierung in Israel zu beobachten, aber natürlich ist die gegenwärtige Situation nicht hilfreich." (192)
Diesem eigenartigen Antisemitismusverständnis, dass Juden selbst Schuld wären an dem Hass gegen sie, widerspricht er aber auch immer wieder: "Die Juden mögen für vieles verantwortlich sein, aber für die Feindseligkeit, die sie provozieren, verantwortlich zu machen, war ein bisschen zu viel..." (208)
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