Titel und Klappentext ließen auf einen vielfältigen Familienepos hoffen. Es stellte sich bald heraus, dass der "Uhrmacher des Zaren" doch nur recht kurz am Zarenhof tätig war, ansonsten hauptsächlich zwar in Russland, aber ebenso häufig in der Schweiz und der übrigen Weltgeschichte an der Begründung seines Unternehmens arbeitete.
Das Buch wird sicher der Lebensleistung Heinrich Mosers gerecht. Die folgenden dreihundert Seiten sind zumeist eine Aneinanderreihung von Anekdoten, die abbrechen, sobald es spannend wird und oberflächlich bleiben. Dabei laden die Figuren mit ihren Lebensgeschichten zum großen Wurf ein: Die hauptsächlichen Protagonisten, Henri und Mentona, beide Kinder Heinrichs, zeichneten sich durch Abenteuerlust, Reform- und Revolutionswillen aus und auch die übrigen Figuren tragen reichlich literarisch lohnenswerte Widersprüche in sich. Davon transportiert der Roman nicht viel.
Man merkt, es handelt sich um die Aufarbeitung der Familiengeschichte Balsigers. Der Erzähler ist gleichzeitig distanzlos und sentimental involviert. Einblicke in das Gefühlsleben der Protagonisten bleiben klischeebeladen und romantisierend. So kommen die Figuren kaum über das Dasein als historische Silhouette hinaus. Schriftstellerisch ist wenig zu sagen: Spannungsbögen werden selten über mehrere Seiten errichtet, Dialoge dienen vor allem dazu, historischen Kontext zu liefern ohne etwas über die Sprechenden zu vermitteln.
Insgesamt bleibt der Band wertvoll als Fixierung der Familiengeschichte, 555 sind zu viel.