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Anlass für die Reise des Autors in die Hauptstadt ist ein Praktikum bei der Bundestags-Fraktion der Grünen -- jener Partei, die sein Vater in den 70er-Jahren als "zweite außerparlamentarische Opposition" mitbegründete. Der junge Mann trifft sich mit ehemaligen Weggefährten Rudi Dutschkes, die sich politisch in völlig unterschiedliche Richtungen entwickelt haben: er spricht unter anderen mit Bernd Rabehl, Jürgen Treulieb und Joschka Fischer.
Dutschke Junior zieht Bilanz: Was ist noch übrig von der Utopie eines demokratischen und menschenwürdigen Sozialismus, für die sich sein Vater so leidenschaftlich eingesetzt hat? Nicht sonderlich viel, so sein Resümee. Die SPD ist in ihren Positionen kaum noch von der CDU zu unterscheiden, die PDS hat ein gefährlich unaufgeklärtes Verhältnis zur SED, und die Grünen, so beobachtet Dutschke, haben auf dem Weg in die Regierung den Großteil ihres ehemaligen Bisses verloren. Doch Dutschke sieht auch, dass es heute mehr denn je nötig ist, einer Ideologie des schrankenlosen Kapitalismus etwas entgegenzusetzen und der rasenden Umweltzerstörung Einhalt zu gebieten.
Spuren meines Vaters ist ein interessantes, politisch engagiertes und gleichzeitig sehr persönliches Buch. Die allgemeinen Abhandlungen, etwa über die Teilung Deutschlands oder die politische Situation in den Vereinigten Staaten, scheinen jedoch einen allzu "unbeleckten" Leser vorauszusetzen und wären ohne weiteres verzichtbar gewesen. --Selina DeNiro
Paperback
Published September 1, 2001