Eine nicht ganz harmonische Familienweihnacht mit allerhand Überraschungen
In ihrem Ferienhaus in den verschneiten Schweizer Alpen feiern Elisabeth und Pascal Weihnachten mit ihren Kindern und Enkelkindern. Schwiegertochter Gesine findet immer etwas zu kritisieren, Sohn Christoph verschwindet hinter der Zeitung, Enkel Mats verbreitet Chaos, Schwiegertochter Sylvie glänzt durch Abwesenheit, ihr Mann Cord macht mysteriöse Andeutungen und Tochter Cleo lässt auf sich warten… Ein harmonisches Weihnachten sieht definitiv anders aus. Und dann lassen ausgerechnet Elisabeth und Pascal noch eine ganz besondere Bombe platzen. Die soll nicht die einzige Überraschung bleiben.
Alexander Oetker schreibt klar, unkompliziert, flüssig und mit Humor in der dritten Person Vergangenheit aus Pascals Sicht. Es war für mich überhaupt kein Problem, in die Geschichte hineinzufinden.
Wie in jeder Familie herrscht hier auch nicht nur eitel Sonnenschein. Während Gesine ganz offen aneckt, finden andere Konflikte eher im Verborgenen statt. Die unterschiedlichen Persönlichkeiten der Charaktere werden dabei nachvollziehbar dargestellt. Auch die Beziehungen der Figuren untereinander werden interessant beschrieben und machen neugierig. Freilich wirken dabei einige Personen wie Mats oder Gesine ziemlich überzeichnet und übertrieben. Aber manchmal muss es wohl einfach mal ordentlich krachen und dafür braucht es eben besondere, manchmal unbequeme Charaktere, sonst wäre es ja langweilig. Und die vermeintlich durchschaubaren, immer verlässlichen Eltern Pascal und Elisabeth warten mit einer besonderen Überraschung auf. Mir hat die Figurenkonstellation insgesamt recht gut gefallen.
Alexander Oetker schildert ein typisches Familienweihnachten mit einem untypischem Ende. Alle Beteiligten haben ihre genauen Vorstellungen, wie die Feier abzulaufen hat, aber das Leben macht ihnen so manchen Strich durch die Rechnung. Ich habe die kurze, kurzweilige Geschichte in einem Rutsch verschlungen und fühlte mich dabei gut unterhalten. Zwar hätte ich mir für manche der Figuren ein anderes, klassischeres Ende gewünscht, aber da das Finale offen gestaltet ist, liegt mein Wunschende vielleicht dennoch im Bereich des Möglichen. Insgesamt eine nette, leichte, durchaus auch besinnliche Lektüre für eine ruhige Advents- und Weihnachtszeit.