Linda Zervakis war schon immer eine Pionierin – z.B. die erste Tagesschausprecherin mit Migrationshintergrund. Inzwischen hat sie sich zu neuen Zielen aufgemacht, den Sender gewechselt – und auf ebay-Kleinanzeigen ein Haus in Schleswig-Holstein gekauft. Landgang erzählt vom Aufbauen, Ankommen und Anecken – und darüber, wie sich Land und Leute in den letzten Jahren so verändert haben. Und Linda. »Die Idee ist wunderbar aber dann kommt die Realität. Linda Zervakis ist dem gängigen Landlebenglücksversprechen nachgegangen, sie hat es wirklich versucht, Doch im Idyll war's ihr zu stüll Und so ist dies das Gegenteil eines Ratgebers, eine Ode schließlich aufs Stadtleben und ein großes Vergnügen.« Benjamin von Stuckrad-Barre
Linda Zervakis wirkt wie eine sehr lustige und nette Person, was auch in diesem Buch rüberkommt, doch viel mehr als das konnte es mir leider nicht geben (abgesehen von ein paar DIY-Ideen, die ich unbedingt ausprobieren möchte).
Das Buch liest sich sehr flott, fast schon zu flott, denn die 200 Seiten fliegen durch die große Schrift ziemlich schnell vorbei. Vom Preis-Leistungs-Verhältnis finde ich die 18€, die das Buch kostet, etwas viel.
Der dramaturgische Aufbau des Buchs ist etwas wirr, es startet mit einem von einer KI geschriebenen Gedicht, das nur im Prolog erwähnt wird, geht über in eine Geschichte über einen Wellensittich, die ebenfalls keinerlei Relevanz für den Rest der Erzählung hat, bis schließlich der Plan fürs Land geschmiedet wird. Auch dort ist kaum ein chronologischer Ablauf zu erkennen, es werden vielmehr Anekdoten aneinandergereiht, die mal mehr, mal weniger witzig sind. Vor allem das Ende des Buchs kommt total aus dem Nichts und wird nur im Nebensatz erklärt.
Was mir aber auf jeden Fall gefallen hat, ist die unbeschönigte Wahrheit darüber, wie der Traum vom romantischen Landleben in Wirklichkeit aussehen kann.
Vivi und Linda, die Autorin, gemeinhin bekannt vom Verlesen ernsthafterer News, brauchen nach kleinen Dramen in ihrem angestammten Städterinnenleben eine ordentliche Auszeit. Trotz fehlenden Geschickes im Umgang mit tierischen und pflanzlichen Arten geht es in den höchsten Norden aufs platte Land. Ein altes Bauernhaus dient von nun als manchmal recht kühle Homebase fürs mutige Entdecken neuer Lebens- und Ernährungsweisen fernab der urbanen Komfortzone.
Der Text ist locker und humorvoll geschrieben, und man schmökert sich schnell durch die Episoden mit tierischen und menschlichen Nachbarn der beiden Frauen. Es macht Spaß, aber zugegebenermaßen werde ich persönlich nicht ganz mit meinen Erwartungen an den Text abgeholt. Ich hatte mir ein wenig mehr pro und contra Land- oder Stadtleben und zudem mehr über die emotionale Komponente dieser Entscheidung erhofft. Das Buch bleibt leider sehr stark per der puren Beschreibung des Alltags, ohne Schlüsse für die Exilantinnen daraus zu ziehen.
Zu aller erst muss ich gestehen, dass ich das Buch nur lesen wollte, weil mich der Schreibstil von Linda Zervakis interessiert hat. Ich hatte keine Erwartung an das Buch, musste aber bereits nach wenigen Seiten eingestehen, dass es mir doch sehr gut gefallen hat. Der Schreibstil hat mich sehr angesprochen, weil es gut und flüssig zu lesen ging. Auch die Geschichte, die erzählt wurde, fand ich sehr spannend und ich musste auch das ein oder andere Mal schmunzeln. Besonders gut gefallen haben mir die Tipps, um selbst einige Lebensmittel anzubauen. Ich nehme mir selber vor, einiges davon umzusetzen. Allerdings muss ich gestehen, dass mich Vivi in dem Buch etwas erzürnt hat. Es hat sich angefühlt wie sich aktuell mit Veganer zu unterhalten. Es zählt keine andere Meinung und man muss es ihnen sofort nachmachen. Ich finde es toll auf möglichst viel Fleisch zu verzichten, aber man möchte es nicht immer aufgezwungen bekommen.
Zum Inhalt: Wie viele Menschen träumte auch Linda Zervakis irgendwann davon aufs Land zu ziehen und setzt es einfach um und kauft ein Haus in Schleswig-Holstein und stürzt sich auch voller Elan in die Gärtnerei unterstützt von wissenden Freunden und es artet schon fast in einen Wettkampf zwischen den Frauen aus. Doch das Landleben ist eben nicht nur eitel Sonnenschein. Meine Meinung: Der Einstieg in das Buch ist schon etwas seltsam, der Tod des Wellensittich und der Umgang damit oder auch die Folgen, aber es ist dennoch eine nette Anekdote. Der Landgang von Linda liest sich amüsant und auch das schlussendliche Fazit aus der Aktion hat was. Nicht jeder ist für ein Landleben gemacht und so einfach und schön, wie man sich das so vorstellt ist es eben auch nicht immer. Das Buch ist kurzweilig und nett geschrieben, wird aber nicht lange in meinem Kopf bleiben. Fazit: Ganz nett
Das Buch ist in einem lockeren, humorvollen Stil geschrieben, der das Lesen sehr leicht macht. Ansonsten hätte ich auch nicht bis zum Ende durchgehalten, denn mir fehlte ein chronologischer Zusammenhang und manchmal auch der Sinn der einzelnen Geschichten. Insgesamt wirkt es eher belehrend als unterhaltsam und zwischendurch habe ich mich mehrfach gefragt, ob man sich von einer Freundin so bevormunden lassen muss.