Die Diskussion um die Anfänge der Transitus-Mariae-Literatur (apokryphe Überlieferungen über Leben und Sterben der Mutter Jesu) ist geprägt von zwei Hypothesen. Während die dogmengeschichtlich geprägte Hypothese die Entfaltung dieser Literatur im Rahmen der dogmatischen Lehrentwicklung sieht, sieht ein alternativer Zugang die Ursprünge dieser Literatur im heterodoxen Bereich. Ein Fragment eines offensichtlich sehr alten koptischen Textes wirft die Frage auf, ob die dogmengeschichtliche Hypothese die Entstehung der Literatur zu spät ansetzt, während gleichzeitig der Ursprung im heterodoxen Bereich durch diesen Text in Frage gestellt wird. Die Reihe Die Griechischen Christlichen Schriftsteller der ersten Jahrhunderte (GCS) veröffentlicht seit 1897 (zuerst in Leipzig, dann in Berlin) die Ergebnisse des Akademieprojektes Griechische Christliche Schriftsteller , begonnen in der damaligen Königlich Preußischen Akademie der Wissenschaften, unter dem Titel Die alexandrinische und antiochenische Bibelexegese fortgeführt in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Sie bietet in großen kritischen Ausgaben mit historisch orientierenden Einleitungen und Registern diejenigen Werke, die ursprünglich im griechischsprachigen Teil des antiken kaiserzeitlichen Christentums entstanden sind und nicht von den anderen großen Editionsreihen herausgegeben werden. Für die ersten drei Jahrhunderte wird dabei Vollständigkeit angestrebt.