Die 17-jährige Katinka führt ein geordnetes Leben: ihre Familie ist intakt, sie spielt leidenschaftlich gern Fußball und macht bald ihr Abitur. Alles scheint bestens, bis der unerwartete Kuss einer Mannschaftskameradin Katinkas Welt erschüttert. Plötzlich glauben alle, sie sei lesbisch! Fluchtartig stürzt sie sich in einen Flirt mit einem Jungen, doch statt ihm kommt sie seiner Schwester näher, einem Vorzeigemädchen mit Streberattitüde. Das Gefühlschaos ist perfekt. Pendelnd zwischen Vereinsplatz und Theatersaal, Scheinheiligkeit und echten Gefühlen, muss Katinka erkennen, dass sich jeder hinter einer Maske versteckt auch sie selbst.
"Im Abseits der Lichter" ist der erste Band einer Coming-In und Coming-Out-Buchreihe von der jungen Autorin Lina Kaiser. Im Laufe des Buches kommt vor allem Katinka zu Wort - eine junge Fußballspielerin, die mit einem Gerücht konfrontiert wird, das ihr absolut nicht behagt: Sie soll lesbisch sein. Sie? Warum gerade sie? Für sie kommt das überhaupt nicht infrage, und um zu beweisen, dass an diesen Gerüchten nichts dran ist, stürzt sie sich in eine Beziehung mit Julius Weidering. Nicht ahnend, dass es doch seine Schwester ist, die viel interessanter ist ...
Meine Meinung: Ich hatte die tolle Möglichkeit, Lina Kaiser im Laufe des Queer-Gelesen-Festivals kennenzulernen und einen ersten Eindruck vom Buch bei ihrer Lesung zu erhalten. Aber selbst ohne diesen wundervollen, persönlichen Eindruck, glänzt dieses Buch in vielerlei Aspekten. Zum Ersten ist es eines der wenigen lesbischen Bücher, das sich wirklich mit der Coming-In-Problematik auseinandersetzt. Es ist eben nun mal nicht gegeben, dass jeder damit klar kommt, lesbisch zu sein. Vor allem, wenn diese Person unbeabsichtigt von anderen geoutet wird. Auf feinste Art und Weise hat die Autorin dieses Thema genommen und umgesetzt, sorgfältig in eine Geschichte gewebt, die einen ganz und gar für sich einnimmt. Der psychologische Aspekt spielt in der Geschichte eine große Rolle: Katinka ist nämlich einfach nicht bereit dazu, lesbisch zu sein. Sie will nicht als Aussätzige behandelt werden, wie es nach ihrem Empfinden als homosexuelle Frau sein muss. Sie hat damit mehr Probleme als die meisten anderen. Ich persönlich kann mich damit auch gut identifizieren - Selbstakzeptanz kommt nicht von irgendwoher und die kleinsten Sprüche oder Einflüsse von außen, die auch nur einen Hauch negativ sind, können einen bis ins hohe Alter verfolgen und die Meinung von einem selbst, aber auch von anderen, massiv beeinflussen. Ich finde es schön, wie die Autorin das Thema verpackt hat. Die Charaktere sind schön mit Worten gezeichnet, auch wenn man sie nicht alle jederzeit mag. Katinka zum Beispiel ist nicht die einfachste Protagonistin, aber ich habe sie immer einwandfrei nachvollziehen können. Debora, das Mädchen, das die ganze Handlung erst anstößt, hat hingegen meiner Meinung nach ein massives Problem, denn andere zu outen ist einfach nicht akzeptabel. Aber in der Hinsicht haben sich die wenigsten Charaktere mit Ruhm bekleckert.
Besonders gefallen hat mir am Roman, dass ich mit Katinka mitgefiebert habe und mir bis zum Ende sehnlichst gewünscht habe, dass sie sich endlich akzeptiert und dass nicht mehr so viele Missverständnisse zwischen ihr und ihren Gegenspielern passieren. Mit dem Ende hingegen hatte ich ein wenig meine Schwierigkeiten, da es mir ein bisschen zu "Hollywood"-mäßig vor kam. Aber ich denke, dass das einfach nur Geschmackssache ist.
Fazit: Ein wundervoller, lesbischer Liebesroman, der sich schnell liest und Eindruck hinterlässt. Ich vergebe deshalb 4.5 Sterne.
Ein absolut ehrliches und realitätsnahes Buch über Selbstakzeptanz und die erste große Liebe!👩❤️👩💕
Es ist schwierig, die richtigen Worte für diese Geschichte zu finden. Einerseits bin ich wegen der knallharten Ehrlichkeit und Echtheit wirklich begeistert und doch fehlt mir etwas – das Tüpfelchen auf dem I, der Wow-Effekt.
Begonnen hat das Buch unglaublich stark – selten konnte mich ein Prolog so fesseln und zum Weiterlesen bewegen. Als Leser wird man sofort in die Geschichte hineinkatapultiert, fühlt, was Katinka fühlt und kann es kaum erwarten, wie es nach diesem tollen Auftakt weitergeht. Nachdem der Prolog so mitreißend war, hat mich der Fortgang der Geschichte ein wenig enttäuscht, lange plätschert alles nur so ein wenig dahin, die Figuren waren zwar größtenteils recht sympathisch, so richtig an Tiefe gewannen sie aber nicht. Einzig und allein in Katinka konnte ich mich gut hineinversetzen und durch ihre inneren Monologe auch gut nachvollziehen, was in ihr vorgeht und wie sie sich fühlt. Das liegt wohl auch daran, dass die verwendete Sprache zum Teil unmodern und steif gewirkt hat und ich mir deshalb schwer tat, eine Beziehung zu jenen Charakteren aufzubauen, deren Gedanken man nicht mitbekommt.
Sehr sehr gut gefallen hat mir, dass Katinka sich nicht Knall auf Fall und auf den ersten Blick in Emilia verliebt. Schleichend, langsam und zu Beginn kaum vorstellbar, bahnt sich eine zarte Liebe zwischen den beiden an. Für Katinka die erste große Liebe, die ersten großen Gefühle, das erste Mal Herzklopfen und Liebeskummer. Lina Kaiser hat diese Emotionen sehr gut transportiert und dargestellt! Eine wahre Achterbahnfahrt der Gefühle!
Manchmal bin ich doch zu impulsiv. Schon habe ich wieder meine Krallen ausgefahren, dabei weiß ich doch, dass er nur wenig dafür kann, dass ich mir bloß selbst im Weg stehe. Im Abseits der Lichter, Seite 101
So richtig überspringen konnte der Funken aber nicht – ich hatte das Buch zwar in wenigen Stunden verschlungen, das lag aber viel mehr daran, dass es nur knapp 200 Seiten hat. Ich tat mir zudem schwer mit dem Layout – selten Absätze und laaaange Kapitel. Dafür gefällt mir das Cover ausgesprochen gut! Eigentlich bin ich nicht Fan von Menschen in Frontalansicht auf Covern, aber das Buch hier bildet eine Ausnahme! Zudem finde ich es gut, dass die zentralen Themen Fußball und Schauspiel aus dem Buch aufgegriffen und dargestellt wurden.
Als sich gegen Ende hin alles zuspitzt, auf einen Höhepunkt zusteuert, begann die Geschichte für mich ein wenig übereilt und gewollt zu wirken. Es passierte einiges, das mir ein wenig an den Haaren herbeigezogen erschien – Plottwists der negativen Art.
Fazit: „Im Abseits der Lichter“ spricht das Thema Coming-In feinfühlig und ehrlich an. Katinka ist eine Protagonistin, die man schnell ins Herz schließt, und bei der es einem leicht fällt, sich in sie hineinzuversetzen!
Leider blieben einige Charaktere ziemlich oberflächlich, zudem wirkte die von Lina Kaiser verwendete Sprache zeitweise ein wenig unmodern und ungewohnt. 17-19jährige Wörter wie „Ich bin es … Julius. Juli genannt.“ in den Mund zu legen, wirkt einfach ein wenig steif und formell. Hinzu kommt, dass mir gegen Ende hin einige Handlungen übereilt, wirr und ein bisschen zu sehr gewollt erschienen.
Ich kann mir gut vorstellen, den zweiten Band zu lesen – besonders, weil sich in diesem alles um das Coming-Out dreht und das mit Sicherheit zu einigen Konflikten in ihrem Umfeld führen wird, vor allem in Katinkas Fußballverein. Wird sie zu sich und ihren Gefühlen stehen? Ich bin gespannt!
Katinkas Leben könnte nicht perfekter sein. Sie hat eine intakte Familie, steht kurz vor ihrem Abitur und spielt zudem leidenschaftlich gerne Fussball. Alles könnte so schön sein, wäre da nicht dieses Mädchen aus ihrer Mannschaft: Debora. Völlig unerwartet küsst diese sie nach einem Spiel und Katinkas Leben gerät völlig aus der Bahn. Alle glauben, sie ist lesbisch, alle glauben, der Kuss wäre von ihr ausgegangen. Fluchtartig stürzt sie sich in eine Beziehung mit Justus, um allen zu beweisen, dass sie nicht lesbisch ist. Aber belügt sie damit nicht alle anderen und vor allem sich selbst? Und kann man vor seinen eigenen Gefühlen wirklich davon laufen? Und wie geht sie mit den Mobbingattacken um, die sie seitdem erleiden muss?
Der Schreibstil war anfangs zwar etwas holprig, aber das hat sich nach ein paar Seiten direkt wieder gegeben und ich habe mich wirklich gut in das Buch hineinversetzen können. Katinka kam mir machmal schon etwas .. sagen wir naiv vor, als jemand, die außer Fussball nichts anderes im Kopf hat und auch Gefühle kaum an sich ran bzw. aus sich raus lässt. Erst durch die Schwester ihres "Freundes" Justus, welche rein zufällig die Schulzicke ist, lernt sie, aus sich rauszukommen und merkt, dass auch Emilia nicht die die, die sie nach aussen hin vorgibt zu sein und dass sie mit Emilia mehr verbindet, als sie glaubt.
Ich muss ehrlich sagen, von allen Charakteren war mir Debora wirklich am unsympatischten. Ohne Rücksicht auf Verlust, hat sie sich von Katinka einfach diesen Kuss genommen, ohne an die Konsequenzen zu denken.. zumindest für Kati. Obwohl Debora der Auslöser für etwas war, was sich Kati nie eingestehen konnte und auch nicht wollte, mochte ich sie irgendwie einfach nicht. Emilia hingegen war.. bzw. ist ein echt liebes Mädel, dass sich hinter ihrer kalten Fassade versteckt, hinter einer Mauer, die ihre wahren Gefühle verbergen soll. Erst Katinka schafft es ein wenig hinter diese Fassade zu blicken, obwohl sich die beiden Mädchen anfangs nicht mal leiden konnten und unterschiedlicher nicht hätten sein können.
Eigentlich das "Im Abseits der Lichter" ein typisches Buch über die erste Liebe, über die erst egleichgeschlechtliche Liebe, aber dennnoch möchte ich es euch ein wenig ans Herz legen. Es hat mir unglaublich viel Spaß zu machen, Katinka auf dem Weg, zu ihren eigenen Gefühlen zu stehen, begleiten zu dürfen. Wer sich hier ein paar erotische Szenen erhofft, wird allerdings enttäuscht werden, auch wenn ich persönlich finde, dass sie einfach nicht sein müssen, denn das Buch hat auch so seinen eigenen Charme, welcher sich in den verschiedensten Charakteren wiederspiegelt. Klare Leseempfehlung von mir.
Zuerst mochte ich Tinka nicht, aber das hat sich schnell geändert. Sie ist ein sehr realistischer Charakter und ihre Unsicherheiten sind so gut geschrieben, dass ich sie selbst gefühlt habe. Und der romantische Teil dieses Buchs? So süß. So, so süß ohne dass es zu viel würde oder unglaubwürdig. Es gibt etwas Schuldrama in diesem Buch und viele Stereotype. Normalerweise mag ich sowas gar nicht. Die Stereotype, meine ich. Aber in diesem Fall hatten sie ein Recht dazusein und sie wurden nicht als 'richtig' präsentiert. Ehrlich gesagt hatte ich das Gefühl, dass sie eher lächerlich gemacht wurden.
Obwohl dieses Buch, wie bereits erwähnt, sehr süß ist, muss ich Trigger hinzufügen: Alkohol, Homophobie, ein Junge, der das Wort 'nein' zuerst nicht mag.
Ich habe vom Butze Verlag ein kostenloses Exemplar im Austausch für eine ehrliche Rezension erhalten. Vielen Dank.