Einzelhaft bzw. Isolationshaft gelten als inhuman und werden von Amnesty International als Verstoß gegen die Menschenrechte betrachtet. In der DDR offiziell nicht praktiziert, wurden diese Haftmethoden bei bestimmten Tätergruppen dennoch angewandt. Beispiel dafür war das Stasi-Hochsicherheitsgefängnis Bautzen II. Als Journalisten 1989 zum ersten Mal das Gefängnis in der ostsächsischen Kleinstadt besuchen durften, führten Anstaltsleiter Oberstleutnant Alex und sein Leiter Vollzugsdienst Hauptmann Jüttner die Presseleute durch die Stationen und Flügel um zu zeigen, dass in ihrer Anstalt alles mit rechten Dingen zugeht. Die Tür zum Isolationsbereich II/West wurde kurz aufgeschlossen. Mit den Worten “in diesem Bereich sind nur einfache Kriminelle untergebracht" wollte Hauptmann Jüttner die Tür wieder zuschlagen. Doch ein Gefangener–ein Farbiger– stürmte vor ans "Mein Name ist Andre Baganz und ich betrachte mich nicht als einfachen Kriminellen. Ich habe 1981 versucht, in den Westen zu flüchten, wurde aber verhaftet. Dann bin ich mit drei anderen aus der U–Haft in Frankfurt (Oder) ausgebrochen, um es erneut zu versuchen. Das ging schief. Ich wurde zu Lebenslänglich verurteilt und hierher nach Bautzen gebracht. Die ersten fünf Jahre saß ich in Einzelhaft." Der Leiter Vollzugsdienst wandte sich den Journalisten zu und deutete mit einer Geste an, dass der Gefangene nicht alle Tassen im Schrank hat. Er wollte die Tür schließen, doch ein Journalist stoppte "Sagten Sie nicht, dass es keine Einzelhaft gibt?" Die Offiziere von der Anstaltsleitung warfen sich verunsicherte Blicke zu. "Die lügen wie gedruckt!", sagte der Gefangene. "Ich kann ihnen die Zelle zeigen ... Wollen Sie sie sehen?" "Und ob ich das will?", sagte der Journalist. Er und seine Kollegen bestanden darauf, dass der Gefangene ihnen die Zelle zeigt. Daraufhin schloss Jüttner widerwillig das Gitter auf … Die Tatsache, dass der Protagonist ein Farbiger ist–was in der DDR eine absolute Rarität war–, hebt dieses packende Buch auf eine Ebene, die über die historischen Ereignisse hinausgeht. Erzählt wird die Geschichte von einem Jugendlichen und seinen Problemen mit der allgegenwärtigen Fremdenfeindlichkeit in einer intoleranten, unter einer kommunistischen Diktatur leidenden Gesellschaft.