Birgit lebt glücklich und zufrieden mit ihrem Mann Tom und den beiden Kindern in einem Haus am Starnberger See. Dort taucht plötzlich ihre Schwester Kira wieder auf – Kira, die Rebellin, die Weltenbummlerin, die auf Ibiza lebt und die sie seit zwanzig Jahren nicht mehr gesehen hat. Auf einmal beginnt Birgit ihr bisheriges Leben in Frage zu stellen: Hat sie wirklich die richtige Entscheidung getroffen, als sie eine bürgerliche Existenz mit Familie und Wohlstand wählte? Gibt es da nicht auch noch etwas anderes? Kira dagegen kann nicht vergessen, was in jener Nacht vor zwanzig Jahren geschah, als sie den Geliebten verlor und ihr Leben zerstört wurde – von ihrer Schwester …
Wie Sonne und Mond ist ein Buch von Nicole Walter. Es ist am 02. September 2013 im Droemer Knaur Verlag als Taschenbuch erschienen. Das Buch umfasst 352 Seiten.
Inhalt
Zwei Schwestern, so verschieden wie Tag und Nacht, wie Sonne und Mond: Birgit, glücklich verheiratet, zwei Kinder, ein großes Haus am See; Kira, Weltenbummlerin, unstet und rebellisch aus Prinzip.
Nach Jahren treffen die beiden ungleichen Schwestern wieder aufeinander, und Birgit beginnt ihr ganzes bisheriges Leben in Frage zu stellen: Hat sie wirklich die richtigen Entscheidungen getroffen? Soll sie noch einmal ganz von vorn anfangen?
(Klappentext)
Erster Satz
„Einfach verschwinden.“
Meinung
Von diesem Cover darf man sich ganz eindeutig nicht täuschen lassen! Es deutet auf einen seichten Frauenroman für zwischendurch hin, aber das Buch verkörpert etwas anderes. Gefällt mir sehr gut.
Der Schreibstil der Autorin Nicole Walter ist besonders. Sie wechselt zwischen normalen, langen Sätzen und kurzen, fast stenographsich wirkenden. Das kann beim Lesen etwas schwer sein, aber wenn man erst einmal im Buch drin ist, gibt es keine Probleme mehr. Mir selbst hat das sogar besser gefallen, weil es lockerer und lebendiger wirkte.
Das Buch besteht aus 30 Kapiteln und beschreibt im Wechsel die Handlungen von Kira und Birgit. Ab und zu kommt auch die Sichtweise von Tom zur Sprache, aber eher selten. Das Ganze ist dabei in der Vergangenheit geschrieben.
Die Handlung wird zum Ende hin immer spannender und fesselnder, während mir der Einstieg ins Buch eher etwas schwerer fiel. Ab dem vierten oder fünften Kapitel war dies jedoch erledigt und ich las gebannt weiter. Ab und zu plätschert die Geschichte etwas vor sich hin, was mich aber nicht weiter gestört hat. Die angesprochenen Themen, und vor allem die „Streitthemen“, sind gut ausgesucht und in ihrem Zusammenwirken spannend. Der Leser wird hier ziemlich zum Mit- und Nachdenken angeregt, denn jeder wird mit unterschiedlichen Charakteren sympathisieren. Das ist aber gut für Diskussionen unter den Lesern und macht das Buch so für mich zu etwas Besonderem.
Fazit
Ein Buch, das mehr beinhaltet, als das Cover aussagt und das den Leser nicht nur zum Mitdenken,, sondern auch zum Nachdenken anregt.
Wie Sonne und Mond sind die Schwestern Kira und Birgit: Auf der einen Seite die verlässliche, verantwortungsvolle Birgit und auf der anderen Kira, lebenslustig, waghalsig und unberechenbar. Zwanzig Jahre hat sich Kira bis auf ein paar Postkarten aus aller Herren Länder nicht bei ihrer Familie gemeldet, nachdem sie während eines gemeinsamen Urlaubes mit Birgit plötzlich verschwunden war. Nach dem Tod des Lebensgefährten kehrt Kira an den Starnberger See und in ihr Elternhaus zurück. Doch diese Rückkehr bringt ans Tageslicht, was zwanzig Jahre verdrängt wurde und stellt die Ehe von Birgit und Tom in Frage.
„Wie Sonne und Mond“ war der erste Roman, den ich aus der Feder der Autorin Nicole Walter gelesen habe. Und obwohl der Schreibstil angenehm war, hat mir das Buch nur bedingt gefallen.
Kira empfand ich als anstengend. Sie, die sich zwanzig Jahre nicht um die gemeinsamen Eltern gekümmert hat, macht der Schwester Vorwürfe, dass dieser die Pflege der Mutter und die eigene Familie irgendwann zuviel wurde und der Mutter einen Platz im Seniorenheim gesucht hat. Das fand ich schon ein starkes Stück. Doch Birgit ist nicht viel besser. Für alles, was in ihrem Leben irgendwann einmal schief gelaufen ist oder zur Zeit schief läuft, macht sie andere, nur nie sich selbst verantwortlich. Und ihre Freundin Mia ging mir mit ihren Sticheleien gegenüber Kira gleich ganz auf die Nerven. Ansonsten plätscherte das Geschehen so vor sich hin und eigentlich ist die ganze Zeit nichts aufregendes passiert. Nicht einmal, als sich Kira in Mias Ehemann Rolf verliebt und die beiden eine Affäre beginnen, hat das für besondere Spannung gesorgt. Höchstens bei Rolf, als er befürchten muss, dass Kira seiner Ehefrau von der Affäre erzählt. Doch selbst diesen Konfliktherd erstickt die Autorin im Keim. Erst zum Ende hin kommt ein wenig Leben in die Geschichte, als Tom und Birgit befürchten, dass ihrer Tochter ähnliches widerfahren sein könnte wie ihrer Tante zwanzig Jahre zuvor, was ein paar Wahrheiten über Tom, Birgit und ihre Ehe aufdeckt. Doch am Ende sind alle wieder, wo sie am Anfang waren und es bleibt ein bitterer Nachgeschmack und die Frage, was die Autorin mit der Geschichte erzählen wollte. Bei mir ist der Funke leider nicht übergesprungen.
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Worauf ich mich bei dieser Geschichte wohl genau einlasse, war mir nach Klappentext und Titel noch nicht richtig klar, aber neugierig war ich geworden. Und eine Sache steht für mich fest, was man über das Buch ganz sicher sagen kann, es ist emotional, lebt von seinen Charakteren und hat eindeutig viele amüsante, aber auch durchaus ernste Seiten.
Ich fand es ehrlich sehr gelungen, wie realitätsnah das Buch an vielen Stellen ist, auch wenn es oftmals natürlich auch merkbar so ist, dass man als Leser weiß, dass so etwas passiert, ist nicht unbedingt wahrscheinlich. Allgemein aber, vor allen Dingen zum Beispiel die Demenz der Mutter betreffend, ist das Buch einfach sehr realitätsnah, denn die Unterschiede zwischen klaren Momenten, Momenten wo die Mutter nur so tut, als hätte sie gerade einen unklaren Moment und denen, wo die Demenz wirklich zuschlägt, sind sehr natürlich und glaubwürdig zu erkennen, vor allen Dingen, wenn man weiß, wie es im Umgang mit Menschen mit dieser Krankheit sein kann. Ebenso andere Verläufe innerhalb der Geschichte, hätte ich mir in der Realität genau so vorgestellt und war sehr positiv überrascht, dass die Handlung im Buch nicht eine andere Richtung genommen hat.
Vor allen Dingen sind aber auch die Charaktere gelungen, denn sowohl die beiden Schwestern sind einfach sehr interessant, vor allen Dingen, in ihren Entwicklungen, die sie durchmachen, da sich die eine, Birgit, doch sehr dem Wunsch der Welt anpasst, wie man zu sein hat, damit alles funktioniert und geregelt ist und Kira, die so vor Lebensfreude zu sprudeln scheint, hinter der sich aber doch deutlich Tieferes und teils Dunkleres verbirgt, als vor allen Dingen die Mutter der beiden und Birgits Tochter. Vor allem mit der Mutter hatte ich meinen Spaß, denn viele der Szenen mit ihr waren einfach sehr lustig, auch wenn man natürlich immer im Hinterkopf hat, dass die Demenz an sich so gar kein Spaß ist.
Auf jeden Fall ist es ein tolles Buch, mit einer sehr schönen Aussage, die es vermitteln will, dass sehr viele Emotionen weckt und beim Lesen Spaß macht, da man nicht zu viel nachdenken muss, aber einem doch auch viele Anregungen dazu gegeben werden, wenn man die Geschichte noch etwas mehr reflektieren will.