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Galilei vermißt Dantes Hölle und bleibt an den Maßen hängen: Aufsätze 1989-1995

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»Verlorne Liebe, Wissenschaft ...« / Dem Denken dort zuzuhören, wo es gerade, und immer wieder, sich neu formiert, gehört zu den verdammten Hausaufgaben des Dichters, der sich nicht mit den Raffinessen seines orphisch-dädalischen Handwerks begnügt. / Wissen will ich, schräg hineingehen in Werdegänge, begreifen was los ist, was vor sich geht mit mir und den andern, welche Energien im Einsatz sind, wie die Dinge in Fluß kommen und wie wir drinhängen in Sprache, in Zeit und Raum. / Der Dichter, Nachfahre verwunschener Generationen, Sproß aus der losen Reihe eines für mancherlei Krankheiten anfälligen Menschentyps, hat irgendwann einmal, nachdem er lange wie Freiwild durch die Gesellschaften gejagt wurde, die Paradoxa von Autonomie und Engagement gründlich satt gehabt. Wenn es ihm möglich war, entschied er sich, nach bezwungener Krise, für den dritten Weg einer Suche nach positiver Erkenntnis auf dem Feld seiner Kunst, allseits gefährdet, immer hart an der Grenze zur Idiotie. Zeit seines Lebens war er so, obwohl überall mit seinen Luftwurzeln dabei, ganz allein zum Ansichsein verdammt, gebunden an eine Substanz, die, nie wirklich angewandt, unheilbar zeichendeuterisch war. Sein Interesse wofür auch immer, Quantenmechanik, Astronomie, Hirnphysiologie, Kybernetik, Ethnologie ... unter seinem ganz anderen Blick, in seiner ganz anderen Dimension, bewirkte es, immer gefährlich erleuchtet, immer am Rand entlang flackernd, bestenfalls eine Art rührender... .

269 pages, Hardcover

Published January 1, 1996

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About the author

Durs Grünbein

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Durs Grünbein is a German poet, essayist and translator living in Berlin since 1985.

Grünbein is hailed as the most significant and successful poet to emerge from the former East Germany, and his work has been awarded many major German literary prizes, including the highest, the Georg-Büchner-Preis, which he won in 1995. That same year, he also won the Peter Huchel Prize for Poetry.

In 2005, he held the position of Max Kade Distinguished Visiting Professor at Dartmouth College.

In 2006, Grünbein was elected by the academy of fine arts at Düsseldorf to the first chair of poetry (poetics and artistic aesthetics) at any German university or academy. Grünbein is a regular contributor to Frau und Hund - Zeitschrift für kursives Denken, edited by the academy's rector, the painter Markus Lüpertz.

Grünbein has also published several essay collections and new translations of plays from antiquity, among them Aeschylus' The Persians, and Seneca's Thyestes. His work, which also includes contributions to catalogues and a libretto for opera, has been translated into many languages.

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