Das NS-Regime stellte sich je nach Perspektive als plebiszit�rer F�hrerabsolutismus, als diktatorischer Beamten- und Polizeistaat oder als Willk�rherrschaft der Partei dar. Innerhalb dieses widerspr�chlichen Erscheinungsbildes waren die Gauleiter der NSDAP die sichtbarsten und prominentesten Vertreter des Macht- und Kontrollanspruchs der Partei. H�ttenbergers materialreiche Darstellung verfolgt die Funktion der Gauorganisationen und Gauleiter bis in die fr�he Geschichte der NSDAP zur�ck und macht In der "Kampfzeit" entstand jener Typus des selbstbewussten Gauf�hrers, dessen Willk�r, gest�tzt auf ergebene Cliquen, kaum durch ein b�rokratisches Reglement der Reichleitung begrenzt wurde. Die Funktionsweise der NS-Kampfbewegung beruhte weitgehend auf der Vollmacht und Initiative der sekund�ren F�hrer in den gro�en Gauen. Diese extreme Personalisierung der F�hrung erbrachte gro�e taktische und propagandistische Flexibilit�t, aber zugleich zynische Unverbindlichkeit in Sach- und Programmfragen und endlose Rivalit�ten. Sie vereitelte auch die M�glichkeit kollegialer F�hrung und den Versuch, die Gauleiter zu einem geschlossenen F�hrerkorps und damit zu einem wirksamen Gegengewicht gegen�ber Hitler zu machen. Die meisten Gauleiter konnten dann 1933 als Reichsstatthalter, Oberpr�sidenten oder in anderer Rolle die regionale Parteif�hrung mit bedeutenden staatlichen Kompetenzen vereinigen und dadurch eine neue Machtbasis erlangen, die der Reichsregierung vielfach st�rend im Wege stand. Gleichwohl wurde der Anteil der Gauleiter am Machtgef�ge des Dritten Reiches in der Folgezeit durch die Zentralisierung des Staatsapparates und durch m�chtige Sonderorganisationen (SS, DAF, Reichsn�hrstand u.a.) erheblich beschnitten und erst w�hrend des Krieges im Zeichen des totalen Kriegseinsatzes wieder st�rker ausgeweitet. Mit der Untersuchung dieses wechselnden Machtgef�lles legt der Autor ein interessantes St�ck der inneren Verfassungsgeschichte des NS-Regimes blo�, von dem viele Einzelheiten bisher unbekannt waren.