Jump to ratings and reviews
Rate this book

Berufsschadigungen in der nationalsozialistischen Neuordnung der Arbeit

Rate this book
Die vorliegende Studie ist den Berufsschadigungen wahrend der Zeit des Nationalsozialismus gewidmet. Untersucht werden die massenhaften rassisch-, politisch- oder sonst wie nationalsozialistisch begrundeten Umstrukturierungen der Arbeits- und Berufsmarkte wahrend der NS-Herrschaft in Osterreich. Haufig wurde, vor allem mit Hinweis auf Kultur und Wissenschaft, auf den gewaltigen Verlust aufmerksam gemacht, der durch die Jahre der nationalsozialistischen Okkupation und Aufhebung Osterreichs zu beklagen ist. Erstmal werden nun die Grunde und Ursachen, die Folgen und Auswirkungen der Berufsverbote, Entlassungen usw. in vergleichender, uberschauender Perspektive synchron und diachron untersucht. Was waren also nationalsozialistische Verfolgungen im Bereich von Arbeit und Beruf? Was waren Entlassungen, was Berufsverbote? Was waren Verfolgungen? Wer waren die Verfolgten und was wurde verfolgt? Was waren Berufe und was war Arbeit im nationalsozialistischen Land Osterreich, in der Ostmark und in den Alpen- und Donaureichsgauen? Berufsschadigungen durch das NS-Regime betrafen Judinnen und Juden, aber auch politisch missliebige Personen und Oppositionelle. Die erste von Berufsverboten und Entlassungen betroffene Berufsgruppe waren die Beamten. Auf Grund eines Erlasses vom 15. Marz 1938 mussten sie einen neuen Diensteid auf Hitler leisten. Juden und Judinnen im Sinne der "Nurnberger Gesetze" sowie so genannte "Mischlinge" waren davon ausgeschlossen und verloren dadurch ihre Posten. Wer sich aus politischen Grunden weigerte wurde gleichfalls entlassen, oder meist mit gekurzten Bezugen in den Ruhestand versetzt. Insbesondere im offentlichen Dienst wurden auch politische "Sauberungen" und Umstrukturierungen in grossem Umfang durchgefuhrt. In anderen Bereichen, vor allem in der Privatwirtschaft, fanden in den ersten Wochen nach dem "Anschluss" noch nicht zentral gesteuerte Kundigungen judischer Arbeiter und Angestellter statt. Eine Richtlinie vom Juni 1938 legte den Betrieben die Entlassung von Juden, von so genannten "Mischlingen" und von mit Juden verheirateten Bediensteten, nahe. Es durften keine gesetzlichen Abfertigungen ausbezahlt werden, individuell festzulegende Abfertigungen durften 10.000 RM nicht uberschreiten. Die selbe Grenze galt fur die Auszahlung von Ruhegenussen. Eine Quantifizierung der Gesamtzahl der von Berufsschaden betroffenen Personen ist nicht moglich. 1953 schatzte das Committee for Jewish Claims on Austria das Ausmass der Berufsschaden der Judinnen und Juden auf rund 300 Millionen US-Dollar zum Kurs von 1953. Berechnungen des Bundesministeriums fur Finanzen bezifferten in auf Grund eher willkurlicher und oberflachlicher Erhebungen 1947 den Schaden in offentlich-rechtlichen Dienstverhaltnissen und der Privatwirtschaft mit insgesamt einer Milliarde Reichsmar

703 pages, Paperback

First published January 1, 2004

About the author

Ratings & Reviews

What do you think?
Rate this book

Friends & Following

Create a free account to discover what your friends think of this book!

Community Reviews

5 stars
0 (0%)
4 stars
0 (0%)
3 stars
0 (0%)
2 stars
0 (0%)
1 star
0 (0%)
No one has reviewed this book yet.