Leibniz, der nun funfzig Jahre alt geworden ist und ein Tagebuch zu fuhren beginnt, liefert uns in einigen grossen Briefen und Denkschriften Darstellungen seiner wissenschaftlichen und kulturfordernden Arbeiten und Uberlegungen. Der Aufenthalt van Helmonts in Hannover fuhrt zu philosophischen Briefgesprachen mit der Kurfurstin Sophie und ihrer Nichte Elisabeth Charlotte von Orleans. Die Binar-Mathematik in ihrer Ausdeutungsmoglichkeit als Analogie zum christlichen Schopfungsglauben beschaftigt Leibniz in seinem Neujahrsbrief an den Herzog Rudolf August und seinem letzten Brief an den China-Missionar Grimaldi. Historisch-politische und juristische Ausarbeitungen nehmen in der Vorphase des europaischen Friedensschlusses vor allem zur Sicherung der hannoverschen Anwartschaft auf den englischen Thron und zur Anerkennung der Neunten Kur Stellung. Von Wien aus erkundet der Nachfolger des Bischofs von Wiener Neustadt Moglichkeiten, die Reunionsverhandlungen wieder aufzunehmen. Unvermindert intensiv bleiben die historischen Forschungen und die Vorbereitung von Quellenpublikationen. Fur sprachgeschichtliche Studien findet er in dem Schweden Sparwenfeld einen Gesprachspartner, der ihm von seiner Reise durch Europa und Nordafrika auf den Spuren der Goten berichtet."