Ilija Trojanow (bulgarisch Илия Троянов) ist ein deutscher Schriftsteller, Übersetzer und Verleger bulgarischer Abstammung. Ilija Trojanow im deutschen Wikipedia
Der Roman ist fürs Internet geschrieben worden. Die Handlung wird gewissermaßen in Häppchen, die man auch auf dem Bildschirm lesen kann, geliefert. Handlung und Dia- oder auch Monologe stehen im Vordergrund. Der Roman macht auf dem Papier einen eher oberflächlichen Eindruck. Als Hypertext mag er besser gewirkt haben. Doch um was geht es? Autopol ist ein autarkes Straßennetz mit Versorgungsstationen, auf dem gefährliches Gut wie Atommüll und Chemieabfälle, aber auch Schwerstkriminelle bis zu ihrer Ausschaffung herumkutschiert werden. Der politische Straftäter Sten Rasin zettelt mit anderen eine Revolte an. Ein Reporter hat sich bei dem Konzern, der Autopol betreibt eingeschleust und berichtet vor Ort. Auf die Forderungen der Häftlinge scheint man eingehen zu wollen. Die Idee ist originell und er scheint als Extrapolierung von Trends wie Mülltourismus, Atomtransporte, überhaupt die Lagerhaltung auf die Straße zu verlegen (just in time-production). Doch kommt sie in diesem Roman nicht richtig zum Tragen. Trojanow kann gut erzählen, die Dialoge wirken nie platt und gekonnt wechselt er von öffentlichen Textformen wie Interviews und Zeitungsberichte zu persönlichen und privaten Mitteilungen. Aber der Roman ist für den SF-Leser eher eine wenig befriedigende Lektüre.