Der Fickel steht als Rechtsanwalt am Meininger Gericht auf der Karriereleiter ganz unten. Er ist Terminvertreter (im Fachjargon »Terminhure«) und springt in Verhandlungen ein, wenn der ›richtige‹ Anwalt verhindert ist. Dass so einer Verteidiger in einem Mordverfahren wird, kann nur in einem Nest wie Meiningen passieren: Sylvia Kminikowski, designierte Amtsgerichtsdirektorin, wird ermordet im Englischen Garten aufgefunden. DNA-Spuren führen zu René Schmidtkonz, dem Enkel von Fickels Vermieterin. Also gibt der Fickel sich einen Ruck und vergräbt sich in den Fall. Obwohl er sich im Strafrecht nicht besonders gut auskennt, stößt er schon bald auf Ungereimtheiten, die seinen Mandanten entlasten könnten. Ein massives Problem jedoch bleibt: die Oberstaatsanwältin Gundelwein, die im Allgemeinen auf Männer nicht gut zu sprechen ist und im Besonderen auf den Fickel. Sie ist Fickels Exfrau und sähe nichts in der Welt lieber, als dass er sich in seinem ersten großen Fall bis auf die Knochen blamiert …
*Fickel: Ableitung der Koseform »Fick« zum Rufnamen Friedrich (1387 Fyckel, 1388 Viggel, 1508 Fickel). Außerdem bedeutet Fickel umgangssprachlich so viel wie Ferkel: Wenn jemand beim Essen gern kleckert, ist er eben ein Fickel.
Rechtsanwalt Fickel ist nicht gerade für seinen Fleiß und Ehrgeiz bekannt. Im Gegenteil lässt er es gerne ruhig angehen. Doch durch einen "Zufall" wird er der Strafverteidiger in einem Mordverfahren. Nun ist Ermittlungsarbeit angesagt, denn der Fall ist zudem noch höchst brisant. Wurde doch die Frau des Landrats ermordet, und vor den nächsten Wahlen wünscht der Landrat eine Aufklärung des Falles! * Mein Leseeindruck: Zunächst einmal muss ich sagen, dass der Schreib- und Erzählstil des Autors sehr eigenwillig ist. Ein bisschen schräg, ironisch, humorvoll. Ich glaube, diesen Schreibstil muss man mögen, sonst könnte man von dem Buch enttäuscht werden. Ich habe auch einen kleinen Moment gebraucht, um mich an diesen Stil zu gewöhnen, doch nach einigen Seiten hatte ich mich eingelesen und das Lesen des Buches dann sehr genossen. Der eigentliche Kriminalfall nimmt im Laufe der Handlung immer mehr an Fahrt auf und wird immer interessanter und vielschichtiger. Dabei spielen viele verschiedene und höchst eigenwillige Charaktere eine Rolle. Die zum Teil sehr skurrilen Figuren machen für mich auch einen Reiz dieses Buches aus. Da ist an erster Stelle wohl der Rechtsanwalt Fickel, der mir zunächst gar nicht sonderlich sympathisch war, aber im Laufe der Geschichte doch immer mehr an Sympathie gewinnt. Das Ende des Buches hat mich dann wirklich total überraschen können. Mit diesem Ende habe ich nicht gerechnet, und gerade diese Überraschungen mag ich so! Ich freue mich, dass ich dieses Buch entdeckt und gelesen habe und bin gespannt auf weitere Fälle für den eigenwilligen Rechtsanwalt Fickel!
Joah. Solider Krimi. Mit schönem ironischen Unterton. Ein bisschen zu sehr "Kampf der Geschlechter". Kurz überlegt, ob der Autorenname ein Pseudonym ist und das Buch von einer Frau geschrieben wurde, weil zwischen allem "Frauen übertreiben es mit dem Feminismus" doch auch "lustig" klargemacht wurde, zu was Männer alles fähig sind. Sympathisch war, dass der Anwalt, um den es geht, ne Lusche ist und faul und sehr wenig kann, haha.
„Herrentag“ ist ein Kriminalroman von Hans-Henner Hess, der 2013 im DuMont Buchverlag erschienen ist. Die ungekürzte Lesung durch Martin Baltscheit ist 2018 bei Audible Studios erschienen.
Zum Autor: Hess verbrachte seine Jugend im Schatten der Berliner Mauer mit Tagträumen, Nachtwandeln und dem Züchten von winterharten Zierkakteen. Einer verlorenen Wette wegen wurde er Jurist. Seine Erfahrungen im Justizalltag verarbeitet er nun in flotten Krimis um den Meininger Anwalt Fickel und dessen alles überragende Exfrau, die Oberstaatsanwältin Gundelwein.
Klappentext: Der Fickel steht als Rechtsanwalt am Meininger Gericht auf der Karriereleiter ganz unten. Er ist Terminvertreter (im Fachjargon »Terminhure«) und springt in Verhandlungen ein, wenn der ›richtige‹ Anwalt verhindert ist. Dass so einer Verteidiger in einem Mordverfahren wird, kann nur in einem Nest wie Meiningen passieren: Sylvia Kminikowski, designierte Amtsgerichtsdirektorin, wird ermordet im Englischen Garten aufgefunden. DNA-Spuren führen zu René Schmidtkonz, dem Enkel von Fickels Vermieterin. Also gibt der Fickel sich einen Ruck und vergräbt sich in den Fall. Obwohl er sich im Strafrecht nicht besonders gut auskennt, stößt er schon bald auf Ungereimtheiten, die seinen Mandanten entlasten könnten. Ein massives Problem jedoch bleibt: die Oberstaatsanwältin Gundelwein, die im Allgemeinen auf Männer nicht gut zu sprechen ist und im Besonderen auf den Fickel. Sie ist Fickels Exfrau und sähe nichts in der Welt lieber, als dass er sich in seinem ersten großen Fall bis auf die Knochen blamiert …
Meine Meinung: Es hat ein wenig gedauert bis ich in die Geschichte gefunden habe. Der Humor ist ein bisschen eigen zwischen Anwaltsumfeld und Altherrenwitzen. Aber dies bessert sich im Laufe der Geschichte deutlich. Die Geschichte aus der thüringischen Provinz macht mehr her, als der erste Eindruck vermittelt. Der Autor zeichnet die Figuren liebevoll und mit einem guten Blick für Details. Manche Punkte wirken ein wenig klischeehaft und der Fickel braucht seine Zeit, bis er sich in den Fall gebissen hat. Er wirkt recht chaotisch, aber auch als Underdog sympathisch. Es gab einige Überraschungen und eine überzeugende Auflösung, die den lahmen Beginn nahezu aufwiegen.
Sprecher: Martin Baltscheit macht einen soliden Job und empfiehlt sich für weitere Aufgaben.
Fazit: Nach schwachem Start wird es ein interessanter und unterhaltsamer Regionalkrimi, der vor allem mit seiner Hauptfigur punkten kann. So reicht es am Ende für drei von fünf Sternen (60 von 100 Punkten). Ich werde dem Folgeband eine Chance geben.
This was a very entertaining book, though I wasn't sure for the first 25% of it. It is truly a "Krimi", but it is very sarcastic in tone, makes great fun of Thüringin in general and in its DDR background, and features a "hero" who is anything but. Fickel is a lawyer who has done nothing but push papers around for 20 years, earning money on simple pro-forma cases. He suddenly gets thrust into a real case (won't tell why; it would be a real spoiler). While he does not gain any sudden detective skills, he does pursue the case as diligently (though not too compentently) as he can, and through a little skill and a lot of luck, his action leads to the case being cracked, and a lot of corruption exposed (pretty humorously) in this town (Meiningin) in SW Thüringin. It was a fun read, and certainly gave me a look at a part of Germany I know nothing about. Hess certainly seems to know his characters (and I guess, people in Thüringin). I would consider reading another one by him, though i haven't got a CLUE how Fickel would work on another case.
Ehrensache, dass ich mich eines Tages an eine Krimi-Reihe mache, die in meiner Heimatstadt spielt! Die Fälle des Rechtsanwalts Fickel vom Meininger Amtsgericht nehmen hier ihren Anfang. Als sogenannte "Terminhure" wird er in Geschehnisse hineingeworfen, die ihn fast zu überwältigen drohen, weil er ja nur das macht, was er unbedingt machen muss - übermäßiger Fleiß ist des Fickels Sache nicht. Und doch löst er seine Fälle schneller, als es die Polizei in Gestalt des Recknagels erlaubt, hier, wer die Gattin des umtriebigen Landrates ermordet hat. Was das Besondere an der Krimireihe ausmacht, ist seine Sprache: umständlich wie der Fickel, manchmal z u umständlich (niemand sagt bei uns "Südwestthüringen"), aber doch sehr nah am Original. Die Mentalität und vor allem das Lokalkolorit werden sehr gut eingefangen, kleine Fehler oder Ungenauigkeiten bemerkt nur der Einheimische.