Frida kann es nicht fassen, dass die Eltern ihre Jobs in einem Architekturbüro in Berlin für ein halbes Jahr an den Nagel hängen, um einen Traum zu verwirklichen: Sie wollen eine alte Villa renovieren und dann verkaufen. Leisten können sie sich diesen Luxus, weil Mama bei einem Fernsehquiz mitgemacht und 125.000 Euro gewonnen hat. Frida muss sich an das Landleben und an die neue Schule erst gewöhnen. Sie kann nicht ahnen, dass dort ihr Gesangstalent in einem Schülerwettbewerb entdeckt werden wird. Die Neue zusammen mit der Außenseiterin der Klasse - dieser Auftritt wird die Bühne mit einem Lied über allerbeste Freundinnen rocken ...
Nur mit äußerst großem Unbehagen kann sich Frida mit der Entscheidung ihrer Eltern arrangieren, aus der Großstadt Berlin hinaus aufs Land zu ziehen. Dort hat die Familie eine alte Villa gekauft, welche ihre Eltern als Architekten wieder aufpolieren möchten. Auch Tony und Theo, Fridas Geschwister, finden dieses Vorhaben klasse. Haben sich denn alle gegen Frida verschworen? Chaotischer wird es für Frida dann nur noch in ihrer neuen Klasse, denn mit einer einzigen unbedachten Bemerkung hat sie sich in eine Situation katapultiert, aus der sie keinen Rückzieher mehr zu machen wagt: Gemeinsam mit der Außenseiterin der Klasse steht ihr die Teilnahme an einem Gesangswettbewerb bevor, der Träume wahr werden aber ebenso gut zerplatzen lassen kann. Frida weiß nicht, wo ihr der Kopf steht!
In Zeiten, in denen die Suche nach Talenten sämtliche Castingformate wie Pilze aus dem Boden sprießen lässt, hat das Autorenduo Martina Sahler und Heiko Wolz mit "Frida Superstar" den Beginn einer den richtigen Ton treffenden Buchreihe geschaffen.
Die Geschichte der zwölfjährigen Frida, die einen heimlichen Traum hegt und auch das Talent hat, diesen zu leben, sich allerdings durch ihre Zurückhaltung eine große Chance zu verbauen droht und sich letzten Endes doch traut, mutig zu sein, bildet die Basis eines Kinderbuches, das einem Großteil seines Leserpublikums aus dem Herzen sprechen dürfte.
Ein quirliges und bunt ausgestaltetes Ensemble an Figuren, die jeweils in gewisser Hinsicht einen bestimmten Stereotypen verkörpern – vom Klassenclown über die coole große Schwester bis hin zum talentierten Mauerblümchen – wurde von den Autoren in eine Handlung eingepasst, deren aufgeweckte Dynamik sie unterstreichen. Dabei hat es mir vor allem der quietschfidele Theo angetan, der an seine Schwester ohne Wenn und Aber und mit geballter kindlicher Überzeugung glaubt.
Der Erzählstil greift auf lebensnahe Weise die Gefühle und die Denkweise von zwölfjährigen Mädchen auf, was sich ebenfalls in der Wortwahl und Ausdrucksweise widerspiegelt. Der Erzählfluss ist – um an den musikalischen Grundtenor des Buches anzuknüpfen – sehr harmonisch, obgleich ich mir an manchen Stellen etwas mehr Tiefenschärfe gut hätte vorstellen können. Wobei der Fokus plausibel auf die Prioritäten eines Mädchens in Fridas Situation gelegt worden ist, daran besteht kaum ein Zweifel.
Mir hat vor allem gefallen, dass in die Geschichte der aufstrebenden Kinderstars zwischenmenschliche Werte und Problematiken wie Chancengleichheit, Loyalität und Akzeptanz und mögliche Lösungsansätze zu aufkommenden Konflikten eingewoben wurden.
Insgesamt ein Buch für (musikbegeisterte) Leser ab 10 Jahren, das den Spagat zwischen Hausaufgaben und Rampenlicht thematisiert und darin bestärkt, an sich selbst und die eigenen Stärken zu glauben. Eine Geschichte, deren entschlossene Protagonistin Frida auch im folgenden Band das Potential hat, zu wachsen.