Die 17-jährige Maja fühlt sich als Außenseiterin. Am liebsten taucht sie daher in ihre Bücher ab und lässt die reale Welt hinter sich. Doch plötzlich ereignet sich etwas, das Majas Welt auf den Kopf stellt: sie sieht Schattenwesen. Maja hat Angst, verrückt zu werden, doch dann wird sie von ihrer Lehrerin angesprochen. Diese kann die Schattenwesen auch sehen und lädt Maja ein, in den Ferien mit nach Magoria zu kommen. Dort soll Maja gemeinsam mit fünf anderen Jugendlichen im Kampf gegen die Schatten ausgebildet werden. * Mein Leseeindruck: Ich bin auf dieses Buch eher zufällig aufmerksam geworden und freue mich nun sehr darüber, da ich sonst eine spannende Geschichte verpasst hätte! Maja als Hauptprotagonistin war mir von Anfang an sympathisch. Sehr gut werden ihre Selbstzweifel und ihre Unsicherheiten geschildert, und so kann man auch im Laufe der Geschichte sehr schön ihre Entwicklung mitverfolgen. Zum Teil entwickelt sie sich in eine Richtung, die mir nicht immer gefallen hat, doch blitzt zum Glück auch immer die "alte" Maja wieder durch. Die Beschreibung von "Magoria", das abgelegene Gut in den Bergen, hat mir sehr gefallen! Ich konnte alles sehr bildhaft vor mir sehen und hatte fast das Gefühl, selbst dort zu sein. Die Figuren, allen voran Maja und ihre fünf Mitstreiter, sind auch sehr schön ausgearbeitet und wirken echt und lebendig. Insgesamt hat "Magoria - Das Haus der Schatten" von Charlotte Richter-Peill mir sehr gut gefallen. Es ist ein schöner Jugend-Fantasy-Abenteuer-Roman, den ich gerne weiterempfehlen werde.
Charlotte Richter-Peil hat mir mit "Magoria" nervenaufreibende Lesestunden beschert. Denn die Autorin erzählt eine Geschichte, die einen nicht kalt lässt. Und das liegt vor allem an den Charakteren. Allein schon die Protagonistin Maja ist ein Charakter, denn man nicht oft in Büchern finden wird. Zunächst ist sie wirklich sehr schüchtern und auch wenn ich ihre Gefühle nachvollziehen kann, ist mir ihr Selbstmitleid schnell auf die Nerven gegangen. Kaum in Magoria erfolgt jedoch die gewünschte Veränderung - oder eher nicht, denn plötzlich ist Maja kaum mehr zu erkennen. Sie wandelt sich zum genauen Gegenteil, was mir dann auch wieder nicht recht war.
Das mag sich jetzt sehr negativ anhören, tatsächlich bin ich nach dem Lesen darüber aber begeistert. Das dürfte jetzt sehr verwundern und es ist auch sehr kompliziert. Aber es gibt einen bestimmten Grund, wieso Maja so ist und sich auf diese Art und Weise verändert. Die Autorin hat sich da wirklich etwas besonders ausgedacht, wodurch man als Leser noch emotionaler das Buch liest (auch wenn die Emotionen nicht immer positiv sind) und am Ende den Sinn versteht, wodurch die angesprochene Problematik sehr deutlich wird. Es tut mir wirklich Leid, wenn ich für euch jetzt in Rätseln spreche, aber sonst spoilere ich zu sehr.
Auch die anderen Charaktere sind alle auf ihre Art und Weise einzigartig und tragen ihren Teil zu der Geschichte bei. Außerdem zeigt Charlotte Richter-Peil, dass Menschen nicht nur gut oder böse sind. Man kann eben nicht alles schwarz oder weiß sehen und in manchen Menschen kann man sich durchaus auch mal täuschen.
Die Idee von "Magoria" ist wirklich toll. Die Schatten, die "schwache" Menschen verfolgen, sind wirklich außergewöhnlich und sind mir so noch nie in Geschichten begegnet. Die Autorin setzt ihre Idee auch sehr spannend um, indem sie den Leser immer wieder gekonnt überrascht und Maja in knifflige Lagen bringt. Sehr interessant finde ich dabei vor allem die Gebräuche auf Magoria, insbesondere die Mondscheinpferde, die es mir als Pferdeliebhaber angetan haben. Magoria und auch die Schattenwelt wird sehr eindrucksvoll beschrieben, so dass man praktisch live mit Maja die Geschichte erleben kann.
Maja wächst einem auf den letzten 100 Seiten doch noch richtig ans Herz und auch ein anderer Charakter spielt eine wichtige Rolle, wodurch meine Hoffnungen erfüllt wurden. Das Ende bietet noch einmal einen spannenden Höhenpunkt und macht neugierig auf den nächsten Teil. Glücklicherweise werden schon einige Rätsel aufgelöst, so dass es keinen Cliffhanger gibt und man die Wartezeit zu Band 2 überleben kann.
Mein Fazit: Charlotte Richter-Peil hat mit diesem Reihenauftakt eine spannende und interessante Welt erschaffen, die ich gerne noch weiter entdecken möchte. Besonders die Protagonistin Maja sorgt für Abwechslung im Jugendbuchgenre, auch wenn sie einen teilweise an die nervlichen Grenzen bringt - am ergibt alles seinen Sinn und ist logisch. Somit ist es das Buch definitiv Wert gelesen zu werden.