Sie haben sich auseinandergelebt, doch in der Enge der Familienwelt ist Katja B. nicht klar, dass ihr Mann an Depressionen leidet. Als sie nach drei Ehejahren beschließt, sich von ihm zu trennen, weiß sie nicht, welche dramatischen Folgen dieser Entschluss für sie und ihre Tochter haben wird. Das Paar hatte sich seit der Geburt der Tochter immer mehr entfremdet. Doch Katja B. ahnt nicht, was ihr Trennungswunsch für ihn bedeutet und welche Ereignisse sie damit auslöst. An einem einsamen Wochenende tötet er zuerst das Kind und dann sich selbst. Für Katja stürzt eine Welt zusammen. Erst durch eine langwierige Traumatherapie begreift sie, was passiert ist und was sie vorher nie wirklich verstanden hat: Ihr Mann litt unter Depressionen. Ganz allmählich, mühsam und nach viel Trauerarbeit findet sie wieder ins Leben zurück. Ihre Familie unterstützt sie, sie kann sogar eine neue Beziehung eingehen und ist inzwischen wieder Mutter. Ein Buch über das Zusammenleben mit einem depressiven Partner und über eine alltägliche Situation, die Familien unbemerkt in den Abgrund reißen kann.
Man sieht einer Entwicklung zu, die der Leser ohne die Buchinfo genauso wenig auch nur ansatzweise genausowenig wie die Autorin und zugleich Protagonistin geahnt hätte und ich als "es" geschah war ich angespannt. Dann geschockt. Dann kam es mir vor, als würde ich parallel quasi im Geschehen mit ihr Trauern.
Es ist eine autobiographische Erzählung. Aus dem "echten" und manchmal so ungerechten, unbarmherzigen Leben. Wenn etwas in einem solchen kaum auszuhaltenden Ausmaß passiert, ist nichts unpassender als die Frage nach einem glücklichen Ausgang. Und doch hat diese wundervolle starke Frau, die etwas erleben musste, das viele Menschen schon bis zur Selbstaufgabe - im übertragenen und oft auch wörtlichen Sinn- gebrochen hat, ihr Leben leben wollen und alle Unterstützungen für ihren Weg angenommen. Mit allen Erlebnissen und einem Schmerz, der wohl nie vollständig vergehen kann.
Ich gönne es ihr aus tiefstem Herzen, dass sie jemanden gefunden hat, der es ihr ermöglicht hat, noch einmal zu Vertrauen zu dürfen und dass sie mittlerweile, auch wenn die tiefen Narben bleiben, wieder eine Familie hat. Ich hoffe, dass sie noch immer zusammen stehen und sich alle Kraft der Welt geben.
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