Ich hatte zuvor noch nie ein Buch von Stefan Schwarz gelesen. Dass er Autor humorvoller Bücher ist, habe ich erst bei der Lektüre dieses Buchs mitbekommen. Knochenmarkkrebs ist eine niederschmetternde Diagnose. Unheilbar. Dieses Buch beschreibt die Zeit, in der er diese Diagnose erhält, in der er damit umgehen muss, in der er Chemotherapie erhält, auf keimfreien Krankenhausstationen.
Harter Tobak. Und trotzdem gibt es immer wieder Stellen, an denen ich laut auflachen musste. Schwarz erzählt viel von seinem Leben. Er reflektiert es, sein Verhältnis zu den Menschen in seinem Umfeld. Er beschreibt, wie die Krankheit seine Perspektive verändert. Wie er deshalb aus neuer Perspektive auch auf die Beziehungen in seinem Leben schaut.
Ich habe das Buch gerne gelesen, auch wenn mir zur Mitte hin dämmerte, dass meine Erwartung nicht erfüllt werden würde. Der Titel-Zusatz "... und mein Leben aufräumte" hatte in mir die Erwartung eines großen Umbruchs geschürt. Ich hatte die Idee im Kopf, dass dies ein Buch sei, in dem ein todkranker Mann sein alltägliches Tun nach wichtig und unwichtig aufräumt, der ein Bruch vollzieht, wie man ihn auch Bequemlichkeit oder vermeintlichen Zwängen ohne starken Anstoß nicht vollzieht. Das hatte mich neugierig gemacht.
Aber den großen Umbruch gibt's nicht. Es geht um den Perspektivwechsel. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.