Macht Online-Shopping irre? Kann man den Sinn des Lebens googeln? Würde Jesus heutzutage die Bergpredigt twittern? Und warum taucht ein Shitstorm nie in der Wettervorhersage auf? Fragen wie diese schließen Tobias Mann durch den Kopf, wenn er in seinem Buch die unendlichen Weiten des World Wide Web ergründet. Mit Witz und Tempo erzählt er von der iPhone-Sucht seines dreijährigen Sohnes, den Computer-Nöten der Mutter - und schildert, wie und Apple & Co. zur Evolution zwingen. Denn in der digitalen Welt muss man stehts ein paar Pointen voraus sein. Und dafür ist Tobias Mann genau der richtige, ähm, Mann.
Thomas Mann fasst in diesem Roman sehr amüsant zusammen, wie sich die Welt in den letzten Jahren durch die neuen Medien verändert hat, wie unterschiedlich durch diese Medien die heutige Zeit im Gegensatz zur frühen Vergangenheit doch ist. Niemals zuvor hat sich in so kurzer Zeit so viel getan was den Fortschritt in der Technik angeht.
Dieses Buch hat mich wirklich sehr amüsiert, habe ich mich selbst in der Erzählung doch überraschenderweise wieder erkannt. Ich bin zwar etwas jünger als der Autor, aber die technische Entwicklung habe ich ebenso mitgemacht, wie Tobias Mann sie beschreibt. Dabei trifft er mit seinen humoristischen Beschreibungen genau meinen Geschmack, teils hatte ich sogar den Eindruck, genau so hätten die Worte auch von mir stammen können. Wenn ich schreiben könnte, was ich nicht kann. Aber wenn, dann würde ich es genau so gerne tun.
Die Generationen nach uns, vor allem die aktuellen Teenager-Generationen, werden mit diesem Erzählungen wahrscheinlich weniger anfangen können, auch, wenn das beschriebene eigentlich noch gar nicht allzu lange her ist. Man wird heutzutage zwar mit den neuen Medien groß, aber grob betrachtet, waren diese noch vor gerade einmal 15-20 Jahren kaum verbreitet.
Und genau darüber schreibt der Autor in seinem Buch. Über die rasche Ausbreitung der Medien und wie sich seitdem alles verändert hat. Dabei stellt der Autor oftmals die Vermutung an, wie es gewesen wäre, wenn es in der Vergangenheit bereits solche Möglichkeiten wie Twitter, Facebook etc. gegeben hätte. Hätte Jesus getwittert? Hätte die Mauer damals gebaut werden können, wenn auf Facebook die bildlichen Beweise vorgelegen hätten, dass doch jemand die Absicht hatte eine Mauer zu bauen? Sehr amüsant stellt Mann Thesen auf, wie die Berichterstattung über neue Medien damals hätte ablaufen können.
Ganz oft habe ich es ja, dass ich Kaberettisten zwar ganz lustig zu sehen und zu hören finde, ihre Bücher dann aber nicht mal mehr ansatzweise so gut finde. Bei Mann ist das bislang anders. Seine Schreibe fand ich toll. Ich habe dieses Buch wirklich gerne gelesen und es war wunderbar zu schauen, inwieweit der Autor die weitere technische Entwicklung in seiner unverkennbaren Art zusammen gefasst hat.
Insgesamt vergebe ich hier vier Sterne, weil das Buch zwar sehr amüsant war, angenehm zu lesen ist, aber trotz allem nicht sehr nachhaltig. Dennoch eine klare Empfehlung für jeden, der ein paar amüsante Lesestunden mit dem alten Medium “Buch” verbringen möchte!
"Facebook macht uns zu Pippi Langstrumpf und wir machen uns die Welt, widdewiddewie sie uns gefällt!" (S.69)
Inhalt: Die Digitalisierung schreitet immer mehr voran - davon kann uns Tobias Mann in seinem neuesten Buch Hilfe, die Googles kommen! ein Lied singen, oder eben auch eine E-Mail schreiben! Vorsicht! Kein Spam! Bis zur heutigen Zeit hat sich das Internet einen festen Platz in unserem Leben erkämpft und will partout nicht wieder gehen. Eher breitet es sich immer weiter aus und beeinflusst unser tägliches Leben. Aus Vieraugengesprächen werden Zweidisplaygeplauer (S.171). Aber auch wenn es seine Nachteile mit sich bringt, so hat es uns bisher auch schon vieles erleichtert: Wer braucht noch Brieftauben oder Briefe, wenn er innerhalb von Sekunden eine E-Mail an die beste Freundin oder den Chef schicken kann? Und mal ehrlich, wer hat nicht schon mal dank Facebook doch noch die rettende Gratualtion zum Geburtstag gemacht? In diesem Sinne: Gefällt mir!
Meine Meinung: Das Buchcover spricht mich rein optisch schon sehr an. Bunt, irre, lustig. Das Internet-Explorer Logo wird vom Firefox aufgespießt - geht es noch besser? Die einzelnen Abschnitte sind gut unterteilt. Erst erfährt man wie der Autor selbst zum Internet und Computer kam (ein langer Weg kann ich sagen) und dann werden bestimmte Phänomene besprochen: vom Onlineshopping (Zalandooooo!!!), über Facebook (Gefällt mir!) bis hin zur Reisebuchung (denkt an die Wasserrutsche!). Online und Offline wird zur einer Welt, verbunden durch unsichtbare Schnüre. Das Smartphone hat uns voll im Griff und selbst Bello, Hasso und Baby Tristan haben schon eine E-Mailadresse. Ob die allerdings auch einen Shitstorm vom Zaun brechen ist unklar - wird aber nicht ausgeschlossen. Auch die Netzpolitik sowieso die digitale Fotografie werden angesprochen - alles auf wunderbar humorvolle Art und Weise. Ich habe bei der Lektüre eines Buches selten so gelacht. Nur die Fußnoten haben den Lesefluss etwas gestört (aber da kann man schon mal drübersehen).
Fazit: Hilfe, die Googles kommen! von @TobiasMann ist ein unterhaltsames Buch, das das immer größer werdende Phänomen Internet auf witzige Weise näher beleuchtet. Der Umgang mit den verschiedenen digitalen Medien ist sowohl kritisch als auch humorvoll dargestellt, was zum Nachdenken anregt. Wie weit werden WIR selbst schon von ihnen beeinflusst? Wie ich dieses Buch nun finde? ❒ Okay. ❒ Not bad. ✔ Gefällt mir! Me Gusta!
Lobend erwähnen möchte ich zunächst mal den Aufbau des Buches - der ist nämlich echt total übersichtlich. Die Kapitel beschäftigen sich jeweils mit größeren Bereichen des Internets wie zum Beispiel Online-Shopping, Google, Wikipedia bzw. Online-Wissen, Emails oder Chats. Zur besseren Lesbarkeit sind die einzelnen Kapitel noch in weitere kurze und somit gut lesbare Unterkapitel gegliedert. Ein interessanter Aspekt, den ich sonst nur von wissenschaftlichen Arbeiten her kenne, sind die vom Autor recht häufig (nämlich 175 Stück) Fußnoten. In diesen sind (meist) witzige Ergänzungen, bzw. weiterführende Gedankengänge des Autors zu finden.
Inhaltlich ist wie gesagt alles rund ums WWW zu finden, der Autor verknüpft hier neben allgemeinem Faktenwissen, seine persönliche Geschichte mit dem Internet, sowie (verhältnismäßig) aktuelles Zeitgeschehen (z.B. Wikileaks, Christian Wulff oder Google Street View). Aufgepeppt wird das ganze durch manchmal mehr oder manchmal etwas weniger gute Wortwitzchen und ulkige Vergleiche. Ich sage mehr oder weniger weil ichs echt ein bisschen durchwachsen finde - an manchen Stellen musste ich echt losprusten; bei anderen fand ichs einfach ein bisschen abgedroschen.
Ziemlich gut fand ich allerdings das Kapitel über Emails, meiner Meinung nach steckte da sehr viel Wahrheit drin. Zum Beispiel, dass es durch die zeitliche Nicht-Begrenzung wann man Emails schicken kann (v.a. auch durch und wegen Smartphones) einfach oft schwierig ist eine gewisse Work-Life-Balance hinzukriegen. Wichtiges, kann dann eben nicht bis Montag warten - zumindest denken wir das, lesen aus Neugier und antworten oftmals direkt im Anschluss. Auch kommt es durch die mittlerweile oft recht unförmlichen, im Sinne von eher unprofessionellen Emails und ausuferndem Emoticon-Gebrauch total häufig zu Missverständnissen.
Alles in allem finde kann man das Buch getrost lesen - muss man aber nicht.
Ich finde, von außen sieht es nicht so gut aus, wie es ist^^ Tatsächlich konnte ich öfter Lachen oder zustimmend nicken oder nur ungläubig den Kopf schütteln. Als irgendwas zwischen Digital Dummy und Digital Native sind Tobias Manns Erfahrungen, Beobachtungen und fast schon philosophische Überlegungen echt amüsant. Beispiel (Thema Videochat): "Man kann sich zwar sehen, schaut sich aber nicht an. Die Kamera befindet sich nämlich in der Regel am oberen Bildschirmrand, man schaut aber nicht hinein, sondern blickt auf den Bildschirm, um seinen Gerprächspartner zu sehen. [...] Zusätzlich sieht man sich in einem kleinen Kontrollfenster noch selber, was dazu führt, dass hier drei Personen, zweimal man selbst, einmal der Konversationspartner, miteinander sprechen und aneinander vorbeischauen - eine Situation wie aus einem Film des Surrealisten Luis Bunuel: "Der andalusische Videochat"." Und ich hab sogar einen nützlichen Tipp erhalten: Offenbar gibt es Programme à la Concentrate, mit denen man sich selbst den Internetzugriff und andere ablenkende Programme für einen gewissen Zeitraum sperren kann, damit man nicht tut, was ich gerade mache - prokrastinieren. Der Autor kommt übrigens aus Mainz und hat hier auch studiert und kurzzeitig als Wissenschaftlicher Mitarbeiter gearbeitet, was zu einer treffenden Beschreibung unserer hiesigen Hörsaalsituation führte...
Ich bekam dieses Buch von meinen Eltern geschenkt. Es ist das einzige Buch mit Widmung, das ich besitze. Aber das ist nicht alles was es besonders macht. Dank dem enthusiastischen Plädoyer für Twitter bin ich dort jetzt auch angemeldet. Wenn mich jetzt also noch mehr der Computer steuert als ich ihn (bzw. mein Smartphone, auf dem ich das hier grade tippe), ist der Herr Mann schuld! Das Buch ist trotzdem eine Empfehlung, auch für die die wie ich in keine der Gruppen so richtig reinpassen (ich bin so irgendwo zwischen Digital Dummy und Digital Native angesiedelt). Tolles Buch von einem meiner Lieblingskabarettisten.
Ich habe mich während des Lesens köstlich amüsiert und irgendwie hatte ich ständig die Stimme von Tobias Mann im Ohr. Wer was leichtes amüsantes lesen mag sollte zu diesem Buch greifen, ich kann es nur empfehlen.