Médée et Ismaïl se sont aimés. Mais un jour, dans un aéroport, Ismaïl a disparu, pour ne pas revenir. Laissant Médée à la sidération, au silence et à la perte. "Médée chérie" écrivait les instants qui ont suivi, dans une chambre d'hôtel attenant à l'aéroport, pendant lesquels Médée tentait de circonscrire la douleur. Mais ce n'est pas tout. Avec "Dans sa chair", Yasmine Chami remet l'objet de son livre sur le métier et retourne le point d'ancrage de son sujet. Elle se saisit alors des nuances de l'histoire d'Ismaïl, celui qui ce jour-là a trahi de la plus impensable des façons. Et, dans une langue somptueuse, elle parvient à transformer le regard sur l'homme qui part. Avec une acuité remarquable, le diptyque que forment "Médée chérie" et "Dans sa chair" interroge les enjeux du désir et de la liberté, la puissance que nous avons d'être des femmes et des hommes, ensemble.
Médée et Ismael ne sont-ils pas une image romancée de Médée et Jason de la mythologie grecque ? Yasmine CHAMI ne présente Médée ni comme sorcière ni comme criminelle, elle n’a tué ni son père Naïm ni Jawad le frère de Ismael, elle ne tua pas non plus Ismael et elle ne se vengea point de Meriem la maîtresse d’Ismael…Les choses sont arrivées toutes seules comme la vengeance de Médée dans la mythologie grecque. Tout cela raconté avec un grand style littéraire qui a fait de notre héros Ismael, un homme perdu dans ses réflexions, ruminant passé présent et avenir hypothétique… 5 ⭐️
Le portrait sublime du réveil d’un homme qui s’est laissé glisser dans la patinoire, délaissant une épouse du jour au lendemain : une analyse sans faille menée d’une plume experte!
Kurzmeinung: Eine kaum wahrnehmbare Handlung zum brisanten Thema „Scheidung im Alter“. Die Autorin belässt es leider beim Reflektieren.
Präliminarien: Unter diesem Roman habe ich mir ganz etwas anderes vorgestellt, aber ich war bereit, mich auf alles einzulassen … außer auf null Handlung!
Inhalt: Ismail ist ein begnadeter Gehirnchirurg, gerade in seinem 60igsten Lebensjahr angekommen, da packt ihn die fleischliche Lust mit Macht. Er lebt in Rabat und Tanger. Ursprünglich aus einer wohlhabenden Familie stammend, wurde sein Vater Brahim vom Regime festgesetzt und umgebracht als er noch klein war. Die Mutter brachte ihre Familie mithilfe von diverser Verwandtschaft durch, doch auf Ismail dem Ältesten ruhte alle Hoffnung der Familie auf erneuten Einfluss, Rehabilitation, Ehre und Geld. Ismail erfüllte alle Hoffnungen, sorgte für Schwestern und Brüder, darunter den Autisten Jawad, heiratete die bildende Künstlerin Medée, führte eine glückliche Ehe und zeugte Kinder, die vom Wohlstand des Paps profitierend, im Ausland studierten. Aber nun hat Ismail seine Ehe beendet und ist mit der jungen Chirurgin Meriem liiert. Scheidung folgt auf dem Fuß.
All das Vorgenannte hat das Zeug zu einem lebhaften Roman. Die Autorin beschränkt sich jedoch auf das Innenleben Ismails. Obwohl Ismail ohne Meriem seine neue Lebensgefährtin mitzunehmen auf die Beerdigungsfeier seines Schwiegervaters geht, insoweit Handlung vorhanden wäre, hat man weiterhin das bleibende Gefühl von Stillstand, denn dort – und überall sonst – denkt Ismail. Und denkt und denkt und resümiert, was er letzten Endes alles aufgegeben hat. Seine Frau nämlich, der er gütigerweise das Haus überlassen möchte, will es gar nicht und lebt mit ihrem früheren, nur wenige Jahre älteren Kunstlehrer zusammen und hat Ausstellungen ihrer Skulpturen in aller Welt. In der Ehe mit ihm hat sie ihre Ambitionen stets unter die Bedürfnisse der Family gestellt. Aber nun hat sie keine Verpflichtungen mehr. Ismails erwachsene Kinder sind naturgemäß irritiert, sein Sohn Adam reagiert besonders heftig. Und Ismail schließt seine neue Lebensgefährtin so lange aus seinen Gedanken aus, stellt sie seiner Kernfamilie nicht vor, bis sie die Nase voll hat von seinem Schweigen und einen lukrativen karrierefördernden Job in New York annimmt.
Der Kommentar und das Leseerlebnis: Die Handlungsarmut des Romans ist schwer zu ertragen. Die Reflexionen Ismails sind wunderbar beschrieben, die Sprache ist sehr schön, aber der Inhalt ist megalangweilig. Abgesehen vom mageren Handlungsverlauf finde ich – als Nichtfranzösin – die Bandwurmsätze ermüdend. Passiert irgendwann mal was? Na ja, am Ende sieht es nach Suizid aus. That is it.
Fazit: Schöne Sprache, allerdings mit Bandwurmsätzen bis zum Abwinken, Menschen zwischen ihrer traditioneller Kultur und der Moderne und viel Leerlauf. Unglaublich, dass ich diesen Roman „durchgehalten“ habe. Ich habe ein Fleissternchen verdient. Wahrscheinlich ist dieser Roman "Dans sa chair" (Tief im Fleisch) sogar hohe Kunst, ein Roman ohne Handlung ist Kunst. Aber Kunst, die mich schlimm langweilt, goutiere ich nicht.
Kategorie: Schöne Literatur Verlag: Actes Sud, France, 2022
J'ai beaucoup aimé. Une belle écriture, j'ai été un peu perturbée au départ par l'absence de dialogue... Je file immédiatement commander Médée cherie 🩵