Wurzeln der Medizin: Festrede zur Jahresfeier der Akademie der Wissenschaften am 10. Juni 1928 (Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie der ... Wissenschaften, 1928, 12)
Carl Friedrich Paul Ernst war ein deutscher Schriftsteller und Journalist. Gemeinsam mit Wilhelm von Scholz veröffentlichte er ein Lustspiel unter dem Pseudonym P. W. Spassmöller.
Geboren als Sohn des Grubenaufsehers Johann Christian Friedrich Wilhelm Ernst und seiner Ehefrau Emma Auguste Henriette Dittmann, wurde er am 18. März 1866 getauft. Ernst verbrachte Jugendjahre in Clausthal und besuchte ab 1876 das dortige Gymnasium in der Graupenstraße. Da er mit dem Gymnasium nicht zurechtkam, wechselte er 1884 auf das Gymnasium von Nordhausen, wo er ein Jahr später die Reifeprüfung ablegte. Anschließend studierte er Theologie und Philosophie an den Universitäten in Göttingen und Tübingen. Ein weiteres Studium der Literatur und Geschichte in Berlin schloss sich an. 1892 promovierte er in Bern. Er wurde Mitglied des progressiven Berliner Literatenvereins Durch.
Frühzeitig schloss er sich der Arbeiterbewegung an und wurde Mitglied der SPD, aus der er jedoch 1896 wieder austrat. Im „Berliner Volksblatt“ Nr. 232 vom 5. Oktober 1890 kennzeichnete ihn Friedrich Engels als einen oberflächlichen und wehleidigen Opportunisten.
Anfang des 20. Jahrhunderts hielt sich Paul Ernst in Weimar auf. In dieser Zeit entstanden zahlreiche Dramen und Erzählungen. 1905/1906 war er als Dramaturg am Düsseldorfer Schauspielhaus tätig. Später widmete er sich freiberuflich ganz seiner schriftstellerischen Tätigkeit. 1916 heiratete er die Schriftstellerin Else von Schorn, geb. Apelt.
Sein literarisches Schaffen ist sehr umfangreich und vielfältig. Es umfasst sowohl Romane, Erzählungen und Novellen als auch Dramen, Essays und Epen. Sind seine frühen Werke noch dem Naturalismus zuzuordnen, sind seine späteren, vor allem in den 1920er-Jahren entstandenen Schriften Bestandteil der Neuklassik, zu deren Hauptvertretern Paul Ernst gezählt wird.
1933, noch bevor Adolf Hitler über die Vergabe entscheiden konnte, erhielt Paul Ernst die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft. Den Bayerischen Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst hatte er bereits 1930 erhalten.
Im Zuge der nationalsozialistischen „Gleichschaltung“ der Preußischen Akademie der Künste und der Entfernung von 40 jüdischen und aus anderen Gründen missliebigen Akademie-Mitgliedern wurde Ernst am 5. Mai 1933 auf einen der frei gewordenen Plätze berufen.