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La violence des femmes - Histoire d'un tabou social de Christophe Regina (2011) Broché

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La violence des femmes apparaît comme un tabou social et historique. La femme brutale est forcément très minoritaire, très masculine, un peu sorcière, cruelle ou atteinte pathologiquement. Elle sort du rôle maternel, soumis ou victimiste que la société assigne à la femme depuis des générations.Or la violence n'est pas si sexuée qu'on le croit ; l'Histoire le démontre, ainsi que les chiffres en matière de délinquance et de crimes ou les témoignages encore timides d'hommes battus. Il s'agit pour l'auteur de décrypter cette réalité et d'en tirer les conséquences sociales et juridiques. Pourquoi la justice, à crime égal, ne condamne-t-elle pas l'homme et la femme de la même manière ?Infanticides, pédophiles, complices volontaires de leur compagnon : Christophe Régina s'appuie sur de nombreux exemples historiques ainsi que sur une enquête qu'il a lui-même menée auprès d'une centaine de personnes pour dépasser les stéréotypes de genre et interroger la place de la femme dans la société.Christophe Regina est historien et doctorant spécialisé dans l'histoire des femmes. Professeur d'histoire-géographie dans le secondaire entre 2005 et 2007, il enseigne aujourd'hui à l'université de Provence.

Unknown Binding

First published June 17, 2011

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December 27, 2025
„La violence des femmes“ – oder: Warum „zarte Pflänzchen“ manchmal fleischfressend sind
Männer, setzt euch. Wir müssen reden. Vergesst alles, was man euch über das sogenannte „schwache Geschlecht“ erzählt hat. Ihr kennt das Märchen: Frauen als friedfertige Engel, die höchstens einer Spinne mit dem Hausschuh drohen, während Männer genetisch darauf programmiert seien, alles kurz und klein zu schlagen. Der Historiker Christophe Regina hat diese Erzählung gründlich satt – und räumt in seinem Buch mit einem der hartnäckigsten Tabus der Menschheitsgeschichte auf: Frauen können Gewalt ausüben. Und zwar real, systematisch und historisch belegt.
Der Inhalt: Die dunkle Seite der Macht (und der Handtasche).
Regina zeigt, dass Gewalt kein männliches Monopol ist. Die Geschichte ist voll von Frauen, die deutlich mehr getan haben, als Tee zu servieren. Der gängige Mythos lautet: Wenn eine Frau gewalttätig wird, muss sie entweder „Hexe“, pathologisch gestört oder schlicht „unweiblich“ sein. Regina widerspricht entschieden. Gewalt ist menschlich – nicht geschlechtsspezifisch. Mit nüchternen Daten zu Kriminalität, Kindstötungen und Berichten misshandelter Männer, die bislang kaum Gehör fanden, entzieht er der moralischen Sonderzone „weiblicher Gewalt“ den Boden.
Der „Gefängnis-Bonus“: Gleiches Verbrechen, mildere Strafe?
Besonders brisant ist Reginas Analyse der Justizpraxis. Warum erhalten Frauen bei vergleichbaren Taten häufig geringere Strafen? Gibt es einen unausgesprochenen „Damenrabatt“ im Rechtssystem? Mit analytischer Schärfe zeigt Regina, wie tief verankerte „stéréotypes de genre“ richterliche Entscheidungen beeinflussen – Nachsicht hier, Härte dort –, und wie sehr Gleichheit vor dem Gesetz an kulturellen Erwartungshaltungen scheitert.
Warum man dieses Buch lesen sollte:
Wenn bei der nächsten Diskussion wieder behauptet wird, Frauen seien die moralisch besseren, friedlicheren Menschen, ist dieses Buch der historische Joker. Auf Basis von Archivarbeit und über hundert Interviews zeigt Regina, dass Frauen weit mehr sind als Opfer- oder Mutterfiguren – nämlich handelnde Subjekte, auch im Bereich der Gewalt.

Ein intellektueller Tiefschlag gegen bequeme Gewissheiten und wohlmeinende Klischees. „La violence des femmes“ zerlegt das Bild der „ewigen Unschuld“ mit Fakten statt Empörung. Pflichtlektüre für alle, die Realität höher schätzen als politische Beruhigungsformeln – und die bereit sind anzuerkennen, dass auch die Geschichte der Gewalt eine weibliche Handschrift trägt.
Bewertung: ★★★★★ – fünf von fünf blauen Flecken. Schmerzhaft, aber erhellend.
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