Peter Handke (* 6. Dezember 1942 in Griffen, Kärnten) ist ein österreichischer Schriftsteller und Übersetzer.
Peter Handke is an Avant-garde Austrian novelist and playwright. His body of work has been awarded numerous literary prizes, including the Nobel Prize in Literature in 2019. He has also collaborated with German director Wim Wenders, writing the script for The Wrong Move and co-writing the screenplay for Wings of Desire.
Handkes "Poetik" gibt nichts her. Je mehr ich von seinen späteren Schriften lese, umso mehr ödet mich das Geschwafel an, das nichts zur verhandelten Sache tut. Im vorliegenden Text beschreibt er ausufernd die Gegend um das Gerichtsgebäude und die Eindrücke, die Zeugen auf ihn machen. Vom Hauptangeklagten, um dessentwillen er da ist, erfährt man nichts, außer dass der schweigt oder seitenlage Opferlisten von Serben vorliest, die bei NATO- Angriffen getötet wurden. Handkes an sich begrüßenswertes Anliegen, Einseitigkeiten zu vermeiden, kann er immer weniger durchhalten, weil die sich selbst auferlegte "reine Beobachtung" nichts hergibt und im Zusammenhang mit Behauptungen, dieses oder jenes könne nicht bewiesen werden oder sei falsch (auch bei Handke wie bei der von ihm kritisierten Journaille ohne jeden Beleg - es sei denn man wertet wiedergegebene Gespräche als einen solchen), leeres Geschreibe bleibt. So reiht er denn Seite an Seite und mir ist's schade um's Geld, denn ich bin am Ende so klug wie zuvor. Wieder fand ich keine Rechtfertigung oder Glorifizieren der Serben; wieder blieb es bei einer freilich einseitigen, Verständnis für die Verstrickungen (es war Krieg!) der Serben in allgemeine Untaten erheischenden Stellungnahme, der - bis auf die Sprache - alles sonst Literarische abzusprechen ist. "Rund um das große Tribunal" ist kein Journalismus, keine Essayistik, keine Erzählung, nicht mal eine wirkliche Geschichte. Was ist das? Irgendwie eine Stellungnahme eines kindsköpfigen Autors gegen ein Tribunal ohne Sachkunde (keiner der Richter kennt sich im Balkan aus), was berechtigt sein könnte, gegen vorverurteilende Medien, was sicher stimmt, und eine Selbstüberhebung, die Beobachtung könne leisten, was alle quasi "Ideologie" nicht vermag. Vielleicht... Aber so? "Doch bis heute habe ich kein Gedicht Rugovas (von den Medien als Schüler R. Barthes und albanischen Gandhi bezeichnet- F.S.) lesen können. Wo bleibt der Augenschein? Und wer oder was nimmt mir demnach mein Vorurteil? Denn ohne den Augenschein keine Befreiung." (S.11) Immerhin gibt der Autor hier zu, dass er Vorurteile hat. Der Rest ist peinlich. Spätestens seit Immanuel Kant sollte ein deutschsprachiger Leser und Autor zwischen dem (An)Schein und dem Wesen einer Sache zu unterscheiden wissen und also zum Letzteren vordringen wollen. Nichts davon bei Handke. Im Gegenteil: Ihm ist der Anschein das Augenscheinliche und auch das Wesentliche. Kurz: Der Text verpufft in die Nichtigkeit der schönen, aber durch den Gegenstand desavouierten Sprache. Fast l'art pour l'art- nur schlechter...
Very personal, yet still really interesting insight and thoughts of Peter Handke about the International Criminal Tribunal for the former Yugoslavia in The Hague. Handke's positions on Yugoslavia throughout the 1990's were - and still are - discussed controversially, it should come as no suprise he's considering the Tribunal most of all biased and one-dimensional...