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Beyond Atonement

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19th-century novel of adultery and remorse.

Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916) was celebrated even in her own lifetime as Austria's foremost nineteenth-century woman writer.Beyond Atonement (Unsühnbar, 1889), loosely based on an actual event in a high-class Austrian family,is a novel about Maria marries Hermann Dornach, though she is in love with Felix Tessin; two years later, she commits adultery with Tessin, conceiving a child whom she alone knows to be illegitimate; when her husband and their legitimate son die in an accident, she reveals her infidelity. Her unforgiving family and her own remorse set Maria apart from the protagonists of other nineteenth-century novels of adultery such as Goethe's Elective Affinities and Tolstoy's Anna Karenina. Beyond Atonement is a companion piece to Ebner's best-known tale of village life, Their Pavel (Das Gemeindekind), also published by Camden House.
Dr VANESSA VAN ORNAM is a translator for the city government of Berlin.

Hardcover

First published January 1, 1890

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About the author

Marie von Ebner-Eschenbach

321 books41 followers
Baroness Marie von Ebner-Eschenbach was an Austrian writer. Noted for her excellent psychological novels, she is regarded—together with Ferdinand von Saar—as one of the most important German-language writers of the latter portion of the 19th century.

She was born at the castle of Dubský (Graf von Třebomyslice) family in Zdislavice near Kroměříž in Moravia, Czech Republic, and died in Vienna, Austria.

She is credited with the famous aphorism "even a stopped clock is right twice a day.

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Displaying 1 - 7 of 7 reviews
Profile Image for Hendrik.
440 reviews113 followers
August 8, 2018
"Unsühnbar" ist ein klassischer Ehebruchroman im Milieu der gehobenen Stände. Gräfin Maria von Wolfsberg geht eine Vernunftehe mit dem etwas biederen Graf Hermann Dornach ein, obwohl sie ein Faible für den Schwerenöter Fürst Tessin hat. Als wohlerzogene Tochter fügt sie sich in ihr vom eigenen Vater bereitetes Schicksal. Obwohl sie selbst künstlerische Begabungen zeigt und vielleicht unter anderen Umständen in diesem Metier Erfolge erzielen könnte, werden allein ihre Fähigkeiten als Ehefrau und Mutter verlangt. Irgendwann kommt es natürlich trotzdem zum Austausch von Intimitäten mit dem stürmischen Tessin, woraufhin das Verhängnis seinen ungebremsten Verlauf nimmt.
Im Kern der Geschichte wird die ganze verlogene Doppelmoral der sogenannten besseren Kreise angeprangert. Die Frauen sind nur pure Verfügungsmasse für die Heiratspolitik der adeligen Häuser. Maria erhält vor der Ehe von ihrem Vater (gleichfalls ein Schürzenjäger) folgenden herzigen Rat:
Die Treue, meinte er, die der Mann seiner Frau am Altare geschworen, ist eine andere als die, deren Schwur er von ihr empfing. Eine scheinbare Vernachlässigung, eine flüchtige Zerstreuung des Gatten wird von dem Weibe, das sich selbst achtet, übersehen. Was ist ein kurzer Sinnenrausch, dem gewöhnlich klägliche Ernüchterung folgt, im Vergleiche zu der unerschütterlichen, dankbaren Anhänglichkeit an die verehrte Lebensgefährtin, die niemals Nachsicht braucht, aber immer Nachsicht übt …
Alles klar. Das Patriarchat vögelt nach belieben in der Gegend rum, während die treue Seele von Ehefrau zu Hause die Stellung hält. Soweit zur Handlung, die zuweilen arg ins Melodramatische abkippt. Bahnbrechend modern wirkt der Erzählstil beileibe nicht, was sicherlich den literarischen Konventionen der damaligen Zeit geschuldet ist. Aber das muss auch gar nicht sein, die Geschichte lässt sich trotzdem ganz gut runterlesen. Interessant sind die Nebenfiguren, in deren unkonventionellen Lebensentwürfen deutlich wird, dass die gesellschaftlichen Normen im Wandel begriffen sind. So ist es dann mehr das eigene Gewissen, welches dem "armen" Hascherl Maria zusetzt, als eine vermeintliche Verurteilung durch die Gesellschaft.
Profile Image for Literarischunterwegs.
378 reviews44 followers
February 16, 2021
Sigrid Löffler, die das Nachwort zu „Unsühnbar“ schrieb, trifft es in ihrer Beschreibung sehr gut, wenn sie sagt, dass die Autorin gewissermaßen einen Zeitwandel und einen Wertewandel mit diesem Roman einläutet. Das Buch blickt einerseits auf die Leiden der Frauen im Patriachart zurück und blickt andererseits voraus auf eine Zeit, die dieses Leiden bereits als Unrecht an den Frauen erachtet.
Ich glaube, dass dieses Buch von einem Mann nicht hätte so geschrieben werden können. Den Blick auf die Situation der Frauen, die im Grunde selbst daran schuld sind, wenn sie betrogen werden und ihre Männer sich ein patriarchalisches Leben gönnen. Grund ist allein die Tatsache, dass sie ihre Männer nicht zur Rechenschaft ziehen und auch nicht ziehen können.

Die Protagonistin blickt hinter diese Verlogenheit, die Doppelmoral und die Scheinwelten. Auch sie kann ihre „Verführer“ nicht sofort zur Rechenschaft ziehen, findet aber einen Weg ihre Ehre zu behaupten. All dies zeigt Marie von Ebner – Eschenbach am Beispiel der sympathischen Maria von Wolfsberg, deren tragisches Schicksal sie ohne Schnörkel, ohne epische Ausweitungen, Beschreibungen, Gefühlsduseleien oder sich in hilflosem Selbstmitleid ergehenden Verhaltensweisen darstellt.
Ihr Schreibstil ist äußerst klar, mitunter sehr nüchtern, fokussiert und er stellt die Dinge da, wie sie sind. Die Autorin schreibt rasant und auch „spannend“.
Sie zeigt sehr deutlich die Zwänge auf, in denen sich die Frauen der damaligen Zeit bewegten, wie Ehen aus gesellschaftlichen Gründen geschlossen wurden, wie Liebe unterdrückt werden musste, damit man dem gesellschaftlichen Stand, dem Rang, dem Ansehen und den Erwartungen der Eltern gerecht wurde.
Romantische Liebe hatte hier keinen Platz, außer man ist Mann und gönnt sich die eine oder andere Liebschaft. Doppelmoral, die auf dem Rücken der Frauen und Kinder gelebt wurde, war das unausgesprochene, aber allen bekannte, Geheimnis. Wenn eine Ehefrau unter diesen Vergehen ihres Mannes litt, so war sie dies selbst schuld, sollte sie doch einfach über die Verfehlungen des Mannes hinwegsehen. Was konnte die Männerwelt dafür, dass niemand sie zur Rechenschaft zog. Da stellt sich die Frage: Warum leben diese Männer der damaligen Zeit offen ihre Doppelmoral? Ganz einfach! Weil sie es können!
Ich fand diese Geschichte und die Entwicklungen sehr bewegend und ich habe mit Maria mitgelitten und am Ende auch mit ihr geweint. Ich hätte ihr sehr gerne etwas von der heutigen Kraft in uns Frauen abgegeben, wobei, Maria durchaus eine in ihrer Zeit bereits sehr starke Frau war, die am Ende mit erhobenem Haupte das Feld verlassen darf.
Der ehemalige Kurzroman lässt nichts vermissen. Er hat alles, um die Dinge so darzustellen, die Einblicke zu geben, die der Leser braucht, um mitgenommen zu werden, mitgenommen in die Situation, die seelischen Zwänge, die seelischen Ängste und die Selbstkasteiung der Protagonistin, die versucht mit ihrem Schicksal klarzukommen.
Bizarr, dass sie, wenn auch ungewollt, das Schicksal der Männer teilt, dafür aber eine vollkommen andere Reaktion erfährt.
Gleich ist eben doch nicht immer gleich, schon gar nicht in der damaligen Welt der Männer.
Trotz allem ist Maria von Wolfsberg ehrenhaft und geradlinig. Wie sie sich ihrem Schicksal stellt, wie sie damit umgeht ist ein Zeichen dafür, dass Frauen oder zumindest die Protagonistin hier sehr viel stärker waren, als man die Welt glauben machen wollte.
Mich fesselte das Buch, und ich konnte es erst aus der Hand legen als ich endlich wusste, wie es ausgeht.

Anmerkung:
1. Mit ihrem Schreibstil gehört die Autorin in den Kreis derer des deutschsprachigen Realismus.
2. Der Roman gilt auch als „Ehebruchroman“, ist aber fünf Jahre vor dem von Fontane geschriebenen Roman „Effie Briest“ entstanden.
Profile Image for JoBerlin.
365 reviews40 followers
March 15, 2016
Marie von Ebner-Eschenbach gilt als eine der wichtigsten deutschsprachigen Erzählerinnen des 19. Jahrhunderts. Zum 100. Todestag im März 2016 bringt der Manesse Verlag in gewohnt guter Ausstattung nun die Erzählung „Unsühnbar“ neu heraus.

Von Anfang an gelingt es der Autorin eine geheimnisvolle Aura um das Leben der Protagonistin Maria von Wolfsberg zu schaffen. Ihr Vater will sie gut verheiraten und hat sie dem Großgrundbesitzer Hermann von Dornach versprochen. Maria liebt einen anderen, doch für den Vater steht fest, Hermann soll sein Schwiegersohn werden. „Der Verstand sagt, der klare Blick sieht - hier ist ein Mensch, so vortrefflich, dass eine Frau mit ihm glücklich werden muss.“ Maria zögert, doch fügt sie sich und geht die Ehe mit dem ungeliebten Hermann ein. Mit fein eingestreuten Andeutungen versteht es die Autorin, die Spannung zu halten, ja – ein Geheimnis um gibt die Familie Wolfsberg und als Marias eigentlicher Favorit wieder Kontakt zu ihr aufnimmt und eine Begegnung mit ihr herbeiführt, ahnen wir die mögliche Tragödie. Wird sie dem Ehemann untreu, ihn verlassen?

Nun kommt Ehebruch im 19. Jahrhundert natürlich auch in der guten, adeligen Gesellschaft vor und ist kein Grund, am Leben zu verzweifeln – dies gilt für Männer wohlgemerkt. „Eine scheinbare Vernachlässigung, eine flüchtige Zerstreuung des Gatten, wird von dem Weibe, das sich selbst achtet, übersehen. Was ist ein kurzer Sinnenrausch, dem gewöhnlich klägliche Ernüchterung folgt, im Vergleiche zu der unerschütterlichen, dankbaren Anhänglichkeit an die verehrte Lebensgefährtin, die niemals Nachsicht braucht, aber immer Nachsicht übt“ so die weitverbreitete patriarchalische Auffassung.

Marie von Ebner-Eschenbach erzählt die Geschichte des unsühnbaren Ehebruchs so dicht, so wunderbar, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Exzellent ist ihre genaue psychologische Beobachtungsgabe, die sich auch in Tierbeschreibungen zeigt, so erzählt sie ein kleines „Gespräch“ unter Hunden und zeigt sinnlose Vergnügungen des Adels in Beschreibung einer Jagdgesellschaft mit ihrer brutalen Hetzerei und Töterei.

Zwar ist „Unsühnbar“ inhaltlich dem 19.Jahrhundert angehörig, doch werden andere, bessere, freiere Zeiten kommen, dass ist im Text bereits spürbar: „Seltsamerweise hatte Maria die öffentliche Meinung gewonnen durch die heroische Geringschätzung, die sie ihr bewies. Die große Welt verzieh, statt zu verdammen“.

Ebner-Eschenbachs schriftstellerisches Können, ihre deutliche Kritik am Verhältnis Mann-Frau und am Gebaren des Adels sind jedenfalls bereits einer neuen Zeit verhaftet und so interessiert, berührt und fesselt uns ihr Werk auch heute noch.
Profile Image for Perry Whitford.
1,952 reviews77 followers
January 15, 2017
Anna Karenina in Austria.

If comparing Marie von Ebner-Eschenbach as a writer to Tolstoy is a little flattering though not entirely inaccurate, comparing the heroine of her novel to the most famous adulteress in all of fiction is perhaps a little unflattering to the Countess Irma Wolfsberg.

The Countess has a very different character to Karenina, she is married to a very different kind of husband in the devoted Count Dornach, only betraying his trust in her on a single occasion when she finds herself effectively trapped by the charming yet ruthless Tessin.

For that single act of faithlessness she suffers the depths of anguish, made all the worse by her knowledge that her husband, should he discover her infidelity, would forgive her and protect her good name in society:
Countess Dolph and her long-suffering companion Fraulein Nullinger

'The atonement which she craved surely lay in the consciousness that she was forbidden to atone.'

But it's not as simple as that. Before she married Dornach she had been in love with Tessin, and her feelings for him persist thereafter despite her perfect marriage. In order to get his way Tessin resorts to holding her captive, yet she has to acknowledge that she has been no less captive to her own passion all along.

Psychologically this is a highly convincing novel on a difficult theme for the time it was written, which is why the Tolstoy comparisons are more than just superficial. She really gets put through the wringer. Interestingly, just after her marriage Irma discovers that her father had also cheated on her mother.

The relationship between father and daughter is wonderfully portrayed, shattering her faith, adding an extra dimension to her guilt while presenting her with a mirror for her own possible redemption.

The support characters all bring something extra to the novel too, such as Wolf Forster, the illegitimate son of her father's philandering, and Irma's sarcastic aunt Countess Dolph, who loves to provoke and her long-suffering companion Fraulein Nullinger.

Without wanting to give too much away let me just say that I thoroughly disagree with the 19th century necessity that a faithless woman must pay for her sin, but that said the ending to this story had me in tears.

The original Austrian title for the novel was Unsühnbar, which can be given a simpler translation as 'Inexpiable'.
Profile Image for Josep Masanés.
Author 11 books36 followers
Read
May 29, 2024
Reseña de INEXPIABLE (@pepitaseditora) Una novela sobre el adulterio, sobre la doble moral de la alta sociedad y la moral de una época.
Marie von Ebner-Esenbach (1830-1916) fue una escritora en lengua alemana perteneciente a la alta sociedad vienesa. Tras unos inicios fracasados en el ámbito de la dramaturgia se hizo famosa con sus novelas. En palabras de la germanista Daniela Strigl (uno de cuyos textos sobre la autora aparece en el libro a modo de epílogo), Marie von Ebner Eschenbach es «una escritora clásica del realismo poético» con «una antimoderna tendencia a la armonización además de una cosmovisión conservadora».
Inexpiable es la historia de una mujer que se casa con el pretendiente elegido por su padre en contra de sus inclinaciones sentimentales, pero al poco de contraer matrimonio se consuma una relación familiar idílica hasta que se produce la tragedia. La historia se inicia saliendo de escuchar Fidelio en la ópera y así conocemos al personaje principal, María (de nombre como la autora), que vive en las mejores condiciones posibles para la época y la cual sospecha que su familia le esconde alguna clase de secreto. Al poco aparece su medio hermano, fruto de un desliz del padre, que quedó viudo, que será quien abra las puertas a la infidelidad de María. La novela está basada libremente en un hecho real ocurrido en una familia austríaca de clase alta.
https://fanfan.es/inexpiable-de-von-e...
Profile Image for Susu.
1,882 reviews21 followers
May 14, 2017
Schöne Erzählung rund um eine arrangierte Ehe und Seitensprung und dann eine Orgie der Selbstvorwürfe.
Displaying 1 - 7 of 7 reviews