Rätselhafte Symbole auf dem Friedhof von Varange, eine mysteriöse Statue und eine jungeFrau, brutal ermordet und in einer Felsspalte verborgen. Ein schwerer erster Fall für Kommissar Simon Dreemer, der soeben aus Paris in die Provinz strafversetzt worden ist. Die Ermittlungen führen ihn in einen Sumpf aus Verrat, Gewalt und Eifersucht. Denn die Bewohner des lothringischen Dorfes hüten ein dunkles Geheimnis, das weit in der Vergangenheit liegt und bis heute Opfer fordert.
Aline Kiner (18 June 1959 – 7 January 2019) was a French journalist and novelist.
Kiner began as a journalist for Sciences et Avenir in 1995, and was then named editor-in-chief of special issues in 2008. She also collaborated with the French documentary series Thalassa, and for the French newspaper Libération.
She wrote four books and novels, including La nuit des béguines, which won the Prix Culture et Bibliothèques pour tous in 2018.
Frankreich am Heiligen Abend des Jahres 1944: Der Zweite Weltkrieg neigt sich langsam dem Ende zu und die deutschen Truppen haben das französische Dorf Varange bereits vor Monaten wieder verlassen. In der voll besetzten Kirche feiern die Einwohner das erste Weihnachtsfest seit der Befreiung, darunter auch Mathilde und ihr Mann Johann. Als die Messe zu Ende ist und sich die Menschen aus der Kirche drängen, verliert Mathilde Johann plötzlich aus den Augen. Weil sie ihn am Kirchengebäude nicht finden kann, verlagert sie ihre Suche auf den Friedhof, wo sich das Grab seiner Eltern befindet. Dort findet sie ihn schließlich auch – tot und an einem Baum hängend, unter ihm ein Schild mit den Worten “Der Strick für Kollaborateure”.
Der Mord an einem jungen Mädchen in der französischen Provinz wirft Fragen auf
Mehr als 60 Jahre später wird der Pariser Kommissar Simon Dreemer aus der Hauptstadt in die französische Provinz strafversetzt, nachdem er sich bei seinem letzten Fall eine folgenschwere Verfehlung geleistet hatte. Kaum ist er in Metz angekommen, wird er von seinem neuen Vorgesetzten Kowalski auch schon zu einem frischen Tatort mitgeschleift. Im etwas weiter außerhalb gelegenen Varange wurde die Leiche eines jungen Mädchens in einer Bodenspalte aufgefunden, erstickt und an Händen und Füßen gefesselt. Gemeinsam mit seiner neuen Kollegin Jeanne Modover nimmt Dreemer die Ermittlungen auf und stößt im Umfeld der Toten auf einige Auffälligkeiten. Im Zimmer des Mädchens finden die beiden teure Kleidung und Parfum, das für eine 17-Jährige eigentlich deutlich zu kostspielig ist, außerdem scheint das Verhältnis zwischen Eltern und Tochter vor ihrem Tod äußerst angespannt gewesen zu sein. Darüber hinaus entdecken Simon und Jeanne Gemeinsamkeiten zu einem ähnlichen Todesfall, der sich vor elf Jahren an gleicher Stelle ereignet hat…
Lothringen – eine Grenzregion mit bewegter Vergangenheit und Schauplatz der Geschichte
“Galgenmann”, der neue Kriminalroman der Französin Aline Kiner, verschlägt seine Leser nach Lothringen, einer Region mit bewegter Vergangenheit. Nach dem Deutsch-Französischen Krieg wurde das Gebiet dem Deutschen Reich angeschlossen und spielte auch in den beiden nachfolgenden Weltkriegen eine bedeutende Rolle. Nachdem Lothringen 1918 wieder in französischen Besitz überging, wurde das Gebiet im Zweiten Weltkrieg lange von der deutschen Wehrmacht besetzt. Kiners Geschichte setzt mit dem Prolog am Ende dieser Besatzung ein und beginnt mit dem Lynchmord an einem vermeintlichen Kollaborateur, der mit den Nationalsozialisten Geschäfte gemacht haben und dadurch im Krieg der Deportation in die Konzentrationslager entgangen sein soll – was bei vielen Anhängern der Widerstandsbewegung natürlich für Hass und Empörung gesorgt hat. Dieser geschichtliche Hintergrund verpasst der Story einen interessanten Gesichtspunkt, und das obwohl die eigentliche Handlung noch gar nicht angefangen hat.
Anschließend gerät die Nachkriegszeit jedoch erst einmal für eine ganze Weile in Vergessenheit und die jüngere Geschichte der Region wird in den Fokus des Buches gerückt. Lothringens Vergangenheit wurde ebenso von der Stahl- und Eisenindustrie und dem Bergbau geprägt, sodass sich dort auch heute noch viele alte Minen befinden, so auch in Varange, dem Schauplatz von “Galgenmann”. Viele der Bewohner sind unter dem Einfluss des Bergbaus aufgewachsen und haben dadurch zum Teil ein tragisches Schicksal vorzuweisen. Nicht wenige Familien haben ihre Ehemänner und Väter bei Minenunglücken verloren und nun leidet die Region an den Spätfolgen dieser Zeit. Wohngebiete sind durch Bergbauschäden vom Einsturz bedroht, zudem sorgt eine mögliche Flutung der alten Stollen bei den Menschen in Varange für Unruhe. Aline Kiner gelingt es sehr gut, diesen Hintergrund in ihre Geschichte einzupflegen und profitiert dabei sicherlich auch von ihren eigenen Erfahrungen, da sie selbst als Kind eines Minenarbeiters in Lothringen aufgewachsen ist. Der Roman erzeugt dadurch eine sehr intensive Atmosphäre, geprägt von Ressentiments, Unsicherheit und Zukunftsangst.
Gemächlich und unspektakulär erzählter Kriminalfall
Auch der Kriminalfall lässt sich zunächst gut an: Ein Kommissar aus der großen Hauptstadt Paris muss sich in eine neue Umgebung und ein neues Team eingewöhnen und wird direkt mit dem ersten Mordfall konfrontiert. Allerdings braucht Aline Kiner nach dem Leichenfund lange, bis sie ihre Geschichte in eine konkrete Richtung lenken kann. Die Story plätschert eine ganze Weile vor sich hin, bis nach und nach die ersten Hinweise verteilt werden: Ein Jahre zurückliegender Unfalltod eines Mädchens weist bemerkenswerte Ähnlichkeiten zu dem neuerlichen Mord auf, zudem finden sich auf dem Dorffriedhof rätselhafte Symbole, die möglicherweise im Zusammenhang mit der Tat stehen können. Eine wichtige Rolle nimmt dabei der Dieu Piteux, eine alte Steinstatue ein, der die Vergangenheit der Region verkörpert wie kaum ein zweiter Ort und im Laufe der Ermittlungen immer wieder ins Blickfeld gerät. Allerdings bleibt die Autorin über die gesamte Länge des Buches bei der ruhigen und unspektakulären Erzählweise, was auf der einen Seite recht angenehm ist, weil “Galgenmann” dadurch nicht so aufdringlich ist und der Leser die Geschichte in aller Ruhe auf sich wirken lassen kann. Andererseits lässt Kiner dadurch auch viel Potenzial liegen und schafft es so leider nicht, die Geschichte aus dem Mittelmaß herauszuheben.
Viele gute Ansätze werden vernachlässigt, Potenzial leichtfertig verschenkt
Das liegt vor allem daran, dass der Kriminalroman oft irgendwie unfertig wirkt. Aline Kiner hat zwar einige gute Ideen, setzt diese aber meist nur halbherzig um. Dies fängt an bei den Protagonisten der Geschichte. Simon Dreemer wurde in die Provinz versetzt, weil er im Fall eines unter zweifelhaften Umständen ums Leben gekommenen Jungen die Eltern so lange mit seinen Verdächtigungen unter Druck gesetzt hat, bis die Mutter schließlich einen Selbstmordversuch unternahm. Wer nun darauf spekuliert, dass Kiner diese Vorgeschichte im späteren Verlauf noch näher ausführt, hat sich jedoch getäuscht: Fast beiläufig wird diese Angelegenheit mit einem kurzen Nebensatz aus der Welt geschafft, was beinahe so wirkt, als wäre der Autorin mittendrin eingefallen, dass sie hier noch einen angefangenen Ansatz zu Ende bringen müsste. Gleiches gilt für die Figurenkonstellation, inbesondere für das Verhältnis zwischen Simon Dreemer und seiner neuen Partnerin. Die Chemie zwischen den beiden stimmt lange Zeit nicht wirklich und Kiner macht immer wieder Andeutungen zur Vergangenheit der Charaktere, rückt damit aber dann wieder nicht heraus sondern lässt diese offenen Fragen im Sande verlaufen. Der größte Fauxpas ist allerdings, dass alle Passagen, die Spannung versprechen und die gemächlich erzählte Geschichte ein wenig aufpeppen könnten, entweder im Ansatz erstickt oder gleich ganz übersprungen werden. So finden die Ermittler beispielsweise im Haus eines Verdächtigen belastende Indizien. Während man nun erwartet, dass Dreemer und Co. ihn anschließend damit konfrontieren würden, springt Kiner umgehend weiter und verrät direkt im nächsten Satz den Ausgang des (nicht weiter erwähnten) Verhörs. Ebenso verhält es sich bei einer der wenigen dramatischen Stellen des Buches: Eine Person wird vermisst, die Ermittler stoßen auf ein leises Lebenszeichen – und schwupps, schon befindet man sich im Krankenhaus. Die Rettungsaktion, welche zu einem echten Spannungshöhepunkt hätte werden können, wird komplett übergangen. Man fühlt sich dabei als Leser irgendwie, als würde man einen zensierten Film gucken, bei dem alle spannenden Szenen herausgeschnitten wurden.
Schlussfazit: “Galgenmann” von Aline Kiner ist gewiss kein schlechter Kriminalroman: Der geschilderte Fall ist an sich solide konstruiert und bietet die ein oder andere gelungene Wendung, wenngleich der Täter meiner Meinung nach alles andere als unvorhersehbar ist. Zudem punktet der Roman durch die wirklich gelungene und bedrückende Atmosphäre und dem interessanten geschichtlichen Hintergrund unter Berücksichtigung der Nachkriegszeit und der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung der französischen Grenzregion, der auch glaubwürdig in den Handlungsrahmen integriert wird.
Unfertig wirkender französischer Krimi, der leider viel zu oberflächlich bleibt
Allerdings hat das Buch ein großes Problem: Es ist mit nur 256 Seiten einfach viel zu kurz. Zwar sorgt der vergleichsweise geringe Umfang dafür, dass trotz der ruhigen und bedächtigen Erzählweise kein großer Leerlauf entsteht, andererseits fehlt einfach der Raum, um alle aufgeworfenen Fragen zufriedenstellend zu beantworten oder die angefangenen Ansätze näher auszuarbeiten. Irgendwie wirkt alles ein wenig oberflächlich, seien es die blassen Hauptfiguren oder die Story selbst, die zu keiner Zeit echten Tiefgang aufweist. Selbst die interessante Vorgeschichte wird nur kurz angerissen, hier wäre jedoch noch viel mehr Potenzial vorhanden gewesen. Hundert Seiten mehr, und “Galgenmann” hätte ohne große Mühe ein guter französischer Kriminalroman werden können. So bleibt aber letzten Endes ein irgendwie unfertiges Werk mit vielen guten Ideen, die aber nicht konsequent genug umgesetzt wurden. Das ist schade, denn Aline Kiner hat hier eine große Chance vertan und so ist “Galgenmann” nicht viel mehr als eine nette Lektüre für zwischendurch, die jedoch kaum lange im Gedächtnis bleiben wird.
Der Prolog steht lange für sich und man hat im Verlauf der Geschichte schon fast vergessen, was zu Beginn angedeutet wurde. So ist es dann eine nette Überraschung, als die Autorin dann diesen Prolog in die aktuelle Handlung miteinfließen lässt und damit den Kreis schließt. Ansonsten beginnt der Roman fast klassisch: Ein Polizist, Simon Dreemer, wird strafversetzt und landet in der Provinz, wo er sich erst behutsam an seine neuen Kollegen herantasten muss. Im Dorf Varagne wird ein Mädchen ermordet in einer Felsspalte gefunden. Und während die Ermittler mühsam schweigsame Dorfbewohner befragen, passiert ein ähnliches Verbrechen. Zart spinnt die Autorin die Fäden zwischen den Polizisten, den Morden, den Zeugen und auch der Vergangenheit sowohl des Dorfes als auch einer der Polizistinnen, die aus eben jedem Dorf stammt und das am liebsten vergessen würde. Sollte sie nicht am ehesten in der Lage sein, Aussagen zu bekommen? Müssten ihr die Leute denn nicht freudig entgegenkommen? Für den strafversetzten Polizisten kommt es dann zum doppelten Happy-End: Er löst den Fall, findet den Mörder und wird in seiner ehemaligen Dienststelle durch einen Zufall rehabilitiert. Wie es aussieht, wird es also keinen weiteren Krimi mit Dreemer in der Provinz geben.
Man merkt, dass die Autorin selbst aus einer solchen Gegend, einem ähnlichen Ort stammt wie dem fiktiven Varagne. Auch wenn wenig Positives in der Schilderung im Roman steckt, skizziert sie dies dennoch verständlich und lässt die Straßen, Häuser und Personen real wirken und trotz der Bosheit und Bitterkeit blitzen immer wieder gute Eigenschaften durch und auch die Hilflosigkeit der Leute kann der Leser gut nachvollziehen. Auch wenn einiges schief läuft im Ort (und auch in der Vergangenheit schief lief), grundsätzlich böse und widerwärtig ist in dieser Geschichte eigentlich niemand. So wird sich jeder Leser wohl Personen finden, mit denen er sich in ähnlichen Situationen wie im Roman identifizieren könnte.
Cette énigme policiere bien menée, facile à lire et efficace. Ce que j'aime chez Kiner c'est la façon d'appuyer son récit dans une région,un paysage,une société : ici la Moselle et le paysage minier. Vraiment bien
Von dem Buch hatte ich mir nach den ersten Seiten ganz eindeutig mehr erwartet, da der Anfang noch angenehm spannen und auch ein wenig mysteriös war, genau wie der Klappentext es versprach. Jedoch nahmen Spannung, als auch Mysteriöses sehr schnell ab, so dass der Roman nach nur wenigen Seiten eigentlich nur noch so vor sich hinplätscherte. Meine Erwartungen zeigten sich dadurch natürlich sehr schnell als hinfällig.
Spannung kam nämlich den gesamten Roman eigentlich nicht mehr wirklich vor, da er trotz seines eigentlichen Krimicharakters oft in historischen Ausschweifungen aufging, die zwar nicht uninteressant waren, aber auch nicht wirklich Spannung aufkommen lassen wollten. Unter anderem blockierten für mein Empfinden auch sehr die Kommissare die Spannung, da sie eine für mich oftmals sehr seltsame Art zu ermitteln hatten, zwischen ihnen scheinbar kaum Kommunikation stattfand und ich die ganze Zeit das Gefühl hatte eigentlich zwei Kommissaren zu folgen, die miteinander nichts zu tun haben. Persönliches kam bei beiden Protagonisten, trotz mancher Erläuterungen nicht wirklich auf, da sie sehr fremd, unnahbar und auch vollkommen gefühlskalt auf mich wirkten. Eine Charaktertiefe, die einem als Leser hilft, die Persönlichkeiten näher zu verstehen, konnte ich nämlich gar nicht feststellen. Insgesamt konnte ich einfach nicht nachvollziehen, was sie wann warum taten und das hat dem Ganzen, neben der Wirkung der Kommissare, dass sie alle am liebsten gar nichts tun würden, da sie so lustlos wirkten, extrem die Spannung genommen.
Allgemein hatten die Ermittlungen etwas sehr dumpfes an sich, als wäre über allem eine dicke Staubschicht, die erstmal durchdrungen werden müsste, um wirklich an die Charaktere, ihr Verhalten und vor allen Dingen auch ihre Motivation zu gelangen und das nicht nur bei den Protagonisten und Ermittlern, sondern eigentlich bei allen. Diesen Elan der Ermittler, der auch mich als Leser gefangen nimmt und zum Rätseln bringt, hat mir einfach extrem gefehlt und dadurch konnte eigentlich nichts die fehlende Spannung bzw. fehlende interessante Gegebenheiten wettmachen.
Vom Stil her war der Roman daher ganz eindeutig nicht meins, denn mir fehlte einfach zu viel, was für mich einen guten Krimi ausmacht, denn weder war er spannend, noch wollte ich miträtseln, noch hatte ich auch nur im Ansatz am Ende, bei der Auflösung des Ganzen einen AHA-Effekt. Auch wenn wenigstens die Auflösung einer gewissen Logik nicht entbehrte, die man auch halbwegs verstehen konnte, auch wenn ich mir beim Täter nicht sicher gewesen wäre, also wenigstens eine kleine Überraschung blieb.
Ein Roman, den ich für Zwischendurch vollkommen in Ordnung fand, der aber nicht in meinem Gedächtnis haften bleiben wird, da er weder etwas besonderes, noch interessante Charaktere hatte, sondern simpler Durchschnitt war. Und sollte die Autorin planen weitere Romane mit diesen Charakteren zu schreiben, wünsche ich mir, dass die Charaktere dann wenigstens schon mal verständlicher und dem Leser näher sind, denn das wäre ein ganz großer Fortschritt.
Ich gebe zu, mit diesem Kriminalroman habe ich mich schwergetan. Er beginnt mit einem Prolog an Heiligabend im Jahr 1944, um dann ins Jahr 2004 zu wechseln:
Eine junge Frau wurde ermordet in einer Felsspalte gefunden und ein Galgenmännchen in der Nähe einer steinernen Figur gibt Räsel auf.
Kommissar Simon Dreemer versucht mit Hilfe seiner Kollegin Jeanne den Fall zu lösen, stößt mit seiner direkten Art aber oft auf eine Mauer des Schweigens. Und auch als eine zweite Tote gefunden wird, ergeben sich mehr Verdachtsmomente, als dass sich eine heiße Spur herauskristallisiert. Doch was verbindet die beiden Morde mit einem Vorfall, der 60 Jahre zurückliegt?
Zwei Dinge haben es mir erschwert, mit diesem Buch zurecht zu kommen. Da waren zum einen die vielen französischen Namen, die ich kaum einer Figur zuordnen konnte und so immer überlegen musste, wer da nun wer ist. Zum anderen war mir Simon Dreemer als Protagonist einfach unsympathisch. Selbst wenn er möglicherweise öfter den richtigen Riecher hatte - auch in dem Fall, der zu seiner Versetzung nach Varange geführt hat -, so wurde ich mit seiner Art nicht warm. Sein Grundsatz, dass eines der Opfer sich später als Täter entpuppen könnte und er alle unter Generalverdacht stellt, war mir zu zynisch.
Auch die Handlung selbst, die sich innerhalb von wenigen Tagen entwickelt, war mir zu dicht gedrängt. Vielleicht war dies ein Mittel der Autorin, um Spannung erzeugen zu wollen, doch davon habe ich nichts bemerkt. Ich hätte mir gewünscht, dass nicht alles so schnell hintereinander geschieht und die Autorin ihren Protagonisten Zeit gibt, sich zu entwickeln, sodass sie einem als Leser nicht so fremd bleiben.
Doch scheint mir der Fokus in erster Linie auf der Aufklärung des Falles zu liegen, was nicht generell falsch ist, mir hier jedoch zu wenig.
„Galgenmann“ soll Simon Dreemers erster Fall sein, doch ob (für mich) weitere folgen, wage ich zu bezweifeln.