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Integration in Ireland: The everyday lives of African migrants

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The Integration of New Immigrants is one of the most important issues in Europe, yet not enough is known about the lives of migrants. This book draws on several years of ethnographic research with African migrants in Ireland, many of whom are former asylum seekers. Against the widespread assumptions that integration has been handled well in Ireland and that racism is not a major problem, this book shows that migrants are themselves shaping integration in their everyday lives in the face of enormous challenges. The book will appeal to scholars and students interested in migration and ethnicity and to a general reading public interested in the stories of integration in Ireland. The book is situated within current anthropological theory and makes an important contribution, both theoretically and empirically, to understandings of the everyday and a site of possibility and critique.

176 pages, Hardcover

First published December 24, 2012

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Fiona Murphy

32 books40 followers
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February 27, 2026
Fiona Murphy dekonstruiert in Integration in Ireland das verbreitete irische Narrativ einer weitgehend reibungslosen Integration und eines angeblich marginalen Rassismusproblems. Auf der Grundlage jahrelanger ethnografischer Feldforschung lässt sie afrikanische Migranten – vielfach ehemalige Asylbewerber – selbst sprechen.
Integration erscheint hier nicht primär als Resultat staatlicher Programme, sondern als ein Prozess, der sich im „Alltag als Ort der Kritik“ formt. Murphy zeigt, welchen strukturellen Belastungen Migranten ausgesetzt sind – und zugleich, wie sie durch kulturelle Aneignung und eigene soziale Formate (etwa Schönheitswettbewerbe) neue Räume der Zugehörigkeit innerhalb der irischen Gesellschaft schaffen.

Inhaltsanalyse: Ethnografie des Alltags
Murphy strukturiert ihre Analyse entlang konkreter sozialer Schauplätze, die Integration als konflikthaften Prozess sichtbar machen:
1. Rassismus und Prekarität (Kap. 1)
Am Beispiel afrikanischer Taxifahrer in Grenzstädten untersucht sie die Schnittstelle von wirtschaftlicher Deregulierung und alltäglichem Rassismus. Der öffentliche Raum wird hier zum symbolischen und ökonomischen Kampfplatz um Anerkennung.
2. Die „Politics Machine“ (Kap. 2)
Murphy beschreibt das bürokratische Labyrinth des irischen Asylsystems als eine lähmende Verwaltungsmaschinerie, die Migranten in einen Zustand permanenter Vorläufigkeit versetzt. Integration wird dadurch strukturell verzögert – oft über Jahre hinweg.
3. Kulturelle Hybridität (Kap. 4 & 5)
Besonders aufschlussreich sind die Kapitel zu „Hallelujah Halloween“ und zur Wahl der „Miss Nigeria Ireland“. Murphy zeigt, wie afrikanische Migranten irische Traditionen kreativ umdeuten oder eigene Formate etablieren, um Sichtbarkeit, Würde und kollektiven Stolz in einem ambivalenten gesellschaftlichen Umfeld zu erzeugen.
Integration erscheint hier als aktiver kultureller Aushandlungsprozess – nicht als einseitige Anpassung.

Integration in meine Sammlung
Murphys Studie ergänzt mehrere Linien meiner bisherigen Lektüren:
Dialog mit African Football Migration (Darby et al.)
Während Darby und Kollegen das neoliberale Versprechen transnationaler Mobilität über den Sport analysieren, zeigt Murphy die soziale Realität derjenigen, die bereits in Europa angekommen sind. Beide Arbeiten nutzen ethnografische Methoden, um die Kluft zwischen Mobilitätsversprechen und strukturellen Barrieren (Rassismus, Bürokratie, Prekarität) offenzulegen.
Kontrast zu Race and the Obama Administration (Gillespie)
Während Andra Gillespie die symbolische und substantielle Repräsentation an der Spitze staatlicher Macht untersucht, analysiert Murphy die Mikroebene des Alltags. Lokale Formen symbolischer Repräsentation – etwa Miss-Wahlen – entfalten hier eine unmittelbare psychologische Wirkung, die greifbarer sein kann als nationale politische Erfolge.
Verbindung zu Ludwik Fleck
Die irische Selbstbeschreibung („Wir haben kein Rassismusproblem“) lässt sich als stabiler Denkstil im Sinne Flecks verstehen. Murphy wirkt wie eine epistemische Irritation: Durch neue empirische Tatsachen erschüttert sie das etablierte Denkkollektiv und zeigt, wie Migranten aktiv an alternativen Bedeutungsordnungen mitarbeiten.
Marxistische Perspektive
Die Analyse der Taxifahrer korrespondiert mit deiner wiederkehrenden Beschäftigung mit dem industriellen Reserveheer. Migranten werden in deregulierte, prekäre Sektoren gedrängt; ökonomische Unsicherheit bildet so die materielle Grundlage gesellschaftlicher Marginalisierung. Integration erscheint nicht nur als kulturelles, sondern als politökonomisches Problem.
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