Willkommen bei den Flamen, deren Nationalheilige Eddie Merckx und der Schöpfer von Tim und Struppi sind, deren Hauptstadt auch die Hauptstadt Europas ist und deren Land eine einzige Kombination aus Kunst, Genuss und gelebter Geschichte ist.
Die Flamen, das sind überzeugte Weltbürger und geborene Gastgeber. Siggi Weidemann steckt uns an mit seiner Liebe zu Flandern, einst reichstes Land Europas, wo sich französische Lebensart und flämischer Geschäftssinn ideal vereinen, das beschwingt, barock und fröhlich daherkommt – kurz: mediterran. Er nimmt uns mit in die Schaltstelle Europas, nach Brüssel, die Mode-, Art-nouveau- und Comicstadt, und zu den drei schönen Schwestern Brügge, Gent und Antwerpen; zu den Seebädern der Belle Époque an die Nordseeküste und zum Arkadien von Pieter Brueghel; in die Heimat der Beethovens und von Hieronymus Bosch. Er geht der Wirkung des Trappistenbiers, dem Sprachenstreit und dem langen Ringen der Flamen um Identität nach. Und er zeigt uns das größte Diamantenzentrum der Welt.
Sehr viel Geschwafel, der Autor verheddert sich in endlosen Ausführungen über Geschichte, Kunst und Politik, aber nur ganz wenig brauchbare Infos, wie ich sie in einer "Gebrauchsanweisung" erwarten würde. Mich interessiert nicht, wer an einem bestimmten Tag im Jahr 1764 wem in Brügge ein bestimmtes Gemälde verkauft hat, aber so in etwa liest sich das ganze Buch. Am interessantesten waren noch die Ausführungen und Quasi-Interviews mit den Brüsseler Chocolatiers und die Beschreibungen einzelner Pralinensorten.