Vor tiefem Wasser hat Hannah keine Angst. Eher schon vor ihren Gefühlen. Selbstvertrauen und Mut, sich durchzusetzen, sind nicht so ihre Sache. Und dann bricht dieser Sommer an, in dem alles auf einmal passiert.
Sparsam, sensibel und sinnlich erzählt die junge österreichische Autorin Michaela Holzinger die von flirrender Spannung erfüllte einer aufregenden Lebenszeit.
Hannah und Jelly. Gegensätzlicher könnten zwei beste Freundinnen kaum sein. Die eine natürlich und praktisch. Klamotten und Frisur ihr egal. Die andere eben das Gegenteil. Hannah und ihr Bruder Raphael. Da stimmt etwas nicht. Er droht ihr. Scheint echte Probleme zu haben. Hannah und ihre Eltern. Warum lassen sie ihr nicht wenigstens ein bisschen Zeit für sich? Hannah und Finn. Eigentlich eine klare Sache. Blauer Himmel. Aber liebt er sie wirklich, so wie sie ist? Und bloß nicht nach außen zeigen, dass er ihr Freund ist. Ziemlich viele Fragen brennen Hannah auf Haut und Seele in diesem Sommer.
Inhalt Manchmal verändern sich die Dinge, genau wie in diesem Sommer. Die 16 jährige Hannah lebt auf dem Bauernhof ihrer Eltern und muss seit dem epileptischen Anfall ihres Bruders Raphael viel mehr mithelfen als bisher. Durch die zusätzlichen Allergien, die sich bei ihm herauskristallisiert haben ist er nicht mehr in der Lage auf dem Feld zu arbeiten und so bleibt alles an Hannah hängen - die zwar überhaupt kein Interesse an der Hofarbeit hat, sich jedoch fügt. Doch in diesem Sommer wird alles anders. Hannah beginnt zu rebellieren und fängt endlich an ihr eigenes Leben zu leben - begleitet von ihrer besten Freundin Jelly und ihrem geheimen Freund Finn und so tut sich so manches Geheimnis auf... Zitate "Es sprühen Funken im Sommer, vor... ja, vor was eigentlich? Vor Wut? Vor Angst? Vor Liebe? Oder was? Wahrscheinlich heißt Funkensommer eben alles! Darin steckt bestimmt die ganze Palette von Dingen, die das Leben so zu bieten hat. Und wenn ich darüber nachdenke, dann ist dieser Sommer ja auch so etwas wie ein Funkensommer für mich. Mein ganz persönlicher Funkensommer..." "Manchmal, so kommt es mir vor, spürt der Himmel meine Gefühle. Wut. Zorn. Angst. Liebe. Sehnsucht. Vertrauen. Und so, wie ich mich fühle, gestaltet er sich dann. Er spannt sich über mir auf wie ein Schirm und reflektiert wie ein Spiegel, was hier unten geschieht." Fazit "Funkensommer" ist ein Roman der Autorin Michaela Holzinger. Vor kurzem stieß ich auf die Seite "Blogg Dein Buch", meldete mich an und stöberte ein bisschen in den aktuellen Aktionen. Auf den ersten Blick war ich von den vorgestellten Büchern nur mäßig begeistert, die Neugier überwog jedoch und so bewarb ich mich einfach für das nächstbeste Buch, dass mir einigermaßen zusagte: Funkensommer. Bald darauf benachrichtigte mich "Blogg Dein Buch", dass ich ein Rezensionsexemplar zugesendet bekäme und vorgestern war es dann endlich so weit. Noch etwas skeptisch schlug ich die erste Seite auf und erwartete halb in ein Kinderbuch einzutauchen, besonders weil die Protagonistin auf den ersten Seiten "auch noch" reitet für mich ein eigentlich untrügliches Zeichen. Mit einem leisen Seufzer und dem Gedanken, dass ich mir das selbst eingebrockt hatte, setze ich mich also schweren Herzens hin und begann zu lesen. Und war überrascht! Was auf den ersten Blick aussah, wie ein schnulziger Pferde-Teenie-Roman entpuppte sich als tolle Sommerlektüre voller Gefühle, Spannung, interessanter Bauernhof-Erzählungen und jede Menge Geheimnissen! In der Geschichte geht es vorallem um die Problematik die in der Familie entsteht, als Sohn Raphael einen epileptischen Anfall erleidet, der mit starken Allergien verbunden ist und so bei der Feldarbeit nicht mehr helfen kann. Hannah muss da natürlich einspringen und opfert ihre Freizeit, ihr Wochenende und auch ein Teil ihres Sommers um ihrer Familie beizustehen. Sie ist pflichtbewusst und tut was sie kann, lässt sich von ihren Eltern jedoch sehr stark "unterbuttern" und muss jegliche eigene Aktivitäten zugunsten der Arbeit zuhause zurückstellen. Dies macht ihr sehr zu schaffen und irgendwann beginnt sie zaghaft zu rebellieren, was bei ihren Eltern, die dafür nur wenig Verständnis haben, natürlich nicht besonders gut ankommt. Hannah begegnet uns als sehr sympathisches und interessantes junges Mädchen, jeder Leser kann sich wohl in ihre Lage versetzen und so verspürt man direkt Mitgefühl mit der 16 jährigen - keiner wollte wohl zugunsten seiner Familie seine komplette Freizeit aufgeben, vorallem dann nicht, wenn die Eltern dies nicht mal zu schätzen wissen. Hannah's Freundin Jellena, genannt Jelly, versucht, ihr aus diesem tristen Leben herauszuhelfen und hat die ein oder andere gute Idee, wie Hannah ihren Eltern trotzen kann. Nach und nach entwickelt Hannah immer mehr Widerstand und gewinnt so etwas freie Zeit, die sie dann hauptsächlich nutzt, um sich mit ihrem Freund Finn zu treffen. Doch von Finn darf niemand etwas wissen, vorallem deswegen nicht, weil er der Sohn des Chefes von Hannah's Bruder Raphael ist. Hannah's Familie wirkt aber generell auch eher etwas altmodisch und Hannah, die in dieser Richtung auch eher etwas zurückhaltend und schüchtern zu sein scheint, weiß wohl nicht recht, wie sie mit dem Thema Beziehung und ihren Eltern umzugehen hat. Generell scheint sie sehr schnell in Verlegenheit zu geraten, wobei ihr Gesicht rot anläuft - was sie im Verlauf des Romanes immer wieder herzallerliebst als "Tomatensuppengesicht" bezeichnet. Raphael, Hannah's Bruder, verhält sich seit seinem epileptischen Anfall und den Allergien nicht mehr so wie früher. Er hat sich sehr zu seinem Nachteil verändert, trinkt und raucht sehr viel und hält sich auch nicht an den Diätplan, der eigens für ihn erstellt wurde. Als man ihn näher kennenlernt, erkennt man seine Verbitterung über die Situation und die Frustration über die Tatsache, dass seine Schwester nun einmal den Hof übernehmen soll, wobei sie doch garkein Interesse daran zu haben scheint. Raphael kommt mit seiner Situation überhaupt nicht zurecht, wirkt kalt, aggressiv und unnahbar, doch im Verlauf des Romanes kann man sich immer weiter in seine Gefühlswelt hineinversetzen und zumindest mir offenbarte sich dann doch eine "fast" sympathische Seite - ich bin sicher, hätten wir Raphael NOCH besser kennengelernt, wäre er wirklich einer der echt sympathischen Charaktere geworden - aber genug der Spektulation! Hannah scheint irgendwann alles zuviel zu werden: Ein Bruder, der sich vom liebevollen, netten Menschen zum egoistischen, agressiven Säufer gewandelt hat, Eltern, die ihre Bedürfnisse nicht verstehen können, einen Freund, bei dem sie sich nicht so sicher ist was er für sie fühlt und jede Menge Geheimnisse, die es zu ergründen gibt. Besonders Hannah's Situation zuhause hat mich teilweise doch sehr empört, die Eltern haben kein Verständnis für ihre Tochter, geben ihr keine Freiräume und sind noch nichtmal dankbar oder froh darüber, dass Hannah lange Zeit so anstandslos alles mit sich machen lässt. Stattdessen legen sie ihren Fokus auf den erkrankten Sohn und tun alles um ihm das Leben zu erleichtern - verhält er sich dann einmal unangemessen, so heißt es nur: "Sieh es ihm nach, ihm macht die Situation zu schaffen." - Mag auf der ein oder anderen Seite ja irgendwie richtig sein, trotzdem kann man ihm meiner Meinung nach nicht alles durchgehen lassen! Hannah's Freund Finn fand ich sehr sympathisch und im Gegensatz zu Hannah war ich mir eigentlich zu jeder Zeit sicher, dass er es ernst mit ihr meint, irgendwie konnte ich mir etwas anderes bei ihm nicht wirklich vorstellen. Insgesamt konnte mich "Funkensommer" also auf voller Linie überzeugen - die Charaktere sind tiefsinnig, die Geschichte packend und interessant erzählt, mit Emotionen die auch der Leser fast schon greifen kann. Besonders das Ende hat mir hierbei besonders gut gefallen, alle Geheimnisse werden gelüftet und die Gefühle kommen so richtig schön in Wallung. Besonders das Thema "Vergebung" wird hier nochmal ganz groß angesprochen und bringt vielleicht den ein oder anderen Leser dazu, mal wirklich genauer über so ein wichtiges Thema nachzudenken. Mich jedenfalls hat es sehr berührt und den ein oder anderen Denkanstoß gegeben und an dieser Stelle möchte ich euch mit einem Zitat aus dem Buch aus meiner Rezension entlassen: "Wer lernt zu verzeihen, macht sich das daraus folgende Ergebnis selbst zum Geschenk."
"Vielleicht, überlege ich, heißt Funkensommer ja so etwas wie: Es sprühen die Funken im Sommer, vor... ja, vor was eigentlich? Vor Wut? Vor Angst? Vor Liebe? Oder was? Wahrscheinlich heißt Funkensommer eben alles! Darin steckt bestimmt die ganze Palette von Dingen, die das Leben so zu bieten hat. Und wenn ich darüber nachdenke, dann ist dieser Sommer ja auch so etwas wie ein Funkensommer für mich. Mein ganz persönlicher Funkensommer..." [S. 165 f.]
Erster Satz: "Weißt du", flüstert meine Freundin neben mir und sieht mich durchdringend an, "manchmal träume ich auch von der Moorhexe."
Inhalt: Hannah ist 16. Jahre alt und auf dem Weg eine Frau zu werden. Als dieser, sehr besondere und andere Sommer, ihre kleine Welt überrollt, ahnt sie noch nicht, dass ihr Monate voll von Gefühlen ins Gesicht blicken. Neben Angst vor dem eigenen Bruder, mischen sich rebellische Gedanken gegenüber ihren Eltern, die von Hannah verlangen, dass sie ihre ganze freie Zet der Sommerferien in den Bauernhof steckt, denn schließlich soll sie ihn einmal übernehmen. Doch auch Gefühle wie Freundschaft und die erste Liebe, fließen in einem großen Strudel, in die Welt des jungen Mädchens. Auf einmal verschieben sich ihre Wünsche und Träume und Hannah entdeckt, dass es hinter der Oberfläche noch ein anderes Mädchen gibt und das sie dieses Mädchen dahinter, die wahre Hannah, endlich kennenlernen will. So begibt sie sich in den wohl stärksten und emotionalsten Sommer ihres Lebens, auf der Suche nach sich selbst und stößt dabei auf ihren ganz persönlichen Funkensommer.
Idee/ Umsetzung: Manchmal lässt du dich einfach zu einem Buch hinreißen, einfach weil sein Titel, sein Umhang, seine flüsternden Worte, dir eine große Geschichte versprechen. Wenn du dann noch mutig genug bist, dann lässt du dich zu seinen Buchstaben, seinem Inhalt, hinreißen und beginnst voller Neugierde zu lesen. So erging es mir mit "Funkensommer". Es war einfach ein positives Gefühl, welches mich darin bestärkte durch die Worte, in die Geschichte zu schlüpfen. Dabei hatte mich vor allem der Titel verzaubert und entspach vollkommen meinem Geschmack. Ich machte mich also auf die Reise durch einen warmen, gefühlvollen Sommer und erkannte mich von Seite zu Seite, immer mehr in der jungen Hannah wieder. Michaela Holzinger hat ein ganz besonderes Werk geschaffen, welches sich vor allem durch seine enorme Authenzität auszeichnet. Dabei überzeugt die Autorin nicht nur durch eine starke Idee, die gerade deshalb so stark ist, weil sie ein Stückchen Realität verpackt, sondern auch dadurch, dass sie durch eine sehr gelungene Transportation der Gefühle, der einzelnen Buchfiguren, gläzen kann. Gerade die Idee und auch die Umsetzung des Werkes haben mich überzeugt.
Schreibstil: Der Schreibstil von Michaela Holzinger ist zunächst sehr gewöhnungsbedurftig, ist ihr Werk doch geprägt von sehr knappen und vielen aufeinanderfolgenden Hauptsätzen, die es einem zunächst erschweren, sicher und gekonnt, durch die Handlung zu wandern. Besonders wenn man seine Nase gerade aus einem Buch gesteckt hat, bei welchem eher verschachtelte Sätze das Geschehen dominiert haben, fällt es einem zunächst schwer einen guten Einstieg in das Leben von Hannah zu finden. Doch je mehr man sich von den Figuren hinter die Seiten ziehen lässt, je mehr gewöhnt man sich an den Schreibstil. Dabei hat mich vor allem die Magie angezoegen, die sich hinter den Buchstaben der Autorin verstecken. Leicht poetisch und voll von Lebenswahrheiten, führt Michaela Holzinger durch ihr Buch und berührt so schnell das Leserherz. Genau jenes ist es auch, was ihre Geschichte so authentisch gemacht hat. Sie weiß einfach wie sie durch Buchstaben, eine direkte Bindung zum Leser aufbauen kann und so gelingt es ihr, ohne große Probleme, die Gefühle der Charakter zu transportieren.
Charaktere: Hannah kann als Buchfigur stellvertretend für ganz viele Mädchen stehen. Durch ihre sehr alltäglichen Probleme, bietet sie sehr viel Spielraum für eine Identifikation. So konnte auch ich mich, mit meinen 20 Jahren, sehr gut in ihre Gefühlswelt versetzten. Denn das junge Mädchen erzählt von dem Erwachsen werden und all seinen Problemen - die erste Liebe, Freundschaft, Familienstreit, Wünsche, Träume. Gerade weil sie von Ereignissen berichtet, in welchen sich jeder wiederfinden kann, wird sie für den Leser so sympathisch. Man lacht, weint, liebt und hasst mit dem jungen Mädchen und will sie nach der letzten Seite gar nicht mehr gehen lassen, weil man so viel mehr in ihr sieht- ein Stückchen von sich slebst. Doch auch die anderen Buchfiguren werden sehr gut umrissen und ihre Gefühle so sehr gekonnt offen gelegt. So hegt man auch bald für jene Charakter positive Gefühle, die man am Anfang nicht so gerne mochte. Aber genau das ist der Knackpunkt: Nicht alles ist, wie es scheint. Jeder Mensch hat eine Oberfläche und einen inneren Kern. Jeder baut sich nach Außen hin ein gewisses Bild auf, was nicht heißt, dass es auch im Inneren dieses Menschen so aussieht. Dabei ist die Maske mehr Selbstschutz, als alles Andere und wenn diese dann fällt, wie zum Beispiel beim Bruder der Protagonistin, wenn einem die Augen geöffnet werden, dann empfindet man auch für diese Charakter eine ganz besondere Sympathie.
Cover/ Innengestaltung: Das Cover, der Titel, wie auch die gesamte Aufmachung des Werkes, harmonieren in perfekter Übereinstimmung und zeigen was ich auch in der Geschichte wiedererkennen konnte: Die Liebe zum Detail.
Fazit: Nicht in jedem Werk findet man ein Stückchen von sich selbst, doch "Funkensommer", war wider jeder Erwartung, ein solches Buch für mich. Denn sehr gekonnt und mit ganz viel Authentizität, erzählt Michaela Holzinger vom ganz alltäglichen Leben und seinen Problemen: dem Erwachsen werden, der ersten Liebe, Familie, Freundschaft und all seinen großen, sowie kleinen Gefühlen. Begleitet durch eine liebenswerte und sehr überzeugende Protagonistin, rauscht der Leser durch einen ganz besonderen Sommer - einen Funkensommer - und stößt dabei auf das Leben selbst. Auch wenn das Werk an einigen Stellen gewisse Schwächen zu vermerken hat, so ist das sommerliche Abenteuer, von Hannah und Co. sehr lesenswert und in jedem Fall eine Empfehlung wert, auch wenn sich wohl eher weibliche Leser von der Geschichte ganz überzeugen lassen werden.
Mit meinen eigenen Worten Hannah hat es seit dem Unfall ihres Bruders nicht mehr leicht. Sie muss so viel auf den Bauernhof ihrer Eltern helfen, dass sie dauernd Unternehmungen mit ihren Freunden dafür absagen muss. Aber da ist doch noch Finn! Die Beiden kommen sich immer näher, doch die Arbeit kommt immer wieder dazwischen. So wie das Schicksal will, schmeißen einige Leute ihnen noch mehr Steine in den Weg. Werden sie es schaffen?
Außerdem scheint Hannahs Freundin Jelly ihr einige Sachen zu verheimlichen. Auch bei ihr laufen einige Sachen daneben, doch Hannah erfährt erst später, was der Grund dafür ist...
Das Urteil Am Anfang fand ich Michaela Holzingers Schreibstil ein bisschen merkwürdig. Die Sätze kamen mir sehr abgehackt und gestellt vor. Nach einer Zeit wurde das aber immer weniger, auch wenn man teilweise auch noch ein bisschen davon gemerkt hat. Auch wenn mich das zwar am Anfang ziemlich gestört hat, kann ich sagen, dass der Schreibstil später für mich sehr angenehm war. Ich konnte das Buch (die Spannung mal unbeachtet) in einem Rutsch auslesen, ohne die Konzentration zu verlieren.
Ich muss mich ja mit sechzehn noch nicht entscheiden müssen. Viel ist passiert in der letzten Zeit. Nicht nur wegen der Schule. Auch sonst irgendwie. - S. 10
Hannah fühlt sich seit einem Unfall, seit dem ihr Bruder nicht mehr auf dem Hof arbeiten kann, wie eine Sklavin. Sie muss viel auf dem Bauernhof ihrer Eltern helfen und versäumt damit auch einige Sachen, wie zum Beispiel einige Treffen mit einem jungen Finn, den sie mag. Das ist schon einmal ein großes Thema in dem Buch. Wie ich schon sagte - ihr Bruder wird durch eine Allergie von den Hofarbeiten abgehalten und so muss seine Schwester ziemlich viel anpacken. Sie kann kaum noch etwas unternehmen, ohne von ihren Eltern dumm angemacht zu werden, während er sich dauernd besäuft und Drogen zu sich nimmt. Ihr Bruder hat sich seit dem Unfall so sehr verändert, dass sie ihn gar nicht wieder erkennt. Ich fand es relativ spannend, wie sich herausstellte, warum ihr Bruder denn so ist. Rafael tat mir im Großen und Ganzen leid, mehr aber auch nicht. Als Leser könnte ich nicht sagen, dass das Ganze besonders spannend war.
Dann geht es in dem Buch größtenteils auch noch um die Liebesgeschichte zwischen Finn und Hannah. Durch ihre Arbeiten auf dem Hof ist ihre Liebe direkt auf eine Probe gestellt, da sie oft nicht kann. Sie schämt sich zudem auch noch dafür: Sie denkt, wer will denn schon ein Mädchen, dass nach Schweinescheiße stinkt? So viel helfen muss? Anscheinend ist man, wenn man so viel auf einem Bauernhof helfen muss, nie richtig sauber. Außerdem steht auch noch eine Freundin, Lena, das Goldlöckchen, auf ihn. Finn und Hannahs Geschichte fand ich, genauso wie die Hintergrundgeschichte Rafaels, ganz interessant. Man muss sagen, dass es zwar spannend war, aber man definitiv nicht fingernägelkauend über dem Buch sitzt. Sie hat einige Hoch und Tiefpunkte und es hat mir Spaß gemacht, dabei zu sein. Mehr aber auch nicht.
Es gibt in Funkensommer auch noch einen Nebenstrang, auf den ich hier aber nicht besonders eingehen möchte. Dabei handelt es sich um etwas, was Jellena, also Jelly, Hannah schon seit einiger Zeit verheimlicht hat. Ich muss aber sagen, dass Michaela Holzinger das leider nicht sehr gut verschleiert hat. Wer gut aufgepasst hat und ein bisschen zwischen den Zeilen gelesen hat, konnte das schon nach einiger Zeit erkennen.
SPOILER Jelly hatte eine Beziehung zu Rafael, also Hannahs Bruder. Zwischen den Beiden funkt es auch eine Zeit lang ziemlich stark, da Rafael sich durch den Anfall so stark verändert hat. SPOILER ENDE
Hannah war eine Sache, die mich an dem Buch ein bisschen irritiert hat. Es mag vielleicht für einige Erwachsene schwer sein so was zu sehen, aber ich finde, dass sie sich für ihre 16 Jahre viel zu unreif verhalten hat. Ich wage einfach mal zu behaupten, dass viele noch denken, dass man in diesem Alter so ist. Für mich ist das meistens einfach unverständlich, da ich mich da selber (ich bin ja ein Jahr jünger als sie) viel mit ihr vergleiche und die meisten Sachen nicht so wie sie gemacht hätte. Sie wirkt in vielen Sachen (manchmal berechtigt, manchmal nicht) eben sehr kindisch und trotzig, wobei man an einigen Stellen denken musste, dass sie eben keine 16 ist.
Mit den anderen Charakteren hatte ich dafür keine Probleme. Frau Holziger erschafft keine besonders authentischen und besonderen Charaktere, da sich der Buchinhalt auch nicht sehr von der Masse abhebt. Trotzdem muss ich sagen, dass ich Rafael, Jelly und Finn sehr sympathisch fand. Ich konnte mich hier und da vielleicht nicht in Hannahs Bruder hineinversetzen, was mich aber nicht so sehr gestört hat.
Mein Fazit Funkensommer von Michaela Holzinger war für mich eine nette Unterhaltung für zwischendurch. Ich habe in der Geschichte ansich nicht viele Kritikpunkte gesehen, dafür hat sie mich einfach nicht genug beeindruckt als mehr als die Durchschnittschwertung zu bekommen. Finn, Jelly und Hannah waren auf jeden Fall nette Zeitgenossen, weswegen ich jedem, der es mal ausprobieren möchte, das Buch auf jeden Fall empfehlen kann.
"Funkensommer" von Michaela Holzinger ist ein in Österreich spielendes Jugendbuch, welches das Erwachsenwerden eines jungen Mädchens thematisiert - ein klassisches "Coming-of-age"-Buch also.
Inhalt: Die 16-jährige Hannah ist zum ersten Mal verliebt. Doch Finn ist auch der Sohn des Chefs ihres älteren Bruders Raphael und die Beziehung zwischen den Geschwistern ist in letzter Zeit ohnehin schon sehr belastet. Denn Raphael ist krank geworden und kann durch eine schwere Allergie nicht mehr auf dem Bauerhof der Familie mithelfen - stattdessen scheint er langsam auf die schiefe Bahn zu geraten. Seit Raphaels Ausfall ist für die Eltern jetzt selbstverständlich, dass Hannah den Familiebetrieb weiterführt und auch in ihren Sommerferien beim Versorgen der Tiere und beim Ernten der Felder mithilft. Doch Hannah fühlt sich missverstanden und eingesperrt. Sie möchte ihre Freizeit lieber mit Finn und ihrer Freundin Jelly am See verbringen...
"Funkensommer" hat mir für ein Jugendbuch ab 13 Jahren wirklich sehr gut gefallen. Die Geschichte um Hannah ist fesselnd und auch als Mittzwanzigerin konnte ich mich nach wie vor gut in die Situation dieses jungen Mädchen hineinversetzen. Hannah fühlt sich missverstanden und von ihren Eltern überfordert, doch sie hat nicht den Mut dazu sich diesen Konflikten direkt zu stellen. Auch offen zu ihrer Liebe zu Finn zu stehen, traut sie sich nicht, um ihren Bruder nicht zu verletzen. Doch sie merkt, dass es so nicht weitergehen kann. Hannah ist durch ihre inneren Zerrissenheit und ihre sehr glaubhaft geschilderten Gefühle eine sehr gelungene Ich-Erzählerin, die mich einfach begeistern konnte.
Auch die anderen Charaktere fand ich - mit einer Ausnahme - alle sehr realitätsnah beschrieben, nachvollziehbar in ihren Handlungen und Beweggründen und immer glaubhaft in ihren Rollen für die Geschichte. Es fiel mir dadurch sehr leicht mich von der Geschichte mitreißen zu lassen, da sie sich einfach sehr natürlich anfühlt und gut nachvollziehen lässt. Auch die Liebesgeschichte - nicht unwesentlich für Hannahs Entwicklung von der braven kleinen Tochter zur eigenständigen Persönlichkeit - konnte mich bis zum Ende begeistern. Sie war sehr schön geschildert, romantisch und hatte einige spannende Höhen und Tiefen.
Am Ende jedoch ließ meine Begeisterung vorrübergehend nach, denn die Lösungen der Konflikte, insbesondere der wirklich nicht zu verachtenden Probleme von Hannahs Bruder Raphael, waren mir dann ein bisschen zu einfach. Insbesondere die Rolle, welche eine anscheinend allwissenden Handauflegerin am Ende einnimmt, konnte mich nicht überzeugen, wobei dieser Charakter für mich in den ansonsten eher bodenständigen Lebensverhältnissen der Bauernfamilie ohnehin leicht deplatziert wirkte. Zum Glück war dieser Eindruck einer zu leichten Lösung mit zu viel verklärter Heile-Welt-Sicht aber tatsächlich vorrübergehend, sodass mich das Ende insgesamt doch noch überzeugen konnte, zumal dort wirklich viele Handlungsstränge zusammenlaufen und ein gelungenes Gesamtbild ergeben.
Sprachlich ist "Funkensommer" recht einfach gehalten und gerade am Anfang hatte ich deutliche Probleme bei den abgehackten, kurzen Sätzen einen guten Lesefluss zu entwickeln. Nach ein, zwei Kapiteln hatte ich mich allerdings daran gewöhnt und empfand das Lesen trotz der sehr einfachen Sprache als durchaus angenehm. Atmosphärisch gibt es sicherlich stärkere Bücher mit eindringlicheren Beschreibungen, aber besonders die emotionale Ebene ihrer Protagonisten hat die Autorin gut getroffen. Besonders hervorheben möchte ich noch die außerordentlich schöne Gestaltung dieses gebundenen Buches. Unter dem sommerlich-frohen Cover des Schutzumschlags verbirgt sich ein strahlend blauer Einband mit einer weißen Blume mit fehlenden Blütenblättern, die sich auch am Anfang jedes Kapitels und teilweise auch noch am Kapitelende wiederfindet. Auch die Kapitelüberschriften sind schön gestaltet und greifen zudem jedes Mal eine Bauernweisheit auf, die innerhalb dieses Kapitels wiedergegeben wird, immer irgendwie zur Situation passt und mich häufig schmunzeln ließ.
Fazit: Ein schönes Jugendbuch, mit nachvollziehbarer Ich-Erzählerin, die sich auf den Weg zum Erwachsenwerden begibt und dabei einige Konflikte zu klären hat, in einem Sommer in dem sie außerdem ihre erste Liebe findet. Sprachlich einfach gehalten, ist es dennoch insgesamt lesenswert, auch wenn sich am Ende einige Schwächen zeigten. Ich schwanke ein wenig zwischen 4 und 5 Sternen, entscheide mich aber für 5, denn "Funkensommer" war insgesamt wirklich ein - fast - reines Lesevergnügen, dass ich gerne weiterempfehle.
Funkensommer Michaela Holzinger Verlag: Freies Geistesleben Juni 2012 252 Seiten Genre: Jugendbuch Altersempfehlung vom Verlag: ab 13 Jahren
Rezension PiMi:
Hannah ist 16 Jahre alt und lebt mit ihren Eltern und ihrem Bruder Raphael auf dem Bauernhof. Da ihr Bruder nach einem epileptischen Anfall eine Allergie hat, kann er nicht mehr mit anpacken und die Hofarbeit bleibt an ihren Eltern und natürlich auch an Hannah hängen, Schweine füttern, Heu einfahren und sogar Geburtenhilfe steht auf ihrem Tagesprogramm. Und dann ist da Finn, Hannah erste große Liebe und ihn scheint es nichts auszumachen, wenn ein Mädchen mal nach Stall riecht, blöderweise ist Finn der Sohn von Raphaels Chef und da wird die Sache kompliziert, denn unter keinen Umständen darf jemand erfahren, dass sie sich mit ihm trifft, außer natürlich Jelly ihre beste Freundin.
Funkensommer ist ein Buch bei dem schon alleine das Cover Sommergefühle hervorruft. Goldgelbes Getreide und ein Mädchen in Shorts und T-Shirt. Ich habe beim Anblick den Geruch von warmen Feldern an einem heißen Juli Tag in der Nase und darum war ich entsprechend neugierig, als ich das Buch bei Blogg dein Buch gesehen habe. Sommerlektüre, das will ich lesen. Und ich wurde zumindest was die Jahreszeit angeht nicht enttäuscht, denn genau in einem heißen Sommer wird Hannahs Geschichte vom erwachsen werden erzählt. Hannah muss sich ihre Freiheit und ihre Freiräume etwas mehr erkämpfen als andere Jugendliche in ihrem Alter, da von ihren Eltern einfach erwartet wird, dass sie mit anpackt. Der Leser erfährt so ganz viel über das Leben auf einem Bauernhof und nebenbei gibt es ganz viele Bauernregeln, die die Autorin mit einfließen lässt.
Michaela Holzinger erzählt aus Hannahs Sicht wie es sich anfühlt, das erste mal zu lieben, es gibt Streit und Probleme mit der besten Freundin, mit den Eltern, mit dem Bruder und mit eifersüchtigen Mitstreiterinnen. Teilweise fand ich diese Streitereien etwas zu albern für eine 16 jährige Protagonistin. Ich glaube, dass die Jugendlichen in diesem Alter etwas reifer sind als Hannah und sich darum auch nicht mit ihr identifizieren können, da sie einfach noch sehr kindisch ist. Der Streit mit Jelly und das geheim halten der Liebe zu Finn war für mich nicht wirklich nachvollziehbar und relativ albern.
Das Buch machte auf mich zunächst den Eindruck mystisch oder unheimlich angehaucht zu sein, weil gleich auf der ersten Seite von Moorhexen am Felsen die Rede ist. Ich hatte erst die Vermutung, dass etwas Schlimmes passiert, dort wo Hannah immer ins Wasser springt und sich frei fühlt. Was es mit den Moorhexen tatsächlich auf sich hat klärt sich im Laufe der Story auf und ich finde, dass Fr. Holzinger das sehr gut eingebaut hat. Es ist ein wichtiger Teil der Geschichte, der mir gut gefallen hat, wenn auch ganz anders als ich zunächst vermutet habe.
Hannahs Beziehung zu Raphael spielt ebenfalls eine große Rolle und sie ist sehr authentisch dargestellt. Raphael ist älter als Hannah und er zieht sich nach dem Anfall immer mehr in seine eigene Welt zurück. Er trinkt zu viel Alkohol und er verändert sich. Er ist teilweise wie ausgewechselt, aggressiv und abweisend. Hannah kommt nicht mehr an ihn heran. Und dann ist da Hannahs Beziehung zu Jelly. Sie ist das Gegenteil von Hannah, sie ist selbstbewusst und mutig und sie unterstütz Hannah dabei sich gegen ihre Eltern durchzusetzen, mutig zu sein und sich etwas zu trauen. Jelly ist eine Figur im Buch mit der ich sehr schnell warm geworden bin. Nicht so toll fand ich dann wieder Jellys Geheimnis, das viel zu offensichtlich ist und für den Leser nichts Spannendes bietet. In Funkensommer geht es aber auch um Themen wie Alkohol und Drogen. Ein wichtiges Thema für Jugendliche und die Autorin schafft es gut auf die Folgen und Gefahren einzugehen. Das Ende hat mir dann wieder nicht so gut gefallen, zu schnell und zu einfach hat sich alles aufgeklärt. Da hätte man meiner Meinung nach mehr raus machen können.
Fazit: Ein Sommerbuch für junge Jugendliche, die sich wirklich das erste mal mit den Themen Liebe, Streit und Alkohol auseinandersetzen.
Für Hannah wird dieser Sommer unvergessen bleiben. Seitdem ihr Bruder einen epileptischen Anfall hatte, benimmt er sich ihr gegenüber immer seltsamer und aggressiver und wegen dessen Allergie bleibt die verdammte Hofarbeit an ihr hängen. Dabei hat sie gar kein wirkliches Interesse am Bauernhof. Dazu kommt, dass sie sich in Finn verguckt, was ihr ebenfalls noch einige Probleme einhandeln wird und selbstverständlich gibt es da noch ihre beste Freundin Jelly und den Jungfrauenfelsen, von dem Hannah einfach ins tiefe, dunkle Wasser springt, um ihre Sorgen zu vergessen. Aber um diesen Felsen schwebt nicht nur Nebel, sondern auch eine düstere Legende über die Moorhexe. Was wirklich an der Legende dran ist, werden die Freundinnen auf bittere Weise erfahren…
Gut fand ich, dass dieses Buch unglaublich viel beinhaltet, was man nicht erwarten würde. Von einer lockeren und oberflächlichen Liebesgeschichte entwickelt das Buch sich in ein spannendes Familiendrama gespickt von heißen Sommertagen und vielen Emotionen. Dies immer noch lockerleicht verpackt für das junge Publikum.
Weniger gut fand ich zu Anfang den Schreibstil. Wenn in den ersten fünf Sätzen schon zweimal das Wort 'Nämlich' fällt, dann ist das etwas, was mir gegen den Strich geht. Ich habe eine ziemliche Abneigung gegen das Wort und benutze es selbst nur, wenn es unvermeidbar und wirklich passend ist. Gleichzeitig nervt es mich grundsätzlich in vielen Büchern, dass Ausländer in Dialogen immer falsch dargestellt werden. So viele Wortdrehungen, wie die Personen in diesem Buch hier an den Tag legten, schafft kaum ein Ausländer, vor allem nicht einer, der schon viele Jahre hier lebt. Sie lassen mal Worte weg, betonen sie anders oder mischen ihre Sprache mit ein, aber ich habe bisher persönlich nur Ausländer kennengelernt, die unsere Grammatik weitgehend besser beherrschen, als die Leute in den Büchern. Auch hier war es so, leider.
Ich hatte wirklich sehr viel Spaß mit der Geschichte. Das Buch war sehr kurzweilig, mit sehr viel Atmosphäre und mit Eigenheit und vor allem mit Liebe geschrieben. Man merkt, dass die Autorin sich richtig Mühe gegeben hat und daraus ist eine wunderbare und sehr liebenswerte Geschichte geworden, mit tollen Charakteren, die sehr schön ausgefeilt waren und in denen man sich das ein oder andere Mal selbst wiedergefunden hat. Man bekommt einen tollen Einblick in das Bauernleben und die Autorin hat auch viele Feinheiten eingemeißelt, die einfach authentisch wirken und die Geschichte besonders wirken lassen. Es gibt immer wieder Sprüche vom Bauernkalender, ebenso sind zwischen den Zeilen viele Weisheiten zu erfahren. Die Autorin hat es auch wunderbar geschafft Wiederholungen wie 'Tomatensuppenfarbe' so in Szene zu setzen, dass es einem zwar auffiel, aber einen nicht störte. Wenn die Tomatensuppernfarbe erwähnt wurde, wurde Hannah zum Beispiel rot, vor Scham, vor Wut, das passiert ihr und auch anderen. Jedenfalls muss ich bei solchen Dingen immer an Shades of Grey denken, weil dort ständig solche Dinge wiederholt wurden und es einfach nur nervtötend war, mit jeder Seite mehr. Aber hier ist es wirklich so in die Story gesponnen worden, dass es sich wirklich ohne Probleme mitliest. Insgesamt war ich wirklich begeistert und vor allem eben überrascht, dass dort doch so ernste Themen behandelt werden, was man dem Buch eben einfach nicht ansieht. Die Autorin ist wirklich eine wunderbare Schreiberin und ich kann nur hoffen, dass es noch mehr von ihr gibt und geben wird.
Ein wunderbares Jugendbuch, das alles beinhaltet, was es beinhalten sollte, das die jungen Leser Dinge lehrt, ohne den Finger zu heben. Ein Buch, das Emotionen beinhaltet, jede Menge Spannung, das ein oder andere Lachen, die ein oder andere Träne - und das alles auf so wenig Seiten. Eine absolute Empfehlung von mir, auch an alle, die keine fünfzehn mehr sind. In dieser Geschichte steckt für jeden etwas, da bin ich mir ziemlich sicher.
Hält man Funkensommer in der Hand, fällt zunächst einmal die wundervolle Gestaltung des Buches auf. Nicht nur das Schutzumschlagcover wird von einem sehr passenden und sommerlich gestimmten Bild geziert, auch der gelbe Schnitt des Buches rufen gleich gute Laune hervor. Das Buch selbst ist außen in einem hellen Blau gestaltet und wird von einer Magerite (die auch in der Geschichte ein gewisse Bedeutung inne hat) verschönert. Diese zieht sich durch das gesamte Buch und gibt dem Ganzen einen wirklich sommerlichen Touch.
Das Buch selbst liest sich mit seinen 250 Seiten sehr flüssig und schnell. Der Schreibstil ist angenehm und der leicht österreichische Einschlag mal etwas anderes. Das eine oder andere Wort ist ungewohnt, ohne dabei unbekannt zu sein. Dies machte mir die sechzehnjährige Protagonistin Hannah aus deren Ich-Perspektive erzählt wird, schnell sympathisch. In knappen, nicht immer ganz vollständigen Sätzen gibt Hannah dem Leser ihre Gedanken preis. Durch diese Art des Schreibens bekommt man das Gefühl, Hannah direkt zuzuhören.
Hannah lebt mit ihren Eltern und ihrem älteren Bruder auf einem Bauernhof und das bedeutet für sie in erster Linie: Arbeit - viel Arbeit. Denn es will so einiges gemacht werde und seitdem ihr Bruder nicht mehr mithelfen kann, wird Hannah mehr und mehr in die Rolle gedrängt, die für ihren Bruder vorgesehen war. Zwar gefällt ihr diese Situation der Bevormundung nicht, doch zu wehren weiß sie sich zunächst auch nicht recht.
Da ist es gut, dass ihre beste Freundin Jelly das genaue Gegenteil von Hannah ist. Sie ist selbstbewusst, immer gut drauf und Hannah meist eine wirklich gute Freundin. So ermutigt sie Hannah auch, die sich anbahnende Beziehung mit Finn nicht vor ihrer Familie geheim zu halten.
Die Kernhandlungsstränge des Romans hätte man hiermit grob erfasst. Es geht vor allem, darum, sich von den Eltern abzunabeln und in Hannahs Fall auch sich aus den teils sklavenhaft wirkenden Fesseln zu befreien, die das Hofleben für sie mit sich bringen. Hierbei gilt es für sie ein Geheimnis, welches ihren Bruder umgibt zu lüften und ihr eigenes Liebesglück zu finden. Man liest also ein "typisches" Jugendbuch, was jedoch keinesfalls negativ gemeint ist. Nach und nach versucht Hanah mehr Autonomie zu erlangen, wobei man ihr als Leser(in) mehr als einmal in den Hintern treten möchte, da sie sich so wenig durchsetzen kann. Doch diese Eigenschaft macht sie lebensnah. Sie ist nicht der rebellierende Teenager, sondern ein eher schüchternes Mädchen, dem ihre Familie wichtig ist und der gerade daraus der Konflikt mit ihren Eltern erwächst.
Wie um die Bauernhofatmosphäre zu unterstreichen, wird in nahezu jedem Kapitel eine Bauernregel genannt. Fand ich dies am Anfang noch amüsant, nervte dies zum Schluss doch etwas. Funkensommer ist auch nicht im eigentlichen Sinne spannend und auch in gewissen Punkten vorhersehbar. Dennoch kann es einen fesseln, da es sich schlicht und einfach um eine schöne Jugendliteratur handelt.
Fazit: Mit hat es Spaß gemacht dieses Buch zu lesen. Das liegt neben der schönen Gestaltung, die das Leseerlebnis unterstreicht vor allem an authentischen Charakteren und eine ruhigen Geschichte bei der man sich einfach entspannen kann. Für Jugendliche ab 13 Jahre sicher ein sehr lesenswertes Buch!
Wertung: 3 (von 5) Punkte Ein Buch mit dem man schöne Stunden hat, dessen Protagonistin manchen nicht kämpferisch genug sein wird!
Das Cover ist sehr schön und wirkt auf den Leser sehr sommerlich
Leider konnte ich mit den Charakteren nicht so wirklich warm werden. Hannah wirkte mit ihren 16 Jahren sehr kindisch auf mich, vor allem was ihr Handeln und Denken an geht. Ich konnte so manches nachvollziehen, aber bei vielem habe ich mich einfach nur noch am Kopf gekratzt. Jelly ist ihre beste Freundin und einfach für jeden Spaß zu haben. Sie hält zu Hannah. Tatsächlich ähnlich sich die beiden Freundinnen sehr, vor allem weil sie beide so schrecklich naiv sind. Raphael ist Hannahs großer Bruder, doch er benimmt sich nicht wie ein typischer großer Bruder - fürsorglich mit einem Hang zum Aufpassen. Viel eher ist er ein Arschloch, dass nur an sich selbst denkt. Finn ist der süße Kerl, auf den Hannah steht. Er ist absolut niedlich und behandelt sie wie eine kleine Göttin.
Der Schreibstil hat mich gleich von Beginn an gestört. Mein erster Gedanke war, dass ich ein Kinderbuch lese. Mal ganz davon ab, dass er eher abgehackt und daher nicht flüssig lesbar war. Gott sei dank hat sich das im Laufe des Romans verbessert.
Die Idee hinter der Story finde ich wirklich niedlich. Hannah ist ein Mädchen vom Land, dass Samstags dabei hilft Ferkel auf die Welt zu bringen anstatt mit ihren Freunden loszuziehen. Sie ist in allen Dingen eher praktisch veranlagt. Ihre beste Freundin ist das absolute Gegenteil, achtet auf ihr Aussehen und ihre Haare. Wenn Hannah könnte würde sie auch viel lieber etwas mit ihren Freunden unternehmen, doch sie muss ihren großen Bruder Raphael auf dem Hof ersetzen, der sich seit neustem nur noch seltsamer verhält, ihr droht und aussieht wie eine wandelnde Leiche. Und immer bekommt sie Druck von ihren Eltern. Dabei sollten ihre Ferien doch so schön werden. Mit ihr möchte man definitiv nicht tauschen. Leider muss ich sagen, dass ich nicht besonders viel mit den Charakteren anfangen konnte - und das lag nicht allein an Hannahs kindischem und naivem Auftreten. Irgendwie sind die meisten Gefühle nicht so recht auf mich übergesprungen, dabei fand ich klang der Klappentext so süß. Nachdem ich den Einstieg doch etwas schwieriger fand, war ich doch wirklich froh, dass es dann doch besser wird. Irgendwann kam der Moment, wo ich mich auch besser in die Charaktere hineinversetzen konnte und die Handlungen flüssiger wurden. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass dieses Buch sehr schnell zu lesen ist. Das liegt aber vor allem daran, dass die Seiten wirklich dick und die Schriftart sehr groß ist. An der ein oder anderen Stelle ist das Buch auf seine Art und Weise auch ganz schön. Ich bin allerdings auch der Meinung, dass man diesem Buch -im Gegensatz zu vielen anderen Bücher für die selbe Altersklasse - anmerkt, dass es ab 13 ist. Das Buch kratzt irgendwie nur an der Oberfläche und ist leider nicht so fesselnd wie gewünscht.
Das Ende des Romanes war sogar irgendwie schön und vor allem abgeschlossen. Dennoch hatte ich irgendwie mehr erwartet, vor allem inhaltlich.
Mein Fazit Mit "Funkensommer" hat Michaela Holzinger einen süßen Roman erschaffen mit einer wirklich niedlichen Idee. Leider hat es meiner Meinung nach ein bisschen an der Umsetzung gehapert. Vor allem mit den Charakteren hatte ich so meine Probleme. Dieses Buch würde ich persönlich eher jüngeren Lesern empfehlen, es sei denn man steht auf eher oberflächliche Handlungen und wenig Inhalt.
Mein absolutes Lieblingsbuch! Ich habe es 11 Mal gelesen und fand es jedes Mal aufs neue toll, auch wenn ich die Handlung und das Denken von Hannah manchmal nicht verstehe, könnte ich mich total in die Geschichte hineinfühlen:) Sollte bei jedem auf die Leseliste!!